Das war ein ganz besonderes Fußballjahr für den 1. FC Union Berlin und seine Fans. Die Eisernen schafften dank des späten Treffers von Max Kruse im letzten Bundesliga-Spiel der Saison 2020/21 den Sprung auf die internationale Bühne und erlebten ihre Premiere in der Conference League.
Wir blicken noch einmal zurück auf die emotionalsten Momente der Eisernen im zurückliegenden Jahr. Und wir werfen schon einen Blick voraus auf 2022. Denn es hält bereits im Januar einen Leckerbissen für die Fans der Eisernen bereit.
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Der emotionale Höhepunkt – Tor von Kruse

Es war beinahe wie beim WM-Finale 1954 – nur, dass nicht Helmut Rahn im Spiel gegen Ungarn der Schütze des entscheidenden Tores war, sondern Max Kruse im Spiel gegen RB Leipzig. 90 Minuten kämpften die Eisernen am letzten Spieltag der Saison 2020/21 erbittert um den Sieg. Lange war es nur Torhüter Andrea Luthe zu verdanken, dass der Traum von Platz sieben und damit der Einzug in die Europa Conference League nicht platzte. Doch dann kam Max Kruse. In der 91. Minute köpft er den Ball ins RB-Tor und Union in den ersten internationalen Wettbewerb seit 20 Jahren.

Der emotionale Tiefpunkt – Spiel in Rotterdam

Es sollte ein Fest werden – und wurde für viele Fans ein Albtraum. Dass Union in der Conference League auswärts gegen Feyenoord Rotterdam mit 1:3 verlor, war am 21. Oktober 2021 nur zweitrangig. Im Mittelpunkt standen die Begleitumstände rund um das Spiel. Schon am Vorabend wurde eine Delegation um Präsident Dirk Zingler in Rotterdam von Hooligans des niederländischen Erstligisten angegriffen. Am Spieltag selbst verpassten etliche Eiserne das Spiel, weil sie von der Polizei eingekesselt oder ihnen der Zutritt ins legendäre De Kuip-Station verweigert wurde. Für Fußball-Romantiker, wie Union-Fans es sind, war das ein Abend zum Vergessen.
Viele Fans von Union Berlin durften beim Spiel in Rotterdam erst gar nicht ins Stadion.
Viele Fans von Union Berlin durften beim Spiel in Rotterdam erst gar nicht ins Stadion.
© Foto: Robin Utrecht/dpa

Der schmerzhafteste Wechsel – Heimspiele im Olympiastadion

Das hätte sich kein Fan der Eisernen träumen lassen: Union Berlin trägt seine Heimspiele im Olympiastadion aus, also der Heimstädte von Stadtrivale Hertha BSC. Von Köpenick einmal quer durch die Stadt nach Charlottenburg – es war ein schmerzhafter, aber doch notwendiger Wechsel. Weil das Stadion An der Alten Försterei nicht den Anforderungen des europäischen Verbandes für die Conference League erfüllte, musste Union Berlin ausweichen. Die große Schüssel leuchte insgesamt vier Mal in Rot und Weiß anstatt Blau-Weiß. Die anfänglichen Schmerzen der Fans wichen aber schnell dem gewohnten Enthusiasmus – auch im fremden Heimspiel-Stadion.
Das Berliner Olympiastadion leuchte insgesamt vier Mal in Rot und Weiß anstatt Blau-Weiß.
Das Berliner Olympiastadion leuchte insgesamt vier Mal in Rot und Weiß anstatt Blau-Weiß.
© Foto: Andreas Gora/dpa

Der Publikumsliebling – Andreas Luthe

Underdogs mögen sie beim 1. FC Union Berlin. Als solcher fing Torwart Andreas Luthe an, als er vor der Saison 2020/21 im Tausch mit Vorgänger Rafal Gikiewicz vom FC Augsburg kam. Inzwischen lassen die Fans bei fast jeder Parade seinen Namen in der Alten Försterei erschallen. Dass Luthe der Publikumsliebling ist, liegt neben seiner sportlichen Leistung auch an seinem verbindlichen Auftreten. Luthe zeigt Emotionen, wirkt absolut nahbar und ist oft in Geberlaune. „Wenn ich mich über Erfolge freue, dann sind Trikot und Handschuhe schon mal weg“, erzählt der 34-Jährige schmunzelnd. Und weil 2021 für die Unioner so erfolgreich verlief, war „mein Verbrauch inflationär“.
Trotz Konkurrenz gesetzt: Torwart Andreas Luthe ist beim 1. FC Union Berlin die Nummer 1.
Trotz Konkurrenz gesetzt: Torwart Andreas Luthe ist beim 1. FC Union Berlin die Nummer 1.
© Foto: Andreas Gora/dpa

Der Spieler des Jahres – Robin Knoche:

Robin Knoche (29) hat sich zum Abwehrchef in der von Trainer Urs Fischer bevorzugten Dreierkette gemausert. Dabei wirkt der Kicker mit der Nummer 31 immer etwas ungelenk und eher antrittsschwach. Damit ist der kopfballstarke Verteidiger ein typischer Einkauf von Manager Oliver Ruhnert. Im ersten Moment fragt man sich, was soll dieser bringen und ein paar Monate später, weiß man es – sehr viel. Es ist nämlich so: An Knoche kommt selten ein Gegenspieler vorbei. Kein Wunder also, dass er auch in der aktuellen Spielzeit alle 27 möglichen Pflichtspiele in der Bundesliga, Conference League und DFB-Pokal über die volle Distanz absolvierte.
An Robin Knoche kommt selten ein Gegenspieler vorbei. Auch Frankfurts Rafael Santos Borre (rechts) macht die Erfahrung.
An Robin Knoche kommt selten ein Gegenspieler vorbei. Auch Frankfurts Rafael Santos Borre (rechts) macht die Erfahrung.
© Foto: Arne Dedert/dpa

Der Blick ins neue Jahr – das Pokalderby

Union Berlin startet pünktlich am Neujahrstag in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Immerhin geht es eine Woche später am 8. Januar schon in der Bundesliga wieder los. Die Eisernen spielen dann bei Bayer Leverkusen. Gefühlter Höhepunkt für viele Fans dürfte im Jahr 2022 das Pokalderby bei Hertha BSC sein. Im Achtelfinale treffen die beiden Hauptstadt-Clubs am 19. Januar im Olympiastadion aufeinander. In der Bundesliga kam Union Berlin in dieser Saison zu einem souveränen 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC.
Union Berlins Torhüter Andreas Luthe (links) jubelt mit Marvin Friedrich nach dem 2:0-Sieg im November gegen Hertha BSC im ersten Berlin-Derby der Saison.
Union Berlins Torhüter Andreas Luthe (links) jubelt mit Marvin Friedrich nach dem 2:0-Sieg im November gegen Hertha BSC im ersten Berlin-Derby der Saison.
© Foto: Andreas Gora/dpa