• Der 1. FC Union Berlin verliert das Halbfinale im DFB-Pokal bei RB Leipzig 1:2 (1:0).
  • Rund 8000 Fans von Union Berlin haben die Eisernen in Leipzig unterstützt. Die Red-Bull-Arena war zum ersten Mal seit dem Umbau ausverkauft.
  • Für Union Berlin geht es am Samstag in der Fußball-Bundesliga weiter – erneut bei RB Leipzig.

So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Halbfinale bei RB Leipzig

Der 1. FC Union fährt zwar zurück nach Berlin – steht aber nicht im Endspiel um den DFB-Pokal am 21. Mai im Olympiastadion. Eine Stunde lang durften die Eisernen aus Köpenick am Mittwochabend im Halbfinale bei RB Leipzig den rot-weißen Endspiel-Traum träumen. In letzter Minute gab es trotz eigener Führung aber eine 1:2 (1:0)-Niederlage für Union Berlin. Die Entscheidung ist bitter – sie fällt in der Nachspielzeit.
„Volle Pulle“, wie es auf den Kapuzenpullovern der rund 8000 mitgereisten Union-Fans stand, ging es auch auf dem Rasen der mit 47 069 Zuschauern ausverkauften Red-Bull-Arena zu. Die mitgereisten Anhänger jubelten über den Führungstreffer von Sheraldo Becker in der 25. Minute, sie zitterten und sie trauerten am Ende dem verpassten Final-Einzug nach. Union Berlin stand im Jahr 2001 zum letzten Mal im Endspiel um den DFB-Pokal.
Für RB Leipzig – das letztlich seine Spielstärke doch noch in einen späten Sieg ummünzen konnte – ist es die dritte Final-Teilnahme in den zurückliegenden vier Jahren. Im ersten Halbfinale hatte der SC Freiburg am Dienstagabend den Zweitligisten Hamburger SV auswärts mit 3:1 bezwungen.

RB Leipzig gegen Union Berlin – so fielen die Tore

0:1 Sharaldo Becker (25.)
Ein typisches Union-Tor! Trimmel fährt den Konter über die rechte Seite, seinen flachen, scharfen Pass ins Zentrum nutzt Becker zur Führung. Die Direktabnahme von Becker geht gegen die Laufrichtung von Gulacsi. Für RB ist es das erste Gegentor im laufenden Pokalwettbewerb.
1:1 André Silva (61./Foulelfmeter)
Nach dem Foul von Jaeckel an Nkunku, der dem Leipziger von hinten in die Beine tritt, verwandelt Silva gegen Union-Torhüter Rönnow sicher vom Punkt.
2:1 Emil Forsberg (90.+2)
Der eingewechselte Forsberg trifft in der Nachspielzeit nach Flanke von Henrichs per Kopf wuchtig unter die Latte.

RB Leipzig gegen Union Berlin – so gingen die Eisernen ins Spiel

Trainer Urs Fischer von Union Berlin konnte in Sachen Personal aus dem Vollen schöpfen. Einzig Torwart Andreas Luthe ist weiterhin angeschlagen. Für ihn stand erneut Frederik Rönnow im Kasten. Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am Ostersonntag nahm Fischer zwei Änderungen vor. Bastian Oczipka und Christopher Trimmel ersetzen Niko Gießelmann und Julian Ryerson.

RB Leipzig gegen Union Berlin – so lief das Spiel

Union Berlin spielte im bisher größten Spiel dieser Saison so, wie Union Berlin immer spielt. Die Eisernen machten gegen die Kombinationsmaschine namens RB Leipzig vor allem im Zentrum die Räume eng. Und das klappte in der Startphase sehr passabel. Die erste Chance für die Gäste hatte Grischa Prömel. Er traf in der 13. Minute aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Vor allem aber setzten die Köpenicker auf schnelle Konter. Einen dieser Konter aus dem Bilderbuch nutzte Sheraldo Becker in der 25. Minute zur Führung.
Danach übernahm RB Leipzig mehr und mehr die Spielkontrolle. In 37. Minute hatte Union dann Glück, als André Silva aus zehn Metern knapp verzog.
Nach der Pause erhöhte dann RB Leipzig seine Angriffsbemühungen – und zwar deutlich. Für Union Berlin wurde dieses Halbfinale nun zur Abwehrschlacht. Aber auch die Eisernen bliebe mit ihren Kontern gefährlich. In der 57. Minute spielten sich Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker durch – am langen Pfosten rutschte Awoniyi knapp am zweiten Tor vorbei.
Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit holte dann Timo Baumgartl den Ball von der Linie. Kurz danach besiegelte Emil Forsberg mit seinem Kopfball in der Nachspielzeit dann aber doch das Pokal-Aus von Union Berlin.


