• Wie groß ist die Chance auf den Einzug ins Finale des DFB-Pokals für den 1. FC Union Berlin nach dem 3:2-Sieg gegen Hertha BSC?
  • Ist die Stadtmeisterschaft zwischen Union Berlin und Hertha BSC entschieden?
  • Wann wird das Viertelfinale im DFB-Pokal ausgelost?
Der Blick auf die lange Liste der ausgeschiedenen Bundesligisten im aktuellen Wettbewerb des DFB-Pokals dürfte bei den Anhängern des 1. FC Union Berlin wohliges Unbehagen auslösen. Bundesliga-Spitzenreiter und Rekordpokalsieger Bayern München schon lange raus. Im Achtelfinale erwischte es dessen Bezwinger Borussia Mönchengladbach (0:3 gegen Zweitligist Hannover 96) und den Ligazweiten Borussia Dortmund (1:2 gegen Zweitligist FC St. Pauli) sowie weitere Bundesligisten wie 1. FC Köln, TSG Hoffenheim und Mainz 05. Größte Rivalen scheinen nun RB Leipzig und der SC Freiburg.

Union gilt nach dem Sieg gegen Hertha als ein Favorit im DFB-Pokal

Nach dem 3:2-Sieg im Achtelfinale gegen Stadtrivale Hertha BSC feierten die rund 200 zugelassenen Fans der Eisernen ausgelassen mit der Mannschaft, sangen den Pokalschlager „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“. Man stelle sich aber vor, am 21. Mai in einem dann womöglich ausverkauften Olympiastadion gewinnt ein Berliner Bundesligist den DFB-Pokal – und der heißt 1. FC Union. 2001 waren die Eisernen mal im Endspiel, damals noch als Regionalligist verloren sie 0:2 gegen Schalke 04. 21 Jahre später ist der Club aus Köpenick gestandener Bundesligist – und als Fünfter der ranghöchste im Viertelfinale, dessen Paarungen am 30. Januar in der ARD-Sportschau ausgelost werden – und damit mithin der Favorit auf den Pokal.

Fans von Union Berlin hoffen auf Finale gegen SC Freiburg

Eine Vorstellung, die der eine oder andere Fan und Verantwortliche nur ungern wahrnimmt. Denn als Außenseiter spielt es sich im Fußball oftmals leichter. „Wenn es so einfach wäre. Die eine oder andere Mannschaft hat sicher etwas dagegen. Wir schauen uns jetzt die Auslosung an. Aber klar, wenn du im Pokal mitspielst, willst du bis ins Finale“, sagt deshalb auch Trainer Urs Fischer mit Blick auf die Möglichkeiten.
Die Fans von Union Berlin jubeln nach dem Sieg im Berliner Olympiastadion.
Die Fans von Union Berlin jubeln nach dem Sieg im Berliner Olympiastadion.
© Foto: Sören Stache/dpa
Gegen wen, da sind sich die Fans in den Sozialen Medien einig. Auf keinen Fall gegen RB Leipzig. Die meisten wünschen sich ein Pokalfinale FreiburgUnion. Das wäre das "sympathischste Pokalfinale aller Zeiten".
Grischa Prömel, zuletzt dreifacher Torschütze und erstmals Kapitän, verriet diesbezüglich. „Wir bereiten uns auf ein weiteres Spiel im Olympiastadion vor.“ Auch für den immer selbstbewussten Max Kruse, der im Derby auf dem Spielfeld wieder voranging, ist eine Favoritenrolle nach dem Sieg gegen Hertha in deren Olympiastadion kein Problem. "Wir haben noch zwei Spiele zum Finale, noch zwei Siege, bis wir wieder hier spielen dürfen. Mal gucken, was für Paarungen kommen. Wir müssen uns nicht verstecken."
„Man of the match“ gegen Hertha war aber Sturmpartner Andreas Voglsammer. Wie der 30-Jährige den wegweisenden Treffer zum 1:0 mit einem spektakulären Seitfallzieher erzielte, dürfte ihm Chancen auf das „Tor des Monats“ einbringen. Die Ovationen der eigenen Fans tat der Oberbayer lässig ab: „Bei uns wird ja jeder Spieler Fußballgott genannt.“ Den Treffer befand aber selbst der stoische Stürmer als „wohl das schönste“ seiner Karriere. „Da gehörte Glück und Können dazu.“ Von Prömel gab es ein Extralob. „Er hat das überragend gemacht. Wenn man weiß, wie professionell er sich auf jedes Spiel vorbereitet, egal, ob er von der Bank kommt oder von Beginn an spielt, das ist einfach unglaublich. Deswegen war seine Leistung zu erwarten.“

Stadtmeisterschaft zwischen Union Berlin und Hertha BSC vorerst entschieden

Bei der Hertha wollen sie den längst verlorenen Status der Nummer 1 in der Hauptstadt noch nicht so recht wahrhaben. „Es ist schwer zu sagen, so direkt nach dem Spiel, wer die Nummer eins und zwei ist“, befand zwar Herthas Profi Maximilian Mittelstädt. Aber das zweite verlorene Duell in dieser Saison nach dem 0:2 in der Bundesliga und die Differenz von acht Ränge in der Tabelle lassen auf klare Verhältnisse im Duell um die Stadtmeisterschaft schließen.

Trainer Urs Fischer von Union Berlin zieht Vergleich zur Heimatstadt Zürich

Kruse fasste hingegen die Frage, ob Union der bessere Hauptstadt-Club sein in drei Worten zusammen: "Stand jetzt: ja." Und Voglsammer stufte den Erfolg als „emotional sehr hoch“ ein. Trainer Urs Fischer wollte sich an der Diskussion wie immer nicht beteiligen, kann die Wichtigkeit dieser Frage für die eigenen Fans aber verstehen – aus heimatlicher Erfahrung. „Ich komme aus Zürich. Da gibt es mit meinem FC und den Grashoppers auch zwei Vereine. da war ein Derbysieg für die Fans auch immer etwas Tolles.“
Tiefe Enttäuschung bei Dedryck Boyata, Kapitän von Hertha BSC nach der Niederlage im DFB-Pokal gegen den 1. FC Union Berlin
Tiefe Enttäuschung bei Dedryck Boyata, Kapitän von Hertha BSC nach der Niederlage im DFB-Pokal gegen den 1. FC Union Berlin
© Foto: Sören Stache/dpa
Bei den Charlottenburgern gab sich Tayfun Korkut nach dem verlorenen Stadtduell tief enttäuscht. Zwar hatte seine Mannschaft bei den Werten wie Torschüsse (16:11), gewonnene Zweikämpfe (51:49 Prozent) und Ballbesitz (63:37 Prozent) Vorteile, auf dem Rasen wirkte die Hertha dennoch gegen die homogen auftretenden Unioner wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Dass die Hertha-Fans in der Ostkurve „Wir haben die Schnauze voll riefen“, konnte der Coach verstehen. „Wir haben das Derby verdient verloren. Es ist klar, dass da die Emotionen hochkommen.“
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Union Berlin feiert Geburtstag

Der 1. FC Union Berlin feiert seinen 56. Geburtstag. Die Gründungskonferenz fand am späten Nachmittag des 20. Januar 1966 im Klubhaus des Oberschöneweider Transformatorenwerkes statt. Im Klubhaus-Saal wurde erstmalig öffentlich der Vereinsname "1. FC Union Berlin" bekanntgegeben. Er ging zurück auf eine über die Presse verbreitete Umfrage unter Berliner Fußballfreunden – sie waren aufgerufen, Vorschläge für einen passenden Namen und für das entsprechende Emblem zu unterbreiten.