Von der Verfolgerrolle hinter dem ruhmreichen FC Bayern München will sich der 1. FC Union Berlin nicht verführen lassen. „Es bleibt für mich eine Momentaufnahme“, sagte Trainer Urs Fischer nach dem 6:1 beim FC Schalke 04. „Es ist so, wie es ist“, sagte der 56 Jahre alte Schweizer eher lapidar.
Doch es ist auch so, dass Union nun am kommenden Samstag den punktgleichen deutschen Fußball-Rekordmeister im Stadion An der Alten Försterei zum absoluten Topmatch des fünften Bundesliga-Spieltages empfängt.

Höchster Bundesliga-Sieg von Union Berlin

Auf dieser bemerkenswerten Konstellation will sich Erfolgstrainer Fischer mit seiner Mannschaft aber nicht ausruhen. Und vom stets nach dem Aufstieg unter dem Schweizer postulierten Ziel Klassenverbleib will er vorerst auch nicht abrücken. „Nach vier Spieltagen hilft das uns, unserem Ziel näherzukommen. Das sind die 40 Punkte“, sagte er zur bisherigen Ausbeute mit drei Siegen und einem Remis.
Überschwang ist nicht Fischers Ding. Auch nicht nach dem höchsten Bundesliga-Sieg der Unioner. Völlig zufrieden war er mit dem Spiel seiner Mannschaft auch nicht. „Es war nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut“, sagte er: „Wir führen 3:1 glücklich. Schalke war aggressiver, spritziger. Wir waren eher behäbig.“ Dafür aber sehr effektiv dank der Tore durch Morten Thorsby, Sheraldo Becker und Janik Haberer bei einem Gegentor durch den verwandelten Elfmeter des Ex-Unioners Marius Bülter.

Doppelpack von Sven Michel

Doch für Fischer war wichtig, dass sein Team nach der Halbzeitpause „bereit war für die zweite Hälfte“. 17 Sekunden nach Wiederanpfiff gelang Becker mit seinem zweiten Tor die Vorentscheidung. Der eingewechselte Sven Michel legte mit einem Doppelpack nach.
„6:1 klingt immer gut. Aber wichtig ist, für uns jetzt, das Ergebnis richtig einzuordnen. Wir hatten auch Phasen mit dem Ball, da waren wir nicht gut und da müssen wir besser werden“, sagte Haberer. „Offensiv hatten wir fünf Chancen und machen daraus sechs Tore, defensiv waren wir nicht immer da, das müssen wir aufarbeiten.“

Weniger Ballbesitz als der Gegner

Zudem wies Union wie in der Woche zuvor beim 2:1 gegen Leipzig weniger Ballbesitz als der Gegner auf. Waren es gegen Leipzig 32 Prozent, so besaßen die Berliner in Gelsenkirchen 41 Prozent. „Irgendwann wird das nicht gut gehen“, ist Fischer bewusst.
Gegen die Bayern wird der Tabellenzweite garantiert nicht auf mehr Ballbesitz spekulieren. „Wir haben eine Woche Zeit, um uns auf die Aufgabe Bayern zu fokussieren, zu konzentrieren. Und für die Aufgabe entsprechend bereit zu sein“, sagte Fischer und kündigte an: „Es braucht eine deutlichere Leistungssteigerung.“