RB Leipzig gegen Union Berlin – die Stimmen zum Spiel

Urs Fischer (Trainer Union Berlin): „Wir haben die letzte Aktion nicht gut verteidigt. Es ist bitter, wenn du so ausscheidest. Die Mannschaft hat das trotzdem über 90 Minuten gut gemacht.  Wir haben Leipzig nicht so viele Möglichkeiten gestattet.“
Domenico Tedesco (Trainer RB Leipzig): „Es war ein sehr umkämpftes Spiel. Wir waren in der 1. Halbzeit sehr nervös. Wir hatten unnötige Ballverluste, die den Gegner stark gemacht haben. In der 2. Halbzeit haben wir dann etwas einfacher gespielt und sind vorn draufgegangen. Wir haben letztlich von unserem großen Kader profitiert.“
Emil Forsberg (RB Leipzig): „Der Treffer in der Nachspielzeit – das ist ein unglaubliches Gefühl. So ein Gefühl bekommst du nicht im richtigen Leben, sondern nur im Fußball.“
Rani Khedira (Union Berlin): „Bei uns herrscht pure Enttäuschung. Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft. Wir hätten auch das zweite Tor erzielen können. Es ist schade für unsere Fans. Wir hätten ihnen gern das Endspiel geschenkt.“
Christopher Trimmel (Union Berlin): „Wir hatten Riesenmöglichkeiten, haben es aber leider verpasst, das zweite Tor zu machen. Wenn du in allerletzter Minute das entscheidende Tor kriegst, ist das eine große Enttäuschung.“

RB Leipzig gegen Union Berlin – die Statistik

RB Leipzig – Union Berlin 2:1 (0:1)
RB Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban, Gvardiol (90. Halstenberg) - Henrichs, Laimer, Angelino - Olmo, Szoboszlai (61. Forsberg) - Nkunku, Silva (90. Poulsen).
Union Berlin: Rönnow - Jaeckel, Knoche, Baumgartl - Trimmel, Khedira, Oczipka - Haraguchi (65. Schäfer), Prömel - Awoniyi (76. Michel), Becker (76. Voglsammer).
Tore: 0:1 Becker (25.), 1:1 Silva (61./Foulelfmeter), 2:1 Forsberg (90.+2); Schiedsrichter: Dr. Brych (München); Zuschauer: 47 069 (ausverkauft); Gelbe Karten: Laimer/Knoche, Khedira, Michel.

RB Leipzig gegen Union Berlin – so war die Stimmung

Die Red-Bull-Arena war zum ersten Mal seit dem Umbau mit 47 069 Zuschauern ausverkauft. Rund 8000 Fans von Union Berlin begleiteten die Mannschaft zu diesem Halbfinale. Dabei standen den Eisernen offiziell lediglich 6700 Gäste-Tickets zur Verfügung. Aber – zahlreiche Anhänger hatten sich im freien Verkauf ihre Karte gesichert. Das Motto lautete: „Volle Pulle Union“. Zu jedem Ticket für den Gästebereich erhielten die Unioner gratis einen roten Kapuzenpullover mit diese Aufschrift. „Volle Pulle Union“ ist eine Anspielung auf das RB-Konstrukt mit Getränke-Milliardär Dietrich Mateschitz als Geldgeber. Und auch der obligatorische Stimmungsboykott in den ersten 15 Minuten durfte wie immer in den Partien gegen RB Leipzig nicht fehlen. Danach herrschte jedoch beste Stimmung im rotgekleideten Gästefanblock.
Rund 8000 Fans von Union Berlin begleitete die Mannschaft zum Halbfinale bei RB Leipzig.
Rund 8000 Fans von Union Berlin begleitete die Mannschaft zum Halbfinale bei RB Leipzig.
© Foto: Christian Modla/dpa

So geht es für Union Berlin weiter

Nach dem Halbfinale gegen RB Leipzig ist vor dem Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig. Am nächsten Samstag (23. April, 15.30 Uhr) folgt am 31. Spieltag der Bundesliga bereits das nächste Gastspiel der Eisernen in Leipzig. Der Termin für das nächste Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei: 29. April gegen die SpVgg Greuther Fürth (20.30 Uhr).

Und sonst noch bei Union Berlin?

Trainer Urs Fischer empfindet eine Vertragsverlängerung bei Union Berlin derzeit als zweitrangig. „Wir sind in einer Phase, da geht es für uns um sehr viel. Da ist die Zukunft des Trainers nicht entscheidend. Außerdem habe ich noch ein Jahr lang Vertrag“, sagte der Schweizer der „Sport Bild“ (Mittwoch). Er habe auch beim letzten Mal erst ein halbes Jahr vor dem Ende seines Vertrages verlängert.
Dass es derzeit so gut passe, sei aber keine Garantie für die Zukunft, sagte Fischer. „Situationen können sich eines Tages verändern. Doch solche Szenarien habe ich nicht im Kopf, mir macht die Arbeit hier sehr viel Spaß“, meinte er. „Und wenn ich daran denke, dass ich im Sommer in mein fünftes Jahr gehe, das muss man sich erst einmal vorstellen, das ist ebenfalls etwas Außergewöhnliches.“
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