So ist die Lage bei Hertha BSC

Hertha BSC kommt nach der zweiwöchigen Corona-Zwangspause der gesamten Mannschaft immer besser in Schwung. Im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gelang den Berlinern am Donnerstagabend im Nachholspiel gegen den SC Freiburg ein 3:0 (2:0)-Sieg im heimischen Olympiastadion. Das von Trainer Pal Dardai auf zahlreichen Positionen neu formierte Team verließ mit diesem wichtigen Dreier die Abstiegszone und rückte auf Tabellenplatz 14 vor.

So fielen die Tore

1:0 Krzysztof Piatek (14. Minute)
Abwehrspieler Jordan Torunarigha schaltete sich energisch in die Offensive ein. Seinen Schuss konnte der Freiburger Torhüter Florian Müller nur zur Seite lenken. Piatek nutzte den Abpraller zur Berliner Führung.
2:0 Peter Pekarik (22.)
Nemanja Radonjic setzte sich an der Grundlinie mit einer geschickten Körpertäuschung gegen den Freiburger Philipp Lienhart durch. Seine Flanke beförderte Pekarik per Kopf ins lange Ecke.
3:0 Nemanja Radonjic (85.)
Bei einem Konter tanzte der Stürmer durch die Abwehr und donnerte den Ball dann unter die Latte.

So ging Hertha BSC ins Spiel

Wegen des Drei-Tage-Rhythmus für Hertha BSC hatte Trainer Pal Dardai bereits im Vorfeld des Freiburg-Spiels eine mögliche Rotation angekündigt. „Und wenn ich die komplette Mannschaft austauschen muss, dann habe ich die Eier dazu, denn ich trage die Verantwortung und will kein Eigentor schießen, indem sich zu viele Spieler verletzen“, sagte der Hertha-Coach. Dardai tauschte zwar nicht die gesamte Mannschaft aus – trotzdem fiel die Rotation gewaltig aus. Einzig der Ex-Freiburger Alexander Schwolow im Tor und Mittelfeldspieler Mattéo Guendouzi standen drei Tage nach dem 1:1 (1:1) beim FSV Mainz 05 erneut auf dem Platz. Kapitän Dedryck Boyata feierte sein Comeback in der Startelf nach monatelanger Verletzungspause.
Verzichten müssen die Berliner weiter auf Dodi Lukebakio und Marvin Plattenhardt, die nach ihren Corona-Infektionen noch Trainingsrückstand haben. Beide hatten anders als ihre Mitspieler in der 14-tägigen häuslichen Isolierung nicht individuell trainieren können. Für Torhüter Rune Jarstein ist die Saison nach dem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung bereits beendet.


So lief das Spiel gegen den SC Freiburg

Herthas Rotations-Mannschaft wurde in den ersten Minuten von den Gäste immer wieder frühzeitig unter Druck gesetzt. Die erste gefährliche Situation gab es in der 8. Minute, als Freiburg Lucas mit Torhüter Alexander Schwolow zusammenprallte. Der Berliner Keeper konnte aber weiterspielen. Mit dem Führungstor durch Krysztof Piatek in der 14. Minute drehte sich jedoch das Spiel. Hertha bekam jetzt mehr Sicherheit, agierte souveräner im Mittelfeld und baute die Führung mit dem 2:0 von Peter Pekarik (22.) aus.
Bitter: Ausgerechnet für Mattéo Guendouzi als einzigem verbliebenem Feldspieler aus dem Mainz-Spiel war die Partie bereits nach 39 Minuten wegen einer Verletzung beendet. Beim Mittelfeldspieler besteht der Verdacht auf einen Mittelfußbruch, teilte der Verein noch während des Spiels mit.
Nach der Pause agierte Hertha dann deutlich defensiver und überließ den Gästen die Spielkontrolle. Nach einem Kopfball von Nicolas Höfler war Torhüter Alexander Schwolow mit einer starken Faustabwehr zur Stelle (48.). Schwolow wurde jetzt zum wichtigsten Hertha-Spieler und hielt die Führung mit seinen Paraden fest. Auf der anderen Seite traf der eingewechselte Matheus Cunha in der 73. Minute nur den Pfosten. Nemanja Radonjic hatte bei einem Konter (83.) ebenfalls das dritte Tor auf dem Fuß. Zwei Minuten später machte es Radonjic dann besser und sorgte mit dem 3:0 für die Entscheidung. Weil Sami Khedira sich in der Schlussphase verletzte, beendeten die Gastgeber die Partie mit nur neun Feldspielern.

