Die Reise in Europa ist nach dem 1:1 gegen Slavia Prag vorbei, aber die Vorfreude auf eine Wiederholung bleibt beim 1. FC Union Berlin erhalten. Als Tabellensechster in der Fußball-Bundesliga liegt das Team derzeit erneut auf Europapokalkurs. Deshalb geht der Blick nun zum nächsten Bundesligaspiel am 12. Dezember bei Greuther Fürth. Beim Schlusslicht aus Franken sollte der Tabellenstand gefestigt werden. Nur einer gibt wie gewohnt den Mahner.
Ein Grund für das Ausscheiden im Europapokal war die Vielzahl der individuellen Fehler in verschiedenen Spielen. Auch gegen die ausgebufften Prager wurde so etwas böse bestraft, als Abwehrspieler Timo Baumgartl, gegen RB Leipzig in der Bundesliga noch der gefeierte 2:1-Siegtorschütze, ein unnötiger Ballverlust an der Mittellinie unterlief, aus dem das 0:1 resultierte. „Solche doofen Fehler müssen wir abstellen“, sagt Kapitän Christopher Trimmel. In der Bundesliga ist es noch nicht ganz so schlimm. Als Torwart Andreas Luthe, der gegen Fürth wohl wieder den Vorzug vor dem gegen Prag spielenden Dänen Frederik Rönnow erhält, gegen RB Leipzig patzte, konnte dies auch dank Baumgartl noch kompensiert werden.
Für Trainer Urs Fischer ist das Europacup-Aus Teil eines Lernprozesses, denn sein Team durchlaufen muss, um auch in der Bundesliga weiter erfolgreich zu sein. „Das sind Erfahrungen, die du mitnehmen musst“, lautet sein Fazit. Der Schweizer richtet den Blick nach vorne, zumal die Unioner sich als aktuell Tabellensechste ja wieder für eine Europareise qualifizieren können, bleibt aber vorsichtig. „Die Meisterschaft ist ein Marathon“, fordert Fischer Geduld. „Da sind wir noch nicht einmal auf der Hälfte angelangt.“ Und er bleibt seiner Linie treu. „Ziel bleibt der Klassenerhalt.“
Warnt vor dem Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth: Trainer Urs Fischer vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin
Warnt vor dem Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth: Trainer Urs Fischer vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin
© Foto: Arne Dedert/dpa
Und auch mit Blick auf den kommenden Gegner am Sonntag, das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth, gibt der Schweizer wieder den Mahner. „Es gibt keine einfache Aufgaben in der Bundesliga. Du musst dir jeden Punkt hart erarbeiten. Fürth hat viele gute Spiele gemacht.“ Für einen Spieler der Eisernen ist die Partie sicher ein besonderer Moment. Vom Aufsteiger aus Franken kam vor der Saison Innenverteidiger Paul Jaeckel in die Alte Försterei. Der Eisenhüttenstädter fiebert der Partie bei seinem Ex-Club bereits entgegen.
Auch ein anderer Berliner freut sich auf die Begegnung – allerdings eher aus unerfreulichem Anlass. Sascha Burchert wird wieder im Tor der Fürther stehen. Der 32 Jahre alte Routinier mit mehrjähriger Vergangenheit beim Union-Rivalen Hertha BSC musste seinen Platz im Tor nach den ersten sechs sieglosen Punktspielen räumen. Nun ist er wieder gefragt, weil Stammtorwart Marius Funk sich bei einer Spielform im Training das Knie verdrehte. Für den 25-Jährigen ist die Saison wohl gelaufen. An Hiobsbotschaften sind sie in Franken aber langsam gewöhnt. Die gesamte Spielzeit ist für den mit nur einem Punkt weit abgeschlagenen Aufsteiger eher in Horrortrip.

Fürths Trainer Stefan Leitl will endlich ein Bundesligaspiel gewinnen

Dabei würde Fürths Trainer Stefan Leitl, der mit seinem Team im DFB-Pokal in der 1. Runde an Regionalligist SV Babelsberg scheiterte, nur zu gerne die vorsichtigen Worte von Union-Kollege Fischer bestätigen und sagt: „Es ist an der Zeit, zu beweisen, dass wir ein Spiel in dieser Liga gewinnen können.“ Bisher kommt eher der heimische Boxsack als Frustbewältigung zum Einsatz nach inzwischen 14 sieglosen Partien in der Bundesliga. Alleine in den vergangenen drei Partien musste Torwart Funk den Ball 17 Mal (!) aus dem eigenen Gehäuse bergen. Das jüngste 1:7 in Leverkusen hat Trainer Leitl mit seiner Mannschaft „sehr kritisch und hart“ aufgearbeitet. Und fordert nun: „Wir werden sie gut vorbereiten, aber liefern müssen die Jungs auf dem Platz.“ Die Unioner werden eine Überraschung möglichst fehlerfrei verhindern wollen.
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