Die Ausgangslage

Nach dem 3:0-Auswärtssieg in Augsburg kam die Länderspielpause für Hertha BSC eigentlich zur Unzeit. Trainer Bruno Labbadia konnte erst am Freitag alle Spieler zurück in Berlin begrüßen. Dennoch gab er sich vor dem Spiel selbstbewusst. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen“, sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Und gegen die Top-Teams der Liga sah Hertha in dieser Saison gut aus. Gegen den FC Bayern (3:4) und RB Leipzig (1:2) spielten die Berliner gut, verloren nur knapp.
Bei Borussia Dortmund waren alle Augen auf Youssoufa Moukoko gerichtet. Am Freitag wurde der Torjäger 16 Jahre alt, am Sonnabend machte ihn Lucien Favre zum jüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten.

Startelf und Taktik

Im Vergleich zum Spiel in Augsburgs musste Bruno Labbadia einmal wechseln. Wie schon in der zweiten Halbzeit in Augsburg stürmt Krzysztof Piatek anstelle von Jhon Cordoba. Nach Tor und Vorlage in Augsburg stärkte Piatek auch beim Nationalteam sein Selbstvertrauen und traf einmal. Bruno Labbadia forderte von ihm, noch gefährlicher in die Halbräume zu starten. Peter Pekarik begann wieder auf der rechten Seite, obwohl er 300 Minuten bei den vergangenen drei Länderspielen auf dem Platz war.
Der BVB wechselte im Vergleich zur 2:3-Niederlage gegen die Bayern dreimal. Can, Dahoud und Brandt spielen anstelle von Delaney (Prellung), Sancho und Reyna (beide Bank). Mit einem Sieg könnten die Westfalen bis auf einen Punkt an Tabellenführer Bayern rücken.

So verlief das Spiel

Dortmund begann in der Anfangsphase mit einem sehr hohen Pressing und attackierte die Hertha am eigenen Strafraum. Die Berliner spielten zwar nicht immer ganz sauber von hinten heraus, doch Dortmund kam zu keinen schnellen Ballgewinnen.
Die Hertha stand defensiv gut und kam immer wieder zu Ballgewinnen im Mittelfeld. Lukebakio hatte die beste Chance in der Anfangsphase, schoss aus 18 Metern aber knapp über das Tor (10.). Nach 16. Minuten kam dann der BVB durch Erling Haaland und Marco Reus das erste Mal vor das Berliner Tor, aber Herthas Torhüter Schwolow hatte keine Probleme mit dem Schuss von Reus (17.).
Auch nach 30 Minuten stand die Hertha defensiv stabil und lauerte immer wieder auf Konterchancen. Der BVB war vor allem um Spielkontrolle bemüht, aber wirklich viele Ideen nach vorn hatte keines der beiden Teams.
So war es dann nach 33 Minuten ein schöner Fernschuss von Mateus Cunha, der aus 20 Metern vollkommen unbedrängt zum Schuss kam und das 1:0 für die Hertha erzielte.
Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Dortmunds Haaland den Ausgleich erzielen müssen, doch aus wenigen Metern verstolperte er den Ball vor dem leeren Tor. Insgesamt war Herthas Pausenführung etwas glücklich, doch auch nicht ganz unverdient. In der Defensive ließen die Berliner wenig zu und waren stets präsent in den Zweikämpfen.
Nach dem Wiederanpfiff dauerte es nur zwanzig Minutnen und die Dortmunder Gäste sorgten für klare Verhältnisse. Zunächst glich Haaland nach 47. Minuten aus, dabei musste er eine Flanke von Can nur über die Linie drücken. Zwei Minuten später vollendete er einen Konter mustergültig und nachdem die Hertha so langsam wieder in die Partie fand, traf er zum dritten Mal. Nach einem schlechten Plattenhardts Pass verschätzte sich Alderete bei der Annahme, Haaland schnappte sich den Ball, umkurvte Torhüter Schwolow und schob zum 3:1 ein.
Nach 70 Minuten reagierte Dortmunds Raphael Guerreiro im Berliner Strafraum nach einem geblockten Schuss am schnellsten und erhöhte sogar auf 1:4. Matheus Cunha kam in der 78. Minute zu seinem zweiten Treffer und konnte per Elfmeter das 2:4 erzielen, doch auf der anderen Seite traf erneut Erling Haaland zum 2:5.
In der 85. Minute gab es dann die Auswechslung, auf die Fußball-Deutschland das ganze Wochenende wartete. Der 20-Jährige Haaland ging vom Feld und dafür kam Youssoufa Moukoko ins Spiel. Mit 16 Jahren und 1 Tag ist er der jüngste Bundesliga-Spieler aller Zeiten.

Statistik

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik (85. Zeefuik), Boyata, Alderete, Plattenhardt (85. Plattenhardt), Stark, Guendouzi, Darida (74. Löwen) , Cunham Lukebakio (74. Leckie), Piatek (74, Ngankam). - Trainer: Labbadia
Dortmund: Bürki – Can (74. Piszczek), Hummels, Akanji, Witsel, Dahoud (60. Bellingham), Meunier, Guerreiro (85. Schulz), Reus (74. Reyna), Brandt, Haaland (85. Moukoko). - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Tore: 1:0 Cunha (33.), 1:1 Haaland (46.), 1:2 Haaland (48.), 1:3 Haaland (62.), 1:4 Guerreiro (70.), 4:2 Cunha (78.), 2:5 Haaland (79.)

So geht’s weiter

Für die Hertha geht es am kommenden Sonntag nach Leverkusen (15.30 Uhr), der BVB empfängt am Sonnabend den 1. FC Köln.