• Der 1. FC Union Berlin gewinnt im DFB Pokal gegen Hertha BSC mit 3:2 (1:0).
  • Damit ziehen die Eisernen in das Viertelfinale ein und kassieren dafür rund eine Million Euro
  • Für Union ist es im DFB-Pokal das erste Stadtderby, für Hertha BSC bereits das vierte.
  • Beide Mannschaften kommen in den Genuss eines neu verlegten Rasens im Berliner Olympiastadion.

So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Spiel gegen Hertha BSC

Der 1. FC Union Berlin zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Damit dürfen die Köpenicker von einer Rückkehr ins Olympiastadion im Mai träumen, wenn das Pokalfinale dort ausgetragen wird. Immerhin sind viele Favoriten wie Bayern München, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach ausgeschieden. Die Hertha kann sich dagegen auf den Abstiegskampf in der Bundesliga konzentrieren.

Hertha BSC gegen Union Berlin – so fielen die Tore

0:1 Andreas Voglsammer (11.)
Der Köpencker nimmt eine Flanke von Max Kruse von der linken Seite artistisch mit einem Seitfallzieher direkt und hebt den Ball über Alexander Schwolow ins Netz.
0:2 Niklas Stark (50., Eigentor)
Der Herthaner bugsierte den Ball nach einer scharfen Eingabe von Levan Öztunali vor dem einschussbereiten Voglsammer über die Linie des eigenen Tores.
1:2 Suat Serdar (52.)
Der Herthaner wird von Belfodil freigespielt und spitzelt den Ball mit Unterstützung von Unions Rani Khedira von der Grundlinie ins Tor.
1:3 Robin Knoche (54.).
Der Verteidiger von Union läuft bei einem Freistoß von Bastian Oczipka durch und schießt den Ball mit Hilfe des rechten Innenpfostens direkt ins Netz.
2:3 Suat Serdar (90.+4)
Der Herthaner wird von Behrens nach einer Ecke angeschossen. Von seiner Brust springt der Ball ins Tor.

So ging Union Berlin ins Spiel gegen Hertha BSC

Unions Trainer Urs Fischer überraschte ein bisschen bei der Startaufstellung. Der Schweizer ließ Kapitän Christopher Trimmel auf der Bank. Für den österreichischen Nationalspieler verteidigte Julian Ryerson auf der rechten Seite. Im Angriff setzte Fischer erneut auf Andreas Voglsammer, der schon gegen die TSG Hoffenheim traf, neben Max Kruse anstatt auf Flügelflitzer Sheraldo Becker.
Bei Hertha BSC änderte Trainer Tayfun Korkut gegenüber dem Spiel beim VfL Wolfsburg seine Elf auf drei Positionen. Für Jordan Torunarigha (Sprunggelenksverletzung im Training), Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida, die beide auf der Bank saßen, spielten Dedryck Boyata (Startelf-Comeback nach Corona-Infektion), der Belgier sollte die Abwehr weiter stabilisieren sowie Lucas Tousart und der in der Bundesliga zuletzt gesperrte Suat Serdar. Hertha musste auf Topscorer Stevan Jovetic verzichten, der weiter an Wadenproblemen laboriert.
Niklas Stark (links) von Hertha BSC und Max Kruse vom 1. FC  Union Berlin
Niklas Stark (links) von Hertha BSC und Max Kruse vom 1. FC  Union Berlin
© Foto: Sören Stache/dpa

So lief das Spiel Hertha BSC gegen Union Berlin

Die Partie begann mit einer in der Defensive völlig vogelwilden Hertha. Die Charlottenburger hatten sich noch nicht sortiert, da musste Torwart Schwolow nach elf Sekunden gegen Max Kruse und nach 52 Sekunden gegen Voglsammer eingreifen. Dass die Köpenicker in Führung gingen, verwunderte kaum, der Treffer von Voglsammer gehörte in die Kategorie herausragend. Die rund 200 Union-Fans unter den 3000 Menschen in der großen Schüssel stimmten daraufhin freudig den Pokalsong „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ an.
Doch die Hertha begann sich zu wehren, wäre aber nach einer halben Stunde fast kalt erwischt worden. Bei einem Konter schoss Voglsammer im Hertha-Strafraum Niklas Stark den Ball auf die Hand. Schiedsrichter Aytekin pfiff Elfmeter, den der Videoassistent aber wegen einer Abseitsstellung des Union-Torschützen kassierte. Glück für die Platzherren, die durch Serdar und Richter wie auch Prömel auf der anderen Seite Chancen hatten und dann in der Nachspielzeit selbst vergeblich jubelten. Serdar brachte den Ball zwar an Torwart Luthe vorbei, stand dabei aber hauchzart im Abseits.
Die zweite Hälfte begann dann noch wilder. Darida hatte die erste Großchance für die Hertha, traf den Ball aus Nahdistanz aber nicht richtig. Dann hatten die Charlottenburger Pech als Öztunali einen Vollsprint ansetzte und die Schnelligkeitsvorteile der Eisernen unterstrich. Seine Flanke lenkte Stark ins eigene Tor. Die Hertha reagierte mit Serdars schöner Einzelleistung. Doch die Hoffnung auf eine Wende hielt nur 87 Sekunden bis Knoche den alten Vorsprung für die Gäste wieder herstellte. Union wusste einfach immer eine Antwort und zog, trotz aller Bemühungen der Hertha, die mehrfach an Luthe scheiterte, deshalb verdient ins Viertelfinale ein. Serdars zweiter Treffer war nur noch Ergebniskosmetik und die Unioner feierten mit ihren Fans in der Gästekurve.

