Die Position des Torwarts ist im Fußball eine ganz spezielle. Hat sich ein Trainer einmal auf einen Schlussmann festgelegt, steht er den Großteil der Saison zwischen den Pfosten. Ausgenommen natürlich, dass ihm keine großartigen Fehler unterlaufen. Bei Loris Karius war dies aber ausgerechnet im Champions-League-Finale 2018 der Fall. Bei der 1:3-Niederlage mit dem FC Liverpool gegen Real Madrid machte der 27-Jährige bei zwei Gegentoren keine gute Figur. Anschließend nahm ihn Jürgen Klopp aus dem Tor und seitdem haftet Karius nicht das beste Image an. Das will er nun als Nummer 1 beim 1. FC Union Berlin wieder ändern.

Jürgen Klopp riet zum Wechsel

„Für mich spielt das Finale keine Rolle mehr. Meine guten Leistungen waren in Deutschland schon ein bisschen vergessen, was ein bisschen schade ist. Mein Ziel ist es, mich erneut zu beweisen, um zu zeigen, dass ich richtig guter Bundesliga-Torwart bin.“ Dabei riet ihm auch sein ehemaliger Coach Jürgen Klopp zu dem Schritt nach Köpenick. „Er hat gesagt, es ist ein guter Schritt, um mich auszuzeichnen.“

Auch Verbleib beim FC Liverpool war möglich

Zwar wurde Karius im Sommer zunächst mit Ligakonkurrent Hertha BSC und anschließend mit den Eisernen in Verbindung gebracht, doch ob er wirklich wechseln soll, stand für ihn lange nicht fest. „Ich habe die Vorbereitung mitgemacht und in Liverpool zu bleiben, war auch eine Option. Auch als Nummer 2 machst du durch die zahlreichen Pokalwettbewerbe deine Spiele.“ Doch nur im Pokal zum Einsatz zu kommen, reichte dem 1,89 Meter großen Torhüter nicht. „Ich wollte nicht nur auf der Bank sitzen, ich wollte einen aktiven Beitrag zum Erfolg leisten.“ Dabei hat ihn eine Rückkehr in die Bundesliga schon immer gereizt. „Ich will mit einer jungen und hungrigen Mannschaft wie dem Union-Team etwas erreichen.“ Dass er sich für die Köpenicker und Berlin nur wegen seiner bekannten Freundin Sophia Thomalla, die in der Hauptstadt lebt, entschieden habe, dementierte Karius auch. „Ich habe noch ein paar Jahre als Profi vor mir, dann kann ich leben, wo ich will. Daher spielte das bei der Entscheidung keine Rolle.“
In der Mannschaft wurde der Torhüter bereits gut aufgenommen. „Es ist eine sehr homogene Truppe und das Wort Mannschaft wird hier wirklich großgeschrieben.“ Genau das ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg, wenn es mit dem Klassenerhalt klappen soll. „Das geht nur, wenn man eine Einheit ist und das merkt man hier Tag für Tag“. Dabei will er als Nummer 1 im Tor dazu beitragen. „Ich will wieder Woche für Woche im Tor stehen.“ Doch noch hat sich Trainer Urs Fischer nicht festgelegt, wer am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel bei Schalke 04 im Tor stehen wird. Denn bisher überzeugte Andreas Luthe, der im Sommer vom FC Augsburg nach Berlin kam, mit guten Leistungen. „Konkurrenzkampf hat man immer. Jeder Verein hat drei bis vier Torhüter. Für mich ist das kein Problem, Ich stelle mich dem und habe keine Angst davor.“

Letztes Pflichtspiel im März

Sein letztes Pflichtspiel absolvierte Karius, der seit 2018 von Liverpool an Besiktas Istanbul ausgeliehen war, vor mehr als einem halben Jahr, am 15. März gegen Galatasaray Istanbul. Am vergangenen Donnerstag stand er dann beim 4:1-Testspielsieg gegen Hannover wieder zwischen den Pfosten. Nun will er am Sonntag sein Bundesliga-Comeback geben. „Ich bin positiv gestimmt und aus meiner Sicht spricht auch nichts dagegen“.

Verbleib über den Sommer hinaus fraglich

Ob er über die Saison hinaus in Berlin bleibt, ließ der Schlussmann offen. Denn Union hat Karius lediglich für diese Saison und ohne Kaufoption ausgeliehen. „Als Fußballer so weit zu denken ist schwer, da mache ich mir erstmal keine Gedanken. Ich will erstmal gut spielen“ Und das am liebsten schon am Sonntag auf Schalke.