Liebe Fans des 1. FC Union Berlin. Wenn ihr diesen Text lest, dann müsst ihr ganz, ganz tapfer sein und fest an euren Verein glauben – auch und vor allem im DFB Pokal. Denn mit dem legendären Finaleinzug als damaliger Drittligist in der Saison 2000/01 gibt es genau einen einzigen denkwürdigen Höhepunkt in der Pokalgeschichte der Eisernen. Demgegenüber stehen viele Niederlagen – nicht zuletzt zu Hause im Stadion An der Alten Försterei.
Die historischen Zahlen belegen: Union Berlin muss über sich und die eigene Pokalgeschichte hinauswachsen, wenn man am Dienstag im Heimspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli (Beginn um 20.45 Uhr) erstmals seit 21 Jahren wieder in das Halbfinale des DFB-Pokals einziehen will. Damals setzten sich die Köpenicker ebenfalls zu Hause gegen den VfL Bochum mit 1:0 durch. Union Berlin und der DFB-Pokal – eine innige Liebesbeziehung war das in der Vergangenheit nicht.

Das spricht gegen Union Berlin

Union Berlin hat gegen den FC St. Pauli (k)eine Chance, weil man in 21 Jahren nur ganze zwei Mal im Viertelfinale stand. Und der einzige Sieg im Viertelfinale datiert in der Tat vom 20. Dezember 2000 gegen den VfL Bochum. Den umjubelten Siegtreffer erzielte Daniel Ernemann in der 90. Minute. 2019/20 gab es beim zweiten Einzug in das Viertelfinale dann eine 1:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen.
Union Berlin hat gegen den FC St. Pauli (k)eine Chance, weil die Heimbilanz der Eisernen im DFB-Pokal nicht nur mager, sondern auch noch desaströs ausfällt. Seit der Erfolgssaison 2000/01 gab es in den folgenden 21 Jahren nur noch ganze sieben Heimspiele. Alle sieben Spiele wurde verloren. Zuletzt in Saison 2020/21 – 2:3 gegen den SC Paderborn. In dieser Partie erzielte der Neu-Unioner Sven Michel zwei Treffer für die Ostwestfalen.
Union Berlin hat gegen den FC St. Pauli (k)eine Chance, weil auch die direkte Pokalbilanz gegen den Kiez-Club negativ ausfällt. Okay, es gab zwar nur ein Spiel – aber es endete mit einer Niederlage. Dabei war es damals das Debüt von Union Berlin im DFB-Pokal. Am 13. August 1994 unterlagen die Eisernen dem FC St. Pauli mit 2:3 – natürlich zu Hause. Die Tore von Goran Markov und Thoralf Bennert reichten nicht für das Weiterkommen.

Das spricht für Union Berlin

Logisch, natürlich hat Union Berlin gegen den FC St. Pauli trotz dieser miesen Statistiken sehr gute Chancen, erstmals seit 21 Jahren wieder in das Halbfinale des DFB-Pokals einzuziehen. Zumal die Eisernen beim 3:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 nach drei Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer nun am Samstag wieder jubeln durften. „Es ging heute vor allem um die Haltung, dass wir diese Situation so annehmen, wie sie ist, und das hat die Mannschaft toll gemacht“, lautete das Fazit von Trainer Urs Fischer nach dem Sieg gegen Mainz. Anschließend wechselte der Schweizer dann in den Pokal-Modus und richtete die Konzentration ganz auf das Viertelfinal-Duell mit dem FC St. Pauli. „Ich habe sie vor unserer Partie kurz gegen Ingolstadt im Fernsehen gesehen. Da nimmt man natürlich schon etwas mit“, erklärte Fischer.
Übrigens, liebe Fans: Wir haben zugegebenermaßen lange gesucht. Aber wir haben auch eine Statistik gefunden, die für Union Berlin spricht und die Mut macht. Die Pokal-Statistik gegen den St. Pauli sieht zwar schlecht aus – aber nicht die Statistik gegen die Kiezkicker im Allgemeinen. Union hat seit 1995 insgesamt 25 Mal gegen St. Pauli gespielt und konnte elf Spiele gewinnen. Dazu kommen sechs Unentschieden und acht Niederlagen.
Unter dem Strich ergibt das also ein Statistik-Plus für die Eisernen. Es ist zwar klein, aber es ist ein Plus.