Der 1. FC Union Berlin hat im Kampf um die internationalen Plätze einen erwartbaren Rückschlag erlitten. Die Köpenicker kassierten bei Borussia Dortmund eine 0:2-Niederlage. Hier die Partie im Check.

Die Lage

Beide Mannschaften wollen sich für das internationale Geschäft qualifizieren. Dortmund hat die Champions League wieder im Blick. Union könnte sich in die Europa League oder die neue Europa Conference League spielen. Obwohl der BVB zu Hause bisweilen Probleme hat (zwei Remis, vier Niederlagen), geht er als Favorit in die Partie.

Die Vorgeschichte

Kurz und bündig. In Dortmund verloren die Eisernen bisher alle Pflichtspiele. Zweimal schieden die Berliner jeweils ehrenvoll in der 2. DFB-Pokal-Runde aus - 2016/17 (1:1, 0:3 i.E.) und 2018/19 (2:2, 2:3 n.V.). In der Vorsaison kassierte Union beim 0:5 allerdings die bis heute höchste Niederlage in der 1. Bundesliga. Oder in den Worten von Trainer Urs Fischer: „Für uns bedeutet das, dass wir wirklich einen perfekten Tag brauchen, um etwas mitzunehmen.“

Die Tore

1:0 (28.) Marco Reus, wird beim Abwehrversuch von Robin Knoche angeschossen und der Ball prallt vom Fuß des Dortmunders ins Tor.
2:0 (88.) Raffael Guerreiro, schließt nach einem Fehlpass von Robert Andrich den folgenden Konter mit strammen Schuss ab.

Die Startelf und Taktik

Unions Trainer Urs Fischer veränderte seine Startelf gegenüber dem 2:1 gegen den VfB Stuttgart auf zwei Positionen. Marcus Ingvartsen und Keita Endo nahmen die Plätze von Nico Schlotterbeck und Christian Gentner ein. Zudem stellte er die Defensive auf eine Viererkette um, so dass die Berliner in einem 4-2-3-1-System mit Petar Musa als einziger Spitze agierten.
Jadon Sancho ist zurück im Kader von Borussia Dortmund. Nach siebenwöchiger Zwangspause gehört der 21 Jahre alte englische Fußball-Nationalspieler zum Aufgebot des Bundesligisten. Trainer Edin Terzic. Nahm nach dem 4:1 gegen Bremen drei Änderungen in seinem 4-1-2-1-2-System vor. Lukasz Piszczek, Emre Can und Thorgan Hazard begannen für Mateu Morey, Mahmoud Dahoud und Julian Brandt.

So lief die Partie

Union begann mutig. Ingvartsen traf nach zwölf Sekunden nur die Latte, Keita Endo und Petar Musa eröffnen sich Möglichkeiten, die nicht zum Erfolg führten. Dann hatten sich die Dortmunder geschüttelt und den Auftaktwirbel der Gäste gestoppt. Die Westfalen entwickelten ihrerseits viel Angriffsschwung, benötigen aber einen umstrittenen Elfmeter, um in Führung zu gehen. Nationalspieler Marco Reus suchte verzweifelt den Kontakt, stürzte, von Torwart Andreas Luthe maximal minimal berührt, zu Boden. Schiedsrichter Schlager pfiff trotzdem. „Im Video-Keller hätte man den Elfer zurücknehmen können, denn Reus sucht nur den Kontakt“, befand auch Unions-Manager Oliver Ruhnert. Zwar parierte Luthe den Strafstoß von Erling Haaland und dessen Nachschuss, doch dann war der Ball doch im Tor. Unverdient war die Führung aufgrund der Mehrzahl der Torschüsse indes nicht.
Auch nach dem Wechsel hielt sich der Angriffsschwung der Unioner in Grenzen. Dabei hatte Ruhnert zur Pause noch gesagt, „dass wir etwas mutiger spielen können“. Das taten die Platzherren, aber Reyna, Sancho und Guerreiro und später auch Haaland verfehlten das Tor. Vom Glück verfolgt waren die Berliner indes nicht, denn Kruses Freistoß landete von BVB-Torwart Marvin Hitz noch berührt, an der Latte - der zweite Aluminium-Treffer. Gleichwohl blieb der Sieg des BVB verdient, denn vor allem Sancho wirbelte die Union-Defensive gehörig durcheinander. Der entscheidende Treffer gelang dann aber Guerreiro (88.) mit dem 18. Torschuss der Dortmunder.

Die Stimmen

„Wir haben ordentlich gespielt, aber Dortmund hat uns eiskalt bestraft. Der Elfmeter war zu wenig aus meiner Sicht. Marco Reus hebt schon extrem früh. Das war kein klarer Elfmeter.“ (Unions Torwart Andreas Luthe)
„Die erste Hälfte war sehr gut, da hätten wir ein Tor machen können. Der Elfmeter war zuerst eine Schwalbe, bevor der Kontakt da war. Wir bleiben hartnäckig, denn es ist für internationale Ambitionen noch nicht viel passiert.“ (Unions Kapitän Christopher Trimmel)

Die Statistik

Borussia Dortmund - Union Berlin 2:0 (1:0)
Dortmund: Hitz - Piszczek, Akanji, Hummels, Guerreiro - E. Can (59. Dahoud) - Reyna (76. Brandt), Bellingham - T. Hazard (59. Sancho), Reus – Haaland
Union Berlin: Luthe - Trimmel, M. Friedrich, Knoche (73. N. Schlotterbeck) , C. Lenz - Prömel (80. Gentner), Andrich - Ingvartsen, M. Kruse (73. Teuchert), Endo (57. Bülter) - Musa (73. Pohjanpalo)
Tore.: 1:0 Reus (27.), 2:0 Guerreiro (88.). – Schiedsrichter: Schlager (Rastatt) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Für die Unioner steht am Sonnabend um 15.30 Uhr die Heimaufgabe gegen Werder Bremen auf dem Programm, während die Dortmunder zur selben Zeit beim VfL Wolfsburg antreten.