Neues Jahr, alte Ziele: Wenn der 1. FC Union Berlin am Samstag im ersten Pflichtspiel des Jahres 2023 auf die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) trifft, dann müssen sich die Fans der Eisernen an keine neuen Ziele gewöhnen.
Es bleibt trotz Tabellenplatz 5 in der Fußball-Bundesliga dabei – Trainer Urs Fischer will mit seinem Team erstmal den Klassenerhalt auch theoretisch klarmachen. „40 Punkte – da will ich hin“, erklärte Fischer am Donnerstag in der Pressekonferenz bei der Journalisten-Frage nach den Saisonzielen und musste herzhaft lachen. „Stellt die Frage nicht mehr, bevor wir nicht 40 Punkte haben. Sonst erzähle ich immer das gleiche, das wird dann langweilig.“
13 Punkte fehlen Union Berlin noch bis zur magischen Grenze für den Klassenerhalt. Dass die Eisernen diese Grenze in den nächsten Wochen passieren – daran zweifelt in Köpenick niemand. Voraussetzung ist allerdings, dass es so weiterläuft wie an den ersten 15 Spieltagen. Und genau darauf legt Trainer Urs Fischer den Fokus vor dem Wiederbeginn gegen die TSG Hoffenheim. Seine Botschaft an Spieler und Fans: „Entscheidend ist, von der 1. Minute an unsere Basics auf den Platz zu bekommen, unser Gesicht zu zeigen. Das ist von großer Bedeutung. Wenn du es schaffst, die Basics abzurufen, dann machst du schon mal viel richtig“, erklärte Fischer.

Alte Försterei ist ausverkauft

Zumal die erste Aufgabe vor 21 700 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei durchaus kompliziert ist. Die TSG Hoffenheim zählt in Sachen Spielstärke zur oberen Tabellenhälfte. In der Realität liegt die TSG aber nur auf Platz 11. Anders ausgedrückt: Die Gäste stehen unter Druck. „Hoffenheim hat eine spielstarke Mannschaft, die immer versucht, spielerische Lösungen zu finden. Und sie schlagen die meisten Flanken der Liga“, lautet die Analyse von Fischer.
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Dazu kommt: Union Berlin hat in der aufgrund der Winter-Weltmeisterschaft in Katar ungewöhnlich langen Winterpause zwar alle sechs Testspiele gewonnen. Wo die Eisernen wirklich stehen – noch dazu ohne den zu Borussia Dortmund abgewanderten Defensivallrounder Julian Ryerson – wird man frühestens nach dem Hoffenheim-Spiel wissen.
Vorsorglich hält sich Trainer Urs Fischer mit öffentlichem Lob für seine Mannschaft deshalb weitgehend zurück. Trotz des 3:1-Sieges im letzten Test gegen MSK Zilina aus der Slowakei gab Fischer noch einmal einen deutlichen Wink in Richtung Defensive. „In der Verteidigung hat es noch nicht so gepasst, wie es sein sollte. Es hat der letzte Wille gefehlt, unser Tor zu schützen. Das haben wir in der Analyse deutlich angesprochen“, erklärte der Union-Trainer. Es sei trügerisch, „nur auf die Ergebnisse zu schauen“, warnte Fischer.
Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass gerade bei der Generalprobe noch nicht in jedem Zweikampf die einhundertprozentige Konsequenz vorhanden ist. Das weiß natürlich auch ein erfahrener Trainer wie Urs Fischer. Doch er weiß eben auch, wie wichtig es ist, gleich mit einem Erfolgserlebnis zu starten. Immerhin können die Eisernen für ihren dreifachen Kampf in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Europa League jede Menge Selbstvertrauen gebrauchen.

Spannende Frage im Sturm

In personeller Hinsicht muss sich Union-Coach vor dem Wiederbeginn keine allzu großen Sorgen machen. Die Grippewelle ist inzwischen weitgehend aus der Union-Kabine verschwunden. Lediglich Stürmer Sven Michel hat es laut Fischer „gröber erwischt“. Niko Gießelmann dürfte unterdessen Julian Ryerson ersetzen. Für den Platz des gesperrten Diogo Leite in der Innenverteidigung bewerben sich Timo Baumgartl und Paul Jaeckel. Neuzugang Jerome Roussillon vom VfL Wolfsburg hat dagegen noch Trainingsrückstand und wird nicht zum 18er-Kader gehören.
Die spannendste Frage im eisernen Personal-Puzzle für das Spiel gegen die TSG Hoffenheim lautet: Bekommt der zuletzt auftrumpfende Kevin Behrens im Sturm den Platz an der Seite von Sheraldo Becker? Oder darf erneut Jordan Siebatcheu ran, dem Fischer ebenfalls eine gute Vorbereitung attestierte? „Für einen Trainer ist es doch schön, wenn er die Qual der Wahl hat“, findet der Schweizer.