Die Fans des 1. FC Union Berlin feierten ihr Team nach dem 2:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt gewohnt überschwänglich. Rot-weiße Party in Köpenick eben. Das kennt man ja mittlerweile schon. Trainer Urs Fischer richtete den Blick dagegen ganz schnell auf die nächste große Aufgabe für die Eisernen – das Halbfinale im DFB-Pokal am Mittwochabend bei RB Leipzig (20.45 Uhr).

Union Berlin gewinnt gegen Frankfurt

Und Fischer meldete – trotz des völlig verdienten Sieges – bei seinem Team vorsorglich bereits akuten Redebedarf an. „Die 1. Halbzeit gegen Frankfurt war top, aber eben nur die erste. Am Mittwoch brauchen wir ein gutes Spiel über 90 Minuten“, sagte Fischer vor dem Halbfinale gegen den Bundesliga-Konkurrenten. „Denn wir wollen die Überraschung perfekt machen.“ Überraschung bedeutet – Einzug ins Pokalfinale.
Die Profis von Union Berlin feierten den Sieg gegen Eintracht Frankfurt gemeinsam mit Maskottchen Ritter Keule.
Die Profis von Union Berlin feierten den Sieg gegen Eintracht Frankfurt gemeinsam mit Maskottchen Ritter Keule.
© Foto: Andreas Gora/dpa
Siege von Union Berlin wie am Ostersonntag gegen Eintracht Frankfurt sind dagegen in der Fußball-Bundesliga schon lange keine Überraschung mehr. Drei Tage nach der rauschenden Europa-League-Nacht und dem 3:1-Sieg beim FC Barcelona war bei Eintracht Frankfurt „die Zitrone leer“, wie Gäste-Trainer Oliver Glasner den müden Auftritt seiner Mannschaft im Stadion An der Alten Försterei zusammenfasste. Vor allem in der 1. Halbzeit überrannte Union Berlin die Hessen mit hohem Tempo, der mittlerweile gewohnten Intensität in den Zweikämpfen und zwei frühen Toren durch Taiwo Awoniyi (17. Minute) und Grischa Prömel (21.).
Die einzige Überraschung angesichts der spielerischen und vor allem läuferischen Überlegenheit der Köpenicker war die Tatsache, dass es zur Pause nur 2:0 stand. „Wir haben eine der besten 1. Halbzeiten in dieser Saison gespielt. Wir hätten uns mit noch mehr Toren belohnen können“, erklärte Prömel. Und Rani Khedira meinte: „Wir haben sie regelrecht überrannt. Genau das war unser Plan.“
Plan aufgegangen, verdient drei Punkte im Kampf um die internationalen Startplätze geholt und auf Tabellenrang sechs in der Bundesliga geklettert – so weit, so gut. Abgehakt? Ganz und gar nicht, fand Union-Trainer Urs Fischer. Die Passivität seiner Mannschaft in der 2. Halbzeit konnte man mit viel Wohlwollen zwar als Kraft sparen für den Pokal-Mittwochabend in Leipzig interpretieren. Fischer indes gefiel diese Passivität überhaupt nicht. „Das war so nicht abgemacht. Darüber müssen wir noch reden“, kündigte er an. „Wir sind oft dem Ball hinterhergelaufen. Das kostet auch viel Kraft.“

Union Berlin spielt gegen RB Leipzig

Deshalb sahen die 22 012 Zuschauer im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei am Sonntag zwei völlig verschiedene Halbzeiten ihrer Mannschaft. Die 1. Halbzeit aktiv und engagiert, die 2. Halbzeit abwartend und passiv. Während die Anhänger trotzdem feierten und sich auch eine Woche nach dem 4:1-Derbysieg bei Hertha BSC immer noch gesanglich am „Stadtmeister, Stadtmeister“-Titel erfreuten, wussten die Spieler ganz genau: Am Mittwoch bei RB Leipzig werden zwei gute Halbzeiten nötig sein, um in das DFB-Pokalfinale einzuziehen.
„Wenn es so läuft wie in der 1. Halbzeit, dann haben wir eine realistische Chance. Wenn es so läuft wie in der 2. Halbzeit, dann wird es unheimlich schwierig“, prophezeite Rani Khedira. Schließlich soll es auch am Mittwoch in Leipzig wieder eine rot-weiße Partien der Fans von Union Berlin geben. Etwa 7000 Anhänger werden das Team nach Leipzig begleiten.
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