Der 1. FC Union Berlin hat am Ende eines überaus erfolgreichen Fußballjahres einen letzten Sieg gefeiert. Im Testspiel gegen den FC St. Pauli aus der 2. Liga setzte sich der Fußball-Bundesligist am Mittwochnachmittag mit 3:2 (1:1) durch.
Union-Trainer Urs Fischer war trotz des dritten Erfolges im dritten Testspiel aber dennoch nur bedingt zufrieden mit der Leistung der Eisernen. Fischer wechselte viel und probierte erneut ein neues taktisches System. Entsprechend holprig verlief die Partie vor den 969 Zuschauern.
Erst als Union Berlin zum gewohnten System zurückkehrte, fiel doch noch der späte Siegtreffer. Die Tore für die Gastgeber erzielten Jordan Siebatcheu in der 42. Minute, Tim Skarke (67.) und kurz vor Schluss Kevin Behrens (86.).
„Mit der 1. Halbzeit war ich nicht zufrieden“, bilanzierte Fischer. „Da hatten wir keine Lösungen im Aufbauspiel. Es gab einfach keine Ideen. Wir hatten zu wenig Bewegung und wir waren zu unpräzise. Es hat alles zu lange gedauert.“
Für Union Berlin war es der dritte Sieg im dritten Testspiel. Zuvor hatten die Eisernen auch gegen Hansa Rostock (2:0) und den FC St. Gallen (4:1) gewonnen. Geöffnet war diesmal nur die Haupttribüne. Das Stadion An der Alten Försterei wird bereits für das große Weihnachtssingen am Freitagabend vorbereitet. Dann werden 28.500 Fans zum besinnlichen Jahresausklang der Eisernen und dem letzten emotionalen Highlight erwartet. Die Veranstaltung ist seit Wochen ausverkauft.

Union Berlin – der Kader gegen St. Pauli

Bei den Köpenickern sind nach einer Grippewelle im Team inzwischen fast alle Profis wieder an Bord. Es fehlt lediglich noch der langzeitverletzte Andras Schäfer, der eine Reha nach der Fuß-Operation absolviert. Torhüter Frederik Rönnow stößt nach der Weihnachtspause zum Team. Der Stammkeeper der Eisernen gehörte zum dänischen Kader bei der Weltmeisterschaft in Katar.
Deshalb konnte Trainer Urs Fischer gegen St. Pauli aus dem Vollen schöpfen. Er hatte gleich zwei Teams zur Verfügung. Im großen Stil gewechselt wurde nach gut einer Stunde. Die Gäste aus St. Pauli, die nach gutem Saisonstart inzwischen auf Tabellenplatz 15 in der 2. Liga abgerutscht sind, brachten dagegen bereits ab der 46. Minute insgesamt neun neue Spieler – darunter war auch der Ex-Herthaner Sascha Burchert im Tor.

Union Berlin – das Spiel gegen St. Pauli

Die vermeintliche A-Elf der Eisernen tat sich im ungewohnten 4-4-2-System zunächst schwer gegen den Zweitligisten aus Hamburg. St. Pauli lief immer wieder frühzeitig an – das behagte den Gastgebern überhaupt nicht. In der 7. Minute touchierte ein Schuss von David Otto die Latte des Union-Tores.
Nach knapp einer halben Stunde kamen die Köpenicker dann aber besser ins Spiel. Chancen zur Führung hatten Jordan Siebatcheu (25.) und Jamie Leweling (27.). Beide wurden aber in letzter Sekunde geblockt. Die Vorlage kam jeweils von Sven Michel, der seine Mitspieler mit viel Übersicht gut in Szene setzte.
Der Führungstreffer kurz vor der Pause fiel dann nach einer Standardsituation. Jordan Siebatcheu wuchtete den Freistoß per Kopf zum 1:0 (42.) unter die Latte. Aber diese Führung hielt nur drei Minuten. Nach einem Foul von Jamie Leweling an Lukas Daschner gab es Elfmeter für St. Pauli. Marcel Hartel traf vom Punkt zum 1:1-Ausgleich (45.).
In der 57. Minute köpfte St. Pauli-Torjäger Johannes Eggestein die Gäste in Führung. Kurz danach brachte auch Union Berlin insgesamt acht neue Spieler. Lediglich Torhüter Jakob Busk spielte durch. Der Eingewechselte Tim Skarke umkurvte in der 67. Minute Torhüter Sascha Burchert und schob zum 2:2-Ausgleich ein. Als sich alle schon auf ein Remis eingestellt hatten, erzielte mit Kevin Behrens ein weiterer Einwechsler doch noch den Siegtreffer. Behrens war in der 86. Minute erfolgreich.
Die Bilanz von Julian Ryerson, der in der 2. Halbzeit die Kapitänsbinde trug: „Es ist immer schön, wenn man Spiele gewinnt. Dennoch gibt es noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Zum Beispiel das Aufbauspiel – das müssen wir besser machen als heute.“

Union Berlin – so geht es jetzt weiter

Die Profis düsen direkt nach dem Testspiel gegen den FC St. Pauli in den Weihnachts-Urlaub. Trainer Urs Fischer gibt der Mannschaft damit einen Tag eher frei als ursprünglich geplant. Weiter geht es am 29. Dezember. Vom 2. bis 11. Januar fliegt der Union-Tross dann ins Trainingslager nach Campoamor in Spanien.
Dort sind zwei Testspiele gegen den Liga-Konkurrenten FC Augsburg geplant. Ungewöhnlich – beide Partien finden am 7. Januar statt (13 und 15 Uhr).

Union Berlin – und sonst noch?

Marc Lettau (37) verlässt nach vier Jahren den 1. FC Union. Er übernimmt beim Liga-Konkurrenten VfL Bochum den neu geschaffenen Posten des Technischen Direktors. Bei den Eisernen hatte Lettau als Assistent von Oliver Ruhnert gearbeitet und war die rechte Hand des Geschäftsführers Profifußball. „Für mich ist es nach sehr intensiven und erfolgreichen Jahren beim 1. FC Union Berlin eine Rückkehr ins Ruhrgebiet“, wird Lettau in der Vereinsmitteilung zitiert. Erste Erfahrungen hatte er als langjähriger Nachwuchskoordinator des FC Schalke 04 gesammelt.
Union Berlin – FC St. Pauli 3:2 (1:1)
Union Berlin: Busk – Trimmel (46. Ryerson), Knoche (46. Baumgartl), Doekhi (62. Leite), Gießelmann (62. Puchacz) – Leweling (62. Öztunali), Thorsby (62. Jaeckel), Khedira (62. Kemlein), Becker (62. Skarke) – Siebatcheu (62. Behrens), Michel (62. Möhwald).
Tore: 1:0 Siebatcheu (42.), 1:1 Hartel (Foulelfmeter, 45.), 1:2 Eggestein (57.), 2:2 Skarke (67.), 3:2 Behrens; Zuschauer: 969.