Der 1. FC Union Berlin befindet sich nach Einschätzung von Präsident Dirk Zingler „in der sportlich erfolgreichsten und wirtschaftlich wertvollsten Phase der Vereinsgeschichte.“ Der 57-Jährige kündigte am Donnerstag bei der digitalen Mitgliederversammlung zudem an: „Wir planen, bis 2025 über 100 Millionen Euro in unseren Club zu investieren.“
Dazu gehört auch, das Stadion An der Alten Försterei so umzurüsten, dass die Eisernen auch international in ihrer Kultstätte ihre Spiele bestreiten können. In der aktuellen Saison empfängt Union die Gäste in der neuen Conference League im Olympiastadion von Hauptstadtrivale Hertha BSC.

Berlin

Zingler wettert gegen Corona-Politik

Außerdem hat Dirk Zingler hat erneut die Corona-Politik der scheidenden Bundesregierung massiv kritisiert. Er äußerte sich in einem Gespräch mit Medienvertretern vor der Mitgliederversammlung des Fußball- Bundesligisten am Abend: „Ich wünsche mir eine klare Führung. Durch Krisen muss geführt werden und dabei gut kommuniziert werden. All das tun wir nicht. Wenn der Bundestag etwas mehrheitlich beschließt, und es wird zum Gesetz. Dann ist es so. Wir sind aber im Vollchaos.“
Zingler hofft mit der neuen Regierung auf einen Neuanfang. „Das wünsche ich mir – ohne zu wissen, dass es besser wird“, ergänzte der als meinungsstark bekannt Union-Boss. Eine besondere Spitze hatte er Richtung Süden parat, als er vom „Clown aus München“ sprach. Auf Nachfrage, ob damit Markus Söder gemeint sei, wollte Zingler allerdings nicht antworten. Vor allem der bayerische Ministerpräsident hatte in dieser Woche bundesweite Geisterspiele für die Bundesliga gefordert.
Dass das Stadtderby der Unioner am 20. November sogar vor ausverkaufter Kulisse im Stadion An der Alten Försterei stattfand, hatte wiederum bei anderen für Verwunderung gesorgt, selbst wenn 2G-Bedingungen herrschten. Zum Tragen einer Maske war nur geraten worden. Die Ultra-Fans der Unioner und Herthaner hatten die Partie boykottiert, weil nur Geimpfte und Genesene ins Stadion durften.

Finanzielles Minus bei Union Berlin

Die Corona-Pandemie führte in der Saison 2020/21 zu einem negativen Geschäftsergebnis in Höhe von 10,375 Millionen Euro. Geplant war ein Plus von 40 000 Euro. Einnahmen in Höhe von 71,255 Millionen Euro standen Ausgaben von 81,630 Millionen Euro gegenüber. Geringere Zuschauereinnahmen wegen der Beschränkungen durch Corona-Maßnahmen und höhere Prämien für die Profis angesichts des sportlichen Erfolges sorgten für das Minus.
Das negative Eigenkapital bei Union erhöhte sich von -17,038 Millionen Euro auf -29,089 Millionen Euro. „Das tatsächliche Vermögen der Union-Gruppe beträgt über 250 Millionen Euro. Alle unsere Verbindlichkeiten sind so geregelt, dass ein verlässlicher Zahlungsverkehr langfristig gesichert ist“, betonte Zingler, der sich auch über mittlerweile 40 531 Mitglieder freute - mehr als Hertha mit 40 000.
Für die laufende Saison 2021/22 plant Union mit Einnahmen in Höhe von 96,453 Millionen Euro. Bei Ausgaben in Höhe von 96,222 Millionen Euro soll ein nahezu ausgeglichener Etat herauskommen.
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