Die neue Behutsamkeit beim 1. FC Union Berlin für Geburtstagskinder hängt nun nicht mit dem Weggang von Marvin Friedrich zusammen. Dass aber Verteidiger-Kollege Bastian Oczipka den Einzug der neuen Zärtlichkeit zu spüren bekam, passte dennoch irgendwie ins Bild. „Natürlich schmerzt dieser Abgang“, sagte Trainer Urs Fischer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Stadion An der Alten Försterei und ergänzte: „Marvin ist nicht mehr da, schenken wir den Spielern das Vertrauen, die da sind.“
Oczipka, der sich an seinem 33. Geburtstag am Mittwoch beim Training nur den Gaudi-Würfen seiner Mitspieler, nicht aber den Schüssen ausgesetzt sah, ist einer, der womöglich auch in die Abwehrkette rücken könnte. Vor allem aber werden es Paul Jaeckel, Timo Baumgartl und Dominique Heintz sein, die anstelle des abgewanderten Vizekapitäns und Innenverteidigers gefragt sind. Verraten wollte Fischer freilich nicht, wie er seine Mannschaft am kommenden Samstag auf den Rasen schicken wird.

Union Berlin muss Friedrich ersetzen

Klar ist nur, dass Friedrich nach 78 von 86 möglichen Spielen für die Unioner in der Fußball-Bundesliga nicht mehr dabei sein wird. Seine Rolle als stellvertretender Kapitän übernimmt Grischa Prömel, bestätigte Fischer zwei Tage vor dem ersten Heimspiel in diesem Jahr. Gegner: Die TSG 1899 Hoffenheim. Und damit dürfte es im ersten Spiel ohne Friedrich gleich zu einer ersten Belastungsprobe kommen.
Seit sieben Spielen in der Liga sind die Kraichgauer ungeschlagen, dank fünf Siegen in der Zeit kletterte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund auf den dritten Tabellenplatz. 38 erzielte Treffer sind 13 mehr als die Unioner in den bisherigen 18 Meisterschaftsspielen in dieser Saison schafften.
Entsprechend achtungsvoll fiel die Einschätzung auch von Fischer aus, was den Schweizer allerdings zu keiner anderen Herangehensweise wie sonst auch verleiten kann. „Es wird eine schwierige Aufgabe, aber auch die werden wir wie die anderen Aufgaben angehen und versuchen, das Spiel zu gewinnen“. Denn das sei auch betont: Bei aller Wertschätzung für den Gegner, würden Fischer und seine Spieler nach Punkten bei einem Sieg mit Hoffenheim gleichziehen.

Trainer Urs Fischer und das Kompliment

Dass die eigenen Spieler angesichts der Stabilität der Eisernen inmitten von Anwärtern auf die internationalen Ränge immer begehrter werden, wie nun im Fall Friedrich, wertet Fischer als Kompliment, „dass wir vieles richtig machen“, erklärte der 55-Jährige: „Dass unsere Spieler eine Entwicklung durchmachen, dass unsere Spieler interessant werden für andere Vereine“. Frustriert sei er deswegen nicht. Und so wirkte der stets besonnene Fischer auch nicht. „Mit der Solidarität fangen wir das auf“, erklärte er.