Es besteht kein Zweifel daran – dieses 2022 wird als ein ganz besonderes Jahr in die Geschichte des 1. FC Union Berlin eingehen. Genau wie 2021, 2020 und natürlich das Aufstiegsjahr 2019.
In jedem Fall haben sie in Köpenick auch in diesem Jahr wieder einiges erlebt: die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga, die Fortsetzung der eisernen Reise durch Europa und jetzt am Ende des Jahres einen Trainingsabschnitt, den es so noch nie gegeben hat.

Übergangszeit für Union Berlin

Tja, wie soll man diesen Abschnitt eigentlich nennen? Hinrunden-Nachbereitung? Rückrücken-Vorbereitung? Wahrscheinlich ist es etwas irgendwas dazwischen. Eine Art Übergangszeit eben. Wegen der Winter-WM in Katar endete die Bundesliga diesmal schon Anfang November. Mitte Januar geht es weiter. Bei den Vereinen ist also Kreativität gefragt, um diese lange Zeit möglichst kreativ zu überbrücken. Zumal dazwischen ja auch noch Weihnachten und der Jahreswechsel liegen.
Auf alle Fälle waren die vergangenen zweieinhalb Trainingswochen für die Mannschaft und auch für Trainer Urs Fischer eine ganz neue Erfahrung. Und jetzt steht über Weihnachten noch einmal eine einwöchige Trainingspause in der eigentlichen Winterpause an. „Das ist schon ein bisschen komisch. Wir sind nicht daran gewöhnt. Aber wir müssen halt das Beste daraus machen“, sagt Mittelfeldspieler Julian Ryerson. Die aktuelle Phase sei im Grunde genommen „eine weitere Saisonvorbereitung“, findet Trainer Fischer.
Entsprechend intensiv wurde in Köpenick gearbeitet. Dem Bundesliga-Tabellenfünften kam dabei zugute, dass es mit Ausnahme des dänischen Torhüters Frederik Rönnow keine WM-Fahrer aus den Reihen der Eiserne gab. Der Kader war entsprechend groß. Lediglich eine Reihe von Erkältungen sorgten für sporadische Ausfälle. Das Fazit von Trainer Urs Fischer fällt jedenfalls „sehr erfreulich aus“, denn: „Die Jungs haben toll mitgezogen. Wir haben zweieinhalb sehr intensive Wochen hinter uns.“
Zur guten Stimmung in Köpenick in dieser Übergangszeit trugen natürlich auch die drei Testspielsiege gegen Hansa Rostock (2:0), den FC St. Gallen (4:1) und am Mittwoch gegen den FC St. Pauli (3:2) bei. In der Trainingsgestaltung der zurückliegenden zweieinhalb Wochen habe man auf diese Testspiele keinerlei Rücksicht genommen, versichert Fischer. Dass sich die Mannschaft ungeachtet der aufkommenden Müdigkeit und auch einigen Experimenten in diesen Testspielen zu drei Siegen kämpfte, darf man durchaus als Willensleistung einstufen.

Bundesliga-Start gegen Hoffenheim

Das Gute aus Sicht von Trainer Urs Fischer daran ist außerdem: Union Berlin hat diese drei Testspielen zwar gewonnen, aber nur selten geglänzt. Das war in dieser Übergangszeit kurz vor Weihnachten natürlich auch nicht zu erwarten gewesen. Dennoch geben diese Testspiele dem Coach wichtige Ansatzpunkte für die verbleibenden Trainingswochen bis zum ersten Bundesliga-Spiel des neuen Jahres gegen die TSG Hoffenheim am 21. Januar.
Das Spiel mit dem Ball zum Beispiel bleibt eine der wichtigen Baustellen in Köpenick. Dass man selbst gegen einen Zweitligisten wie den FC St. Pauli am Mittwoch eine Stunde lang „keine Lösung im Aufbauspiel“ parat hatte, wurde von Fischer entsprechend kritisch eingeordnet.
Vor dem Üben der Ballstafetten für eine erfolgreiche Rückrunde geht es für Spieler und Trainer jetzt aber erst einmal heim zu den Familien. Bis zum 29. Dezember ist trainingsfrei bei den Eisernen. Vom 2. bis 11. Januar 2023 fliegt Union Berlin dann ins Trainingslager nach Campoamor in Spanien.

Weihnachtsferien für Union Berlin

Neben Trainingsplänen hat Urs Fischer den Profis noch einen wichtigen Rat mit auf den Heimweg gegeben. „Es ist etwas sehr Schönes, Zeit mit der Familie verbringen zu können“, betont der Schweizer. Auch Paul Jaeckel freut sich auf die einwöchige Trainingspause und das Kraft tanken für die bevorstehenden Aufgaben. Wie groß seine Vorfreude auf das Trainingslager sei, wurde der Innenverteidiger nach dem Testspielsieg gegen den FC St. Pauli gefragt. Jaeckels Antwort: „Erstmal ist die Vorfreude riesig auf die freie Zeit zu Hause.“
Denn auch dieses 2023 verspricht schließlich wieder ein ganz besonderes Jahr für den 1. FC Union zu werden.