Nach der turbulenten vergangenen Saison muss es für Hertha BSC nach oben gehen. Vor allem braucht das Team um Trainer Bruno Labbadia Stabilität. Mehrere erfahrene Spieler wie Per Skjelbred, Salomon Kalou und Vedad Ibisevic haben den Verein verlassen, vier neue kamen hinzu: Die blau-weißen stehen vor einer kompletten Neuordnung. Torlose Testspiele und zuletzt das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Braunschweig haben genau das gezeigt. Stürmer Dodi Lukebakio benannte jüngst das Problem wie folgt: Fehlende Kommunikation, fehlende Führungspersonen auf dem Platz. „Das ist es, was wir vermissen. Und wenn wir das in den Griff bekommen, dann werden Sie eine andere Mannschaft auf dem Platz sehen, denn Kommunikation ist alles.“

Zeit um auszuprobieren

Um die Probleme, vor allem im Sturm, zu beheben, braucht Hertha Zeit. Noch diese Woche haben sie richtig viel Geld in die Hand genommen: rund 15 Millionen Euro soll der Verein für Stürmer Jhon Cordoba ausgegeben haben. Doch ob er beim Spiel gegen Werder Bremen am Sonnabend zum Einsatz kommt, ist offen: „Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, er kennt gewisse Abläufe nicht. Wir werden heute das erste Mal im Training komplett sein. Deshalb möchte ich noch keine Prognose abgeben“, sagte Labbadia am Donnerstag.

Doppelspitze bleibt offen

Auch ist noch völlig unklar, ob Cordoba und Krzysztof Piatek gut zusammen funktionieren werden. Eine Doppelspitze schließen sowohl er als auch Labbadia zwar noch nicht aus, aber es gibt auch zweifelnde Stimmen, die Piatek nicht in einer solchen Position sehen. Auch das wird Zeit kosten – viel mehr Zeit, als bis zum Start der Saison noch bleibt. Wie genau der der neue Hertha-Kader gemeinsam am Besten funktioniert, wird sich nur mit etwas Geduld zeigen. Es könnte also für die Alte Dame noch ein Weilchen ruckeln, bis sie wieder richtig in Form ist.