Für Alexander Schwolow ist der Abend am 6. Mai schon ein besonderer. In den Worten des 28-Jährigen: „Ich bin total heiß auf das Spiel.“ Der Torwart von Fußball-Bundesligist Hertha BSC trifft dann im Berliner Olympiastadion auf seinen Ex-Verein. den SC Freiburg. Es ist das zweite von drei Nachholspielen, dass die als Tabellen-17. weiter stark abstiegsgefährdeten Hauptstädter zu bestreiten haben.

Schwolows schlechte Erinnerungen

An die erste Partie im Hertha-Dress bei der Rückkehr ins Breisgau hat Schwolow „keine gute Erinnerung“. Kurz vor Weihnachten setzte es eine 1:4-Pleite. Frotzeleien der Ex-Kollegen, dass er mal besser in Freiburg geblieben wäre, befürchtet der Schlussmann, der vor der Saison für rund acht Millionen Euro an die Spree kam, indes nicht. „Solche Hinweise gab es nicht.“
Und auch jetzt wäre es ihm egal. „Ich bin total auf das Spiel fokussiert. Da ist es irrelevant, dass es jetzt gegen alte Kollegen geht. Da gibt es für 90 Minuten keine Freunde, erst danach wieder.“ In jedem Fall wisse die Hertha-Mannschaft, was am Donnerstagabend auf sei zu kommt. „Alle haben das Spiel noch im Kopf“, sagt Schwolow. „Aber wir werden die Lockerheit bewahren und das Spiel gewinnen.“

Nach Bremen-Niederlage Platz im Tor an Jarstein verloren

Einen Monat nach dem Freiburg-Spiel, nach vier Niederlagen in Folge mit einem 1:4 gegen Bremen als Schlusspunkt dieser Serie, kam der Trainerwechsel von Bruno Labbadia auf Pal Dardai und Schwolow verlor seinen Numnmer-1-Status an Rune Jarstein. Für ihn allerdings war das nur ein noch größerer Ansporn. „Ich war dankbar für die Situation. Dann kann man wachsen“, sagt Schwolow. Er habe noch mehr im Training gearbeitet, gemeinsam mit Rune Jarstein und auf seine Chance gewartet. In Mainz hat er sie genutzt mit zahlreichen Paraden, die beim 1:1 den Punkt gerettet haben. Nun wird es auch gegen Freiburg auf ihn ankommen,

Lob an Hertha im Fall Jens Lehmann

Im Fall von Jens Lehmann, der am Mittwoch seinen Aufsichtsratsposten bei Hertha BSC nach einer rassistischen WhatsApp-Nachricht an Ex-Profi Dennis Aogo verloren hatte, lobte Schwolow das schnelle Reagieren des Vereins. "Wir von Hertha vertreten bestimmte Werte, die haben sich in dieser Nachricht nicht wiedergefunden. Deshalb musste es zu diesem Schritt kommen.“ So sah es auch sein Trainer Pal Dardai. „Die neue Führung von Hertha ist sehr konsequent, und das ist sehr positiv“. Aber ich will da gar nicht drüber reden. Ich habe nicht gespürt, dass Jens Lehmann nah an der Mannschaft war", meinte der Ungar zum Eklat.

Trainer Dardai denkt an große Rotation

Lieber redete er über das Spiel gegen Freiburg: „Da wollen Top oder Flop spielen und drei Punkte holen.“ Und die körperliche Verfassung seiner Mannschaft nach der Partie gegen Mainz. Auch sein Sohn Marton, der mit seiner ersten Torvorlage geglänzt hatte, berichtete ihm von Rückenschmerzen und Muskelkater. Dardai macht sich darüber und über eine mögliche Rotation Gedanken. „Und wenn ich die komplette Mannschaft austauschen muss, dann habe ich die Eier dazu, denn ich trage die Verantwortung und will kein Eigentor schießen, indem sich zu viele Spieler verletzen.“ Alexander Schwolow wird aber auch von einer Total-Rotation sicher verschont bleiben.