Hier die Partie im Check:

Die Lage

Für Hertha ist der vorletzte Spieltag gut gelaufen. Zwar gelang gegen den Vorletzten 1. FC Köln im letzten Heimspiel der Saison kein Sieg. Aber auch das 0:0 gegen die Rheinländer reicht zum Klassenerhalt für die Berliner (35 Punkte), weil Augsburg die Bremer 2:0 bezwang. Den Kölnern (31) brachte das torlose Remis nicht so viel, aber weiter die Chancen auf den Ligaverbleib, weil Bremen (31 Punkte) und Bielefeld (32) noch in Reichweite sind. Allerdings muss am letzten Spieltag Köln gegen Schalker siegen und einer der beiden anderen patzen.

Die Startelf und Taktik

Elf Spieler fehlten den Berlinern, erneut mit fünf Änderungen, gegen den 1. FC Köln. Neun sind verletzt, Vladimir Darida (5. Gelbe Karte) und Dodo Lukebakio (Gelb-Rot auf Schalke) sind gesperrt. Vor allem herrscht bei der Hertha Stürmernot. Jhon Cordoba, Krzysztof Piatek und Matheus Cunha sind verletzt. Jessic Ngankam, Siegtorschütze beim 2:1 gegen Schalke am Mittwoch, stand trotz seiner jüngsten Knieprobleme in der Startelf. Ins gesamt setzt Pal Dardai mit seinem 4-2-3-1-System auf eine sehr junge Mannschaft. Im Mittelfeld stand auf der Doppelsechs neben Santiago Ascacibar überraschend Trainersohn Marton Dardai, da Ex-Weltmeister Sami Khedira weiter mit Wadenproblemen ausfällt. In der Innenverteidigung fehlte Niklas Stark, der Kapitän Boyata und Omar Alderete weichen musste.
Die Kölner setzen auf ihre Berliner Fraktion. Ex-Herthaner Ondrej Duda im offensiven Mittelfeld und der kopfballstarke Ex-Unioner Sebastian Andersson sollten für die dringend benötigten Tore sorgen. Dafür musste Kapitän Jonas Hector mit einer Risswunde am Bein passen.

So lief die Partie

Pünktlich kurz vor Spielbeginn setzte der erste heftige Platzregen ein. Die Bedingungen wurden also nicht besser, weil der Rasen seifiger. So entwickelte sich erst recht die erwartete Partie. Es herrschte spielerische Armut, trotz einsetzenden Sonnenscheins. Die Kölner bemühten sich um Offensivaktionen, blieben aber selbst bei zahlreichen Ecken, die meist Duda schlug, erstaunlich kreativlos. Die Hertha, bei der außer Boyata, Marton Dardai, Schwolow und Ascacibar wohl keiner unter normalen Umständen echte Startelf-Chancen besäße, versuchte sich zu finden, suchte aber ziemlich lange und produzierte so vor allem Fehlpässe, die wiederum die Gäste kaum nutzten. Die Folge: In der erste Hälfte gab es genau drei echte Torschüsse durch Köln Elvis Rexhbecaj und Florian Kainz, die Hertha-Schlussmann Schwolow parierte (17., 44.) und durch Ngamkam, der an Timo Horn scheiterte (39.). Symptomatisch für die Berliner, Klünter flankte von rechts in die Mitte, aber da war niemand mitgelaufen. Und der ansonsten agilste Herthaner Nemanja Radonjic verstolperte aussichtsreich (30.). Der Pausenpfiff von Schiedsrichter Aytekin kam einer Erlösung gleich.
In der zweiten Hälfte kam die Taktik immer mehr zum Tragen. Kein Team wollte wirklich etwas riskieren. Den Kölnern fehlte der Mut, voll auf Sieg zu setzen und Räume zu öffnen. Den Berlinern reichte nach den Zwischenständen das torlose Remis zum Klassenerhalt. Warum unnötig Gefahr laufen, ein Gegentor zu kassieren? In den letzten zwanzig Minuten zogen die Rheinländer zwar noch einmal an. Der Ex-Berliner Marius Wolf kam dem Kölner Treffer noch am nächsten, verzog aber auch deutlich. So reichte Hertha, bei der Marten Winkler noch zum Bundesliga-Debüt kam, eine weitere unterdurchschnittliche Leistung zu einem weiteren, dem entscheidenden Punkt.

Die Statistik

Hertha BSC – 1. FC Köln 0:0
Hertha: Schwolow - Klünter, Boyata, Alderete, Torunarigha (46. Plattenhardt) - Leckie, Ascacibar, M. Dardai (67. Stark) – Dilrosun (67. Michelbrink), Radonjic (77. Zeefuik) - Ngankam (90. Winkler)
Köln: T. Horn - Schmitz (87. Ehizibue), Bornauw, Czichos, Jakobs - Skhiri – Drexler (60. Wolf), Duda, Rexhbecaj (70. Özcan), F. Kainz (60. J. Horn) - Andersson (70. Thielmann)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach) - Zuschauer: keine

Die Stimmen

Timo Horn (Torwart 1. FC Köln): Es sind gemischte Gefühle. Wir glauben noch an den Klassenerhalt, haben nicht gespielt wie ein Absteiger. Hertha hat auf den Punkt gespielt. Aber wir haben unser Endspiel gegen Schalke erhalten, auch wenn die Konkurrenz mitspielen muss. In dem Spiel hätten wir gerne Fans zur Unterstützung gehabt und müssen alles geben, damit es mindestens für die Relegation reicht.
Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): Es ist wichtig für den Verein und die Akademie. Es war schon ein schwieriger Job. Aber die Mannschaft hat alles gegeben und der Zusammenhalt war groß. Respekt an die Jungs, dass sie es schon amvorletzten Spieltag geschafft haben. Keiner ist auch bei uns im Staff hektisch geworden. Der Sieg auf Schalke war der wichtigste und das mit den personellen Problemen. Jetzt wollen wir noch einen schönen Abschluss in Hoffenheim schaffen und mit einem Erfolg in den Urlaub gehen. Das Glas Wein habe ich mir verdient.

So geht es weiter

Am letzten Spieltag finden alle Partien am Sonnabend um 15.30 Uhr statt. Hertha reist dann zur TSG Hoffenheim, während die Kölner Absteiger Schalke 04 empfangen.

Und sonst noch

Hertha-Coach Pal Dardai und Kölns Trainer Funkel kennen sich bestens. In der Saison 2009/2010 war Funkel Trainer des Spielers Dardai bei Hertha BSC. Beide teilten indes damals eine leidvolle Erinnerung. Als Schlusslicht stieg die Hertha damals in die zweite Liga ab.