Hertha BSC gegen Union Berlin – die Statistik

Hertha BSC - Union Berlin 2:3 (0:1)
Hertha BSC: Schwolow - Klünter, (46. Pekarik), Boyata, N. Stark (58. Gechter), Mittelstädt - Ascacibar, Tousart - Darida (87. Selke), Serdar - Marco Richter (46. Maolida), Belfodil.
Union Berlin: Luthe - Baumgartl, Knoche, Heintz - Ryerson (71. Trimmel), Khedira, Oczipka - Öztunali (64. Haraguchi), Prömel - Kruse (71. Becker), Voglsammer (64. Behrens).
Tore: 0:1 Vogelsammer (11.), 0:2 Stark (50., Eigentor), 1:2 Serdar (52.), 1:3 Knoche (54.), 2:3 Serdar (90.+3) ; Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach); Zuschauer: 3000 (ausverkauft); Gelbe Karten: Serdar - Öztunali.

So sind die Stimmen zum Spiel Hertha BSC gegen Union Berlin

Max Kruse (1. FC Union Berlin): „Auch wenn das Stadion nicht voll ist. Derby ist immer etwas Geiles. Wir haben dem Spiel unseren Stempel aufgedrückt. Viele Favoriten sind schon raus und wir wollen unsere Chance beim Schopf packen und so weit wie möglich kommen. Wie sind nur zwei Siege davon entfernt, hier wieder spielen zu dürfen. Mal gucken was für Paarungen kommen.“
Grischa Prömel (1. FC Union Berlin): „Wir sind eine Runde weiter. Das ist die Hauptsache. Nach dem 2:0 haben wir leider zu schnell das Gegentor bekommen, aber weiter nach vorne gespielt und verdient gewonnen. Vogl war heute überragend, aber so wie er trainiert, war das zu erwarten.“
Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC): „ Vor dem Spiel haben wir Zuversicht gehabt. Es sind Momente, die über das Spiel entscheiden, aber in diesen Momenten sind wir nicht da gewesen. Ich bin enttäuscht und es gibt einiges zu besprechen, um gegen den FC Bayern anders auf dem Feld zu stehen.
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Wir haben Willen und Leidenschaft gezeigt, wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Das hat die Mannschaft toll gemacht. In gewissen Situationen waren wir aber zu hektisch. da braucht es noch mehr Ruhe.“

So geht es für Union Berlin und Hertha BSC weiter

Für Union Berlin geht es am Sonnabend (15.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel weiter. Es wird das pikante Wiedersehen mit Abwehrchef Marvin Friedrich, der gerade zu Gegner Borussia Mönchengladbach gewechselt ist.
Auf Hertha BSC wartet dagegen die maximal schwerste Aufgabe in der Bundesliga. Das Team empfängt im Olympiastadion keine Geringeren als den Tabellenführer FC Bayern München.

Und sonst noch bei Union Berlin und Hertha BSC

Ein Wiedersehen gibt es für Hertha-Torwart Alexander Schwolow und Union-Verteidiger Dominique Heintz. Beide spielten zwei Jahre gemeinsam beim SC Freiburg. Während Schwolow im Sommer 2020 zu den Blau-Weißen wechselte, stieß Heintz im aktuellen Transferfenster zu den Roten in Köpenick.
Auf der Suche nach einer Verstärkung für das zentrale Mittelfeld soll sich der 1. FC Union in der Slowakei umschauen. Die Eisernen beschäftigen sich offenbar mit einer Verpflichtung des ungarischen Nationalspielers Andras Schäfer, der bei Dunajska Streda unter Vertrag steht. Schäfer konnte sich beim CFC Genua (Januar bis August 2019) und bei Chievo Verona (August 2019 bis Januar 2020) nicht durchsetzen.

Windhorst bestreitet Vorwürfe

Hertha-Investor Lars Windhorst hat derweil einen Bericht zurückgewiesen, wonach er in eine Finanzaffäre verwickelt gewesen sein soll. "Business Insider" hatte zuvor unter Berufung auf interne Bank-Berichte, Kontodaten und E-Mails berichtet, dass von 2013 bis 2016 hohe Millionenbeträge aus strafbaren Handlungen in die Unternehmensgruppe von Windhorst geflossen sein sollen. "Der Artikel ist kompletter Unsinn und nicht seriös konstruiert", sagte Windhorst am Mittwoch dem "Tagesspiegel". Der Investor widersprach auch dem Verdacht, dass Anteile am Bundesligisten Hertha BSC womöglich mit schmutzigem Geld gekauft worden sein könnten. "Einen Bezug zum Investment bei Hertha kann es schon zeitlich nicht geben", sagte Windhorst dagegen dem "Tagesspiegel". "Meine damals korrekte geschäftliche Beziehung zur Falcon Bank war 2019, als ich bei Hertha investierte, lange beendet.
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