• Im Hauptstadtderby der Fußball-Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC setzten sich die Gastgeber verdient mit 3:1 (1:0 durch.
  • Auch in der vergangenen Saison hatte Union Berlin alle drei Derbys gegen Hertha BSC für sich entschieden.
  • Union Berlin testet am Dienstag gegen Zweitligist Hannover 96.

So ist die Lage nach dem Derby Union Berlin gegen Hertha BSC

Neue Saison, altes Bild: Der 1. FC Union Berlin bleibt die Nummer eins in der Hauptstadt. Die Eisernen setzten sich zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison am Samstag gegen den Stadtrivalen Hertha BSC verdient mit 3:1 (1:0) durch und knüpfen damit an ihre drei Derby-Erfolge der vergangenen Spielzeit an. Hertha BSC erlebt dagegen einen Fehlstart. Eine Woche nach dem Pokal-Aus beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig ist das Team des neuen Trainers Sandro Schwarz vor 22 012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei über weite Strecken chancenlos gegen das wuchtige Spiel der Eisernen.
Kapitän Christopher Trimmel von Union Berlin setzt sich in dieser Szene gegen Davie Selke (Hertha BSC) durch.
Kapitän Christopher Trimmel von Union Berlin setzt sich in dieser Szene gegen Davie Selke (Hertha BSC) durch.
© Foto: Andreas Gora/dpa

Union Berlin gegen Hertha BSC – so fielen die Tore

1:0 Jordan Siebatcheu (32.)
Der Sechs-Millionen-Neuzugang trifft in seinem ersten Bundesliga-Spiel per Kopf. Siebatcheu ist nach der Flanke von Becker am ersten Pfosten schneller am Ball als Kempf.
2:0 Sheraldo Becker (50.)
Der Union-Stürmer spielt nach dem Doppelpass mit Haberer im Duell mit Uremovic seine ganze Schnelligkeit aus und ist auf der linken Seite nicht zu stoppen.
3:0 Robin Knoche (55.)
Der Abwehrchef trifft per Kopf. Hertha-Keeper Christensen kommt zu spät unten ins Eck und sieht bei dieser Rettungsaktion nicht gut aus.
3:1 Dodi Lukebakio (85.)
Der Stürmer verschafft sich mit einer kurzen Drehung den nötigen Platz im Strafraum und trifft aus zehn Metern. Sein platzierter Schuss schlägt im langen Eck ein.

Union Berlin gegen Hertha BSC – so gingen beide Teams ins Derby

Bei Union Berlin standen nach dem mühsamen 2:1-Sieg nach Verlängerung im Pokal beim Regionalligisten Chemnitzer FC diesmal mit Diogo Leite, Jordan Siebatcheu und Jannik Haberer drei der insgesamt zehn Neuzugänge in der Startelf. Trainer Urs Fischer konnte beim Saisonstart aus dem Vollen schöpfen. Es fehlte lediglich Timo Baumgartl (Aufbautraining nach Hodenkrebs-Erkrankung).
Auch bei Hertha BSC durften mit Jonjoe Kenny, Filip Uremovic und Ivan Sunjic drei Neuzugänge von Beginn an ran. Ex-Kapitän Dedryck Boyata stand dagegen nicht im Kader. Mit Lucas Tousart musste ein wichtiger Leistungsträger im Mittelfeld wegen seiner Gelb-Rot-Sperre aus der vergangenen Saison aussetzen. Tousart war im Relegations-Rückspiel beim Hamburger SV in der sechsten Minute der Nachspielzeit vom Platz geflogen.

Union Berlin gegen Hertha BSC – so lief das Derby

Das erste Hauptstadtderby in dieser Saison begann so, wie die vergangene Spielzeit für beide Teams endete: Europa-League-Teilnehmer Union Berlin macht von der ersten Minute an viel Druck, Fast-Absteiger Hertha BSC startete mit dem Rücken zur Wand und kam in der Startphase kaum zum Luft holen. Bereits in der 1. Minute stürzten Filip Uremovic und Jonjoe Kenny übereinander und eröffneten den wuchtigen Gastgebern damit die erste Torchance. Erst nach 20 Minuten konnte Hertha die Partie einigermaßen beruhigen.
Torchancen gab es in der 1. Halbzeit jedoch fast nur für die Eisernen. Der Führungstreffer durch Neuzugang Jordan Siebatcheu in der 32. Minute war verdient. Neben Siebatcheu bereitete vor allem der schnelle Sheraldo Becker den Gästen immer wieder große Probleme. Hertha versuchte, in den rassigen Zweikämpfen zumindest dagegenzuhalten. Nach vorn ging in Halbzeit eins aber nicht viel. Ein Freistoß vom neuen Kapitän Marvin Plattenhardt (36.) stellte Union-Keeper Frederik Rönnow vor die größte Herausforderung.
Die Unioner Julian Ryerson (links) und Janik Haberer (rechts) nehmen hier Dodi Lukebakio von Hertha BSC in die Zange.
Die Unioner Julian Ryerson (links) und Janik Haberer (rechts) nehmen hier Dodi Lukebakio von Hertha BSC in die Zange.
© Foto: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto
Union Berlin machte dann mit den Treffern Nummer zwei und drei durch Sheraldo Becker (50.) und Robin Knoche (55.) unmittelbar nach Wiederbeginn schnell alles klar. Hertha BSC wurde durch diesen überfallartigen Start eiskalt erwischt. Trainer Sandro Schwarz versuchte dann, mit drei Auswechslungen nach knapp einer Stunde zu retten, was nicht mehr zu retten war.
Erst als die Partie entschieden war und Union das Tempo rausnahm, kamen die Gäste etwas besser ins Spiel.

