Der 1. FC Union Berlin bleibt die Überraschung in der Fußball-Bundesliga. Die Köpenicker gewannen am Sonntagabend auch beim 1. FC Köln trotz großer Verletzungssorgen mir 2:1 und sind sieben Partien ungeschlagen. Hier die Partie im Check.

Die Vorgeschichte

Aufgrund einiger Ausfälle, Verteidiger Florian Hübner musste noch im Abschlusstraining passen, stand bei Union der erst 16-jährige Verteidiger Bruns im Kader, der in der Regel für die U 19 der Köpenicker aktiv ist, aber auch noch für die B-Jugend spielberechtigt wäre und bereits seit der F-Jugend bei den Köpenickern spielt. Nach dem Bundesliga-Debüt des etwas jüngeren Dortmunders Moukoko für den BVB in Berlin hätte Bruns bei einem Einsatz zum zweitjüngsten Spieler der Bundesliga-Historie werden können.

Die Lage

In der vergangenen Saison waren die Kölner die einzige Mannschaft gegen die Union zwei Siege gelangen (2:0, 2:1). Auch diesmal gelang den Berlinern ein Erfolg am Rhein. Damit verbleiben die Köpenicker als Tabellenfünfter auf den europäischen Rängen. Wahnsinn. Die Kölner verpassten auch im achten Versuch den ersten Saisonerfolg und rangieren nun tief im Keller auf Platz 17.

Die Tore:

0:1 (27.) Taiwo Awoniyi, setzt sich gegen Wolf und Czichos durch und schiebt den Ball ein.
1:1 (36.) Ellyes Skhiri, köpft den Ball nach einem Freistoß von Duda ein.
1:2 (72.) Max Kruse, scheitert mit einem Elfmeter erst an Timo Horn, schiebt aber den Abpraller ein.

Die Startelf und Taktik

Unions Trainer Urs Fischer musste verletzungsbedingt dreimal wechseln. Für Gentner (Wadenblessur), Endo (Oberschenkel) und Pohjanpalo (Knochenfraktur im Sprunggelenk) rückten Griesbeck, Ingvartsen und Awoniyi in die erste Elf, die im gewohnten 4-2-3-1-System auftrat..
Bei den Kölnern, die in einem defensiven 4-5-1-Systembegannen, gab es zwei Wechsel gegenüber der vergangenen Partie vor der Länderspielpause gegen Werder Bremen. Statt Bornauw und Limnios, die beide auf der Bank sitzen, beginnen Jorge Meré und Skhiri.

So lief die Partie

Beide Trainer bewiesen ein glückliches Händchen bei ihren neu aufgestellten Spielern. Die Unioner gingen dabei durchaus verdient in Führung, denn zuvor hatte Ingvartsen bereits eine Großchance vergaben (9.). Danach verflachte die Partie und der Treffer kam etwas unerwartet. Für Torschütze Awoniyi, Leihgabe aus Liverpool, war das 1:0 zugleich seine Torpremiere in der Bundesliga. Doch die Kölner blieben nicht lange geschockt und kamen durch Skhiri zum Ausgleich. Letztlich in einer Partie, in der bei Union Griesbeck früh verletzt raus musste, und die ohne zahlreiche Chancen auskam, ein korrektes Resultat.
Auch die zweite Hälfte blieb eher wenig spektakulär. Union hatte ein spielerisches Übergewicht, kombinierte sich des Öfteren geschickt vor das Kölner Tor. Gleichwohl benötigten die Köpenicker einen Elfmeter zur erneuten Führung, nach Öczan dem Dänen Ingvartsen die Beine wegzog. Dabei verpasst Kruse historisches. Hätte er seinen 17. Elfmeter in Serie in der Bundesliga verwandelt, wäre er alleiniger Rekordhalter gewesen, aber er scheiterte zunächst an FC-Torwart Horn, verwandelte aber den Abpraller zum 2:1 für die Gäste. Danach verteidigte Union mit seiner eingespielten Viererkette den Vorsprung souverän, hatte aber Glück, weil Rexhbecaj mit der letzten Aktion der Partie, einem Freistoß, nur den Pfosten traf.

Die Statistik

1. FC Köln - Union Berlin 1:2 (1:1)
1. FC Köln: Horn – Wolf (79. Ehizibue), Meré, Czichos, Katterbach (79. Thielmann) – Skhiri, Özcan (83. Arokodare), Drexler (65. Limnios), Duda (65. Rexhbecaj), Jakobs – Andersson.
Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Lenz – Griesbeck (29. Prömel), Andrich (84. Ryerson) – Becker (85. Gießelmann), Kruse, Ingvartsen (73. Gogia) – Awoniyi. (73. Teuchert)
Tore. 0:1 Awoniyi (27.), 1:1 Skhiri (36.), 1:2 (72.) Kruse – Schiedsrichter: Stieler (Obertshausen) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Für die Unioner steht am Sonnabend (15.30 Uhr) die Heimpartie gegen Eintracht Frankfurt an, während die Kölner zur selben Zeit bei Borussia Dortmund antreten müssen.