Die Köpenicker hoffen auf eine Rückkehr der Zuschauer am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga. Wie der 1. FC Union am Sonntag mitteilte, wurde beim Berliner Senat ein entsprechender Antrag für ein Pilotprojekt gestellt. Sollte der Antrag bewilligt werden, könnten bei notwendiger Einhaltung der Abstandsregeln am Sonnabend maximal 5000 Besucher im Stadion an der Alten Försterei dabei sein.

Zuschauertest für Getestete, Geimpfte und Genesene

„Die Partie am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga möchte der
1. FC Union Berlin nutzen, um die Durchführbarkeit von Veranstaltungen zu testen, die eine Rückkehr für getestete, geimpfte oder von einer Corona-Erkrankung genesene Personen ins Stadion vorsieht“, hieß es in der Mitteilung. Die Eisernen setzen in der Pandemie-Zeit seit langem auf Konzepte für eine Zuschauer-Rückkehr. Ein Ende März ausgearbeiteter Plan mit anderen Berliner Vereinen wie den Berlin Volleys und den Eisbären Berlin hatte ein konkretes Pilotprojekt bereits vorgesehen. Die damals steigenden Inzidenzzahlen verhinderten aber letztlich ein Spiel vor Fans Mitte April gegen den VfB Stuttgart.

Jose Mourinho bald in der Alten Försterei

Mit Unterstützung der Fans wollen die Unioner mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten einen internationalen Startplatz sichern. Ob José Mourinho schon mal von der Alten Försterei gehört hat? Viel fehlt nicht mehr, und der portugiesische Startrainer muss sich mit dem Phänomen Union Berlin als möglichem Gegner bei seinem neuen Club AS Rom beschäftigen. Wahrscheinlich würde Mourinho den rasanten Aufstieg der Eisernen in die erweiterte Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga auch als „Wahnsinn“ beschreiben.

Urs Fischer schaut sich Bundesligatabelle genau an – „Wahnsinn“

Urs Fischer musste sich jedenfalls die Tabelle noch mal genau anschauen. Tatsächlich: Der 1. FC Union Berlin geht auf Platz 7 in den letzten Spieltag und kann aus eigener Kraft einen Platz in der Conference League buchen. „Wahnsinn“ – noch nie seit den Zeiten des Mauerfalls wurde dieses damals geflügelte Wort wohl so oft in Berlin-Köpenick benutzt wie im Endspurt dieser Saison. „Wahnsinn“, sagte der österreichische Kapitän Christopher Trimmel. „Wahnsinn“ sagte auch der Schweizer Trainer Fischer. Der leichte Ärger, dass möglicherweise sogar noch mehr als das 1:1 bei Bayer Leverkusen und damit eine noch bessere Ausgangsposition drin gewesen wäre, war schnell verflogen. Der Blick ging stattdessen nach vorne. RB Leipzig wartet als letzte riesige Hürde für die Qualifikation für Europa.

Trimmel will RB Leipzig im Heimspiel schlagen

„Wir haben ein Heimspiel, wir wissen, da sind wir sehr, sehr stark, und wir hoffen, dass wir es schaffen“, sagte Trimmel. Ein Sieg reicht mit derzeit 47 Punkten definitiv, bei Remis oder Niederlage müsste gerechnet werden, ob einer der drei Kontrahenten aus Mönchengladbach (46 Punkte), Stuttgart oder Freiburg (je 45) noch vorbeizieht.

Max Kruse könnte auf Ex-Club Fenerbahce Istanbul treffen

„Wenn du am 33. Spieltag da stehst, hat es seinen Grund, dann beschäftigst du dich damit“, sagte Torwart Andreas Luthe zu der Europa-Chance. Sicher wird sich manch Union-Profi spätestens jetzt schlau machen, was es mit dem möglichen Wettbewerb auf sich hat. Auch Max Kruse wird sein kritisches Statement über die Conference League überdenken. Mögliche Kontrahenten wären neben der Roma auch andere kontinentale Top-Teams wie Tottenham Hotspur oder der FC Arsenal aus England, Europa-League-Finalist FC Villarreal aus Spanien, Fenerbahce Istanbul – oder Fischers Ex-Verein FC Basel.