Union Berlin gegen Hertha BSC – die Statistik im Derby

Union Berlin – Hertha BSC 3:1 (1:0)
Union Berlin: Rönnow – Jaeckel, Knoche, Leite – Trimmel, Khedira Ryerson (64. Gießelmann) – Haraguchi (77. Pantovic), Haberer (70. Schäfer) – Becker (70. Leweling), Siebatcheu (77. Behrens).
Hertha BSC: Christensen - Kenny, Uremovic, Kempf, Plattenhardt - Sunhic (80. Darida) - Boateng (56. Jovetic), Serdar - Lukebakio, Selke (56. Kanga), Maolida (56. Ejuke).
Tore: 1:0 Siebatcheu (32.), 2:0 Becker (50.), 3:0 Knoche (55.), 3:1 Lukebakio (85.); Schiedsrichter: Fritz (Korb); Zuschauer: 22 012 (ausverkauft); Gelbe Karten: Knoche, Leweling/Uremovic, Lukebakio.

Union Berlin gegen Hertha BSC – die Stimmen zum Spiel

Sandro Schwarz (Trainer Hertha BSC): „Der Sieg von Union Berlin war definitiv verdient. Sie waren in vielen Bereichen besser, griffiger und galliger als wir. Insgesamt war das kein guter Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben die nötige Kompromisslosigkeit im Zweikampf vermissen lassen.“
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): „Wir waren mit dem Pokalauftritt in Chemnitz nicht zufrieden. Umso mehr freue ich mich über die Reaktion, die wir gezeigt haben. Diese Reaktion war wichtig. Die Mannschaft hat gezeigt, wozu sie fähig ist, wenn sie bereit für die Aufgabe ist. Wir waren sehr kompakt. Und wir waren sehr zielstrebig auf dem Weg zum Tor. Ich bin mit diesem Auftritt sehr zufrieden.“
Christopher Trimmel (Union Berlin): „Wir haben verdient gewonnen. Wir haben die Zweikämpfe angenommen und hinten nicht viel zugelassen. Vorn haben wir uns sehr viele Torchancen herausgespielt.“
Dodi Lukebakio (Hertha BSC): „Wir müssen positiv bleiben. Natürlich tut es weh, zu verlieren. Aber die Saison ist noch lang. Wir müssen weiterarbeiten und uns verbessern – offensiv und defensiv. Ich habe die Hoffnung, dass es im nächsten Spiel schon besser aussehen wird.“
Robin Knoche (Union Berlin): „Das war ein in allen Belangen verdienter Erfolg. Wir hätten schon in der 1. Halbzeit das eine oder Tor mehr machen können, wenn wir es zielstrebig zu Ende gespielt hätten. Wir hätten natürlich gern zu null gespielt. Am Ende waren wir leider nicht mehr ganz so konsequent wie zuvor im Spiel.“

So sieht es für Union Berlin und Hertha in der Bundesliga aus

Union Berlin setzt sich mit diesem deutlichen Erfolg im Stadtderby gleich in der Spitzengruppe der Bundesliga fest. Hertha BSC findet sich nach der Auftaktniederlage dagegen schon wieder im Tabellenkeller wieder.

So geht es für Union Berlin und Hertha BSC weiter

Der 1. FC Union Berlin spielt am 2. Spieltag beim FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr). Die Heimpremiere von Hertha BSC in der neuen Saison steigt am Samstag gegen Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr). Das Auftaktprogramm von Hertha ist brutal. Anschließend geht es gegen Mönchengladbach und Dortmund.

Und sonst noch bei Union Berlin und Hertha BSC?

Union Berlin schiebt in die Woche zwischen dem Liga-Auftakt und dem zweiten Spieltag ein Testspiel ein. Die Eisernen empfangen am kommenden Dienstag den Zweitligisten Hannover 96. Anpfiff im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist um 16.15 Uhr, die Tore werden um 15 Uhr geöffnet.
Auf Hertha BSC wartet derweil ein brutales Auftaktprogramm. Nach den Partien gegen Union Berlin und Eintracht Frankfurt geht es anschließend gegen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund.
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