Zwar zeigen viele Vorzeichen vor dem Berliner Fußball-Stadtderby im Achtelfinale des DFB-Pokals am 19. Januar im Olympiastadion auf einen Erfolg des 1. FC Union. doch vor allem Trainer Urs Fischer will den Bundesliga-Rivalen Hertha BSC nicht unterschätzen und haben dabei in Angriff wie Abwehr einen Trumpf in der Hand.
Auf irgendwelche Rechenspiele will sich der Trainer der Eisernen gar nicht erst einlassen. Dass seine Mannschaft vom 1. FC Union im Bundesliga-Tableau acht Plätze und neun Punkte vor der Hertha steht, interessiert den Schweizer Fischer genauso wenig wie die ewigen Fragen der Journalisten nach der Stadtmeisterschaft. „Die Tabelle hat keinen Einfluss. Es ist Pokal, einer fliegt raus.“ Dass er seine Mannschaft angesichts der zuletzt meist schwachen Darbietungen den Kontrahenten zu klein rede, bestreitet der 55-Jährige vehement. „Ich mache Hertha auch nicht größer als sie sind. wir müssen einfach vieles richtig machen, um eine Runde weiter zu kommen und das Viertelfinale ist unser Ziel.“

Sheraldo Becker unterstreicht bei Union Berlin seinen Wert

Vieles richtig gemacht hat in den vergangenen Spielen auch Sheraldo Becker. Der niederländische Flügelflitzer, der sich bereits öffentlich über zu geringe Einsatzzeiten beschwert hatte, genießt beim Coach ein gutes Standing. Auch in der vergangenen Bundesliga-Partie am Sonnabend gegen die TSG Hoffenheim unterstrich der von einer Corona-Infektion Anfang Januar genese Angreifer seinen Wert, bereitete mit Max Kruse gemeinsam den 2:1-Siegtreffer von Grischa Prömel vor.

Youtube Sheraldo Becker | Skills & Goals

Urs Fischer freute sich hernach über den neuen Schwung von Becker gegen Hoffenheim: „So etwas erhoffst du dir natürlich von einem Einwechselspieler. Seine Geschwindigkeit zu verteidigen, ist wirklich nicht einfach. Dabei hatte er Probleme mit dem Magen. Er war sich nicht sicher, ob er bis zum Ende durchhält.“ Tat der 26-Jährige aber und ist auch fit für die Pokalpartie, um die nicht immer sattelfeste linke Abwehrseite der Hertha durcheinander zu wirbeln. Ob er dann von der Bank kommt oder wieder als Joker wollte Fischer nicht verraten. Zumal Konkurrent Andreas Voglsammer gegen Hoffenheim mit seinem ersten Tor zum 1:1 nach fast viermonatiger Durststrecke auch Pluspunkte sammelte. Diesen Bonus will der 28-Jährige verteidigen und auch im Pokalderby eine Hauptrolle einnehmen.

Union Berlin – Neuzugang Dominique Heintz freut sich aufs Derby gegen Hertha

In der Abwehr der Köpenicker könnte diese auch Dominique Heintz einnehmen. Der Winter-Neuzugang vom SC Freiburg ist zwar erst seit einigen Wochen an der Wuhle, weiß aber schon m die Bedeutung der Partie gegen die Hertha.“Ich mag Derbys. Das ist ein ganz spezielles Stadtderby. Da freue ich mich drauf.“ Als Ersatz für den zu Borussia Mönchengladbach gewechselten Marvin Friedrich macht der 28-Jährige seine Sache ordentlich.
„Ich freue mich einfach, dass ich wieder auf dem Platz stehen durfte und der Mannschaft helfen konnte“, blieb er bescheiden.Trainer Fischer war jedenfalls zufrieden. „Ich würde seinen Einstand mit Gut bewerten. Er hatte gute Momente, aber auch Momente, wo es noch nicht so geklappt hat. Das braucht Zeit. Das muss sich alles erst einspielen.“ Die nächste Möglichkeit wäre also jetzt im DFB-Pokal gegen die Hertha.
Dass nur 3000 Menschen und davon nur 200 Union-Anhänger der Partie beiwohnen dürfen, bedauert auch Fischer. „Aber ich bin mir sicher, dass unsere Fans sich bemerkbar machen werden.“Er erwartet auch auf dem Rasen „ein sehe emotionales Derby“.
Denn ein richtiges Auswärtsspiel ist es für die Köpenicker in Charlottenburg ja nicht mehr, nachdem die Partien der Unioner in der Conference League im Olympiastadion ausgetragen wurden. „Da haben wir uns immer wohlgefühlt und 20.000 Zuschauer waren da toll. Aber wir nehmen es, wie es kommt.“ Zur Not auch einen Sieg im Elfmeterschießen.
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