So sieht die Statistik aus

Hertha BSC – SC Freiburg 3:0 (2:0)
Hertha BSC: Schwolow - Pekarik, Boyata (73. Stark), Alderete, Torunarigha - Ascacibar, Guendouzi (39. Khedira) - Dilrosun (61. Cunha), Darida (75. Zeefuik), Radonjic - Piatek (61. Cordoba).
SC Freiburg: Müller - Lienhart, Schlotterbeck (46. Grifo), Gulde - Schmid, Santamaria (46. Keitel), Höfler, Günter - Sallai (83. Jeong), Höler (70. Petersen) - Demirovic (87.).
Tore: 1:0 Piatek (13.), 2:0 Pekarik (22.), 3:0 Radonjic (85.); Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach/Pegnitz); Zuschauer: keine; Gelbe Karten: Alderete, Guendouzi, Torunarigha, Darida/Höfler, Demirovic.

Das sind die Stimmen zum Spiel

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Wir haben das Unentschieden gegen Mainz vergoldet. Die Jungs verstehen immer mehr, was es bedeutet, ein Team zu sein und bei dieser Familie Hertha BSC dabei zu sein. Großer Respekt an die Mannschaft für den Elan und die Frische, mit der sie heute gespielt hat.“
Niklas Stark (Hertha BSC): „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, dürfen uns darauf aber nicht darauf ausruhen. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen, um unser Ziel zu erreichen. Wenn man heute auf die Bank geschaut hat, hat man gespürt, dass niemand geknickt war, weil er nicht gespielt hat. Wir brauchen alle Spieler. Das haben wir gezeigt.“
Alexander Schwolow (Hertha BSC): „Das war ein zweiter wichtiger Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Dass wir rotieren werden, war ja klar. Dass wir so oft rotieren, war auch für uns eine Überraschung.“

So geht es bei Hertha BSC weiter

Nach dem zweiten von insgesamt drei Nachholspielen aufgrund der Corona-Zwangspause geht es Sonntag am regulären 32. Spieltag mit der Heimpartie gegen Arminia Bielefeld weiter. Anpfiff im Olympiastadion ist um 18 Uhr. Das letzte der drei Nachholspiele folgt dann am kommenden Mittwoch (12. Mai) beim FC Schalke 04 (Beginn um 18 Uhr).

Und sonst noch bei Hertha BSC?

Der Wirbel um Jens Lehmanns rassistische WhatsApp-Nachricht an den ehemaligen Nationalspieler Dennis Aogo hat Hertha BSC mitten im Abstiegskampf empfindlich getroffen. Die Club-Verantwortlichen handelten umgehend – Lehmann wurde aus dem Aufsichtsrat entfernt. „Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt“, teilte Präsident Werner Gegenbauer mit: „Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus.“
Lehmann hatte in einer Nachricht per WhatsApp an Aogo geschrieben: „Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?“ Versehen war der Satz mit einem Lach-Smiley vor dem Fragezeichen. Aogo, der für den Sender Sky als Experte arbeitet, hatte einen Screenshot der Nachricht bei Instagram Story veröffentlicht.
Für seinen Beitrag erntete Lehmann auch bei Twitter scharfe Kritik. „Du warst schon damals ein Vollidiot“, twitterte sein ehemaliger BVB-Mitspieler Karsten Baumann.