Und der Kampf um den Platz auf der Linie ist natürlich längst eröffnet. Nach der mit 0:4 verlorenen Testpartie gegen PSV Eindhoven könnte es auch schon einen kleinen Fingerzeig geben. Beide Schlussmänner spielten 45 Minuten, Schwolow kassierte zwar drei Gegentreffer, war aber schuldlos, weil das Team sich bereits aufgegeben hatte. Anders bei Jarstein.
Der 35-Jährige hielt zwar einen Freistoß von Mo Ihataren grandios, legte sich aber beim 0:1 den Ball auch selber ins Tor. Fehler hat der sonst so stoisch wirkende Jarstein auch in der Vergangenheit gemacht. Zuletzt im Mai, als er sich gegen RB Leipzig (2:2) einen folgenschweren, slapstickartigen Schnitzer erlaubte. Schon damals war er nicht unumstritten, doch Trainer Bruno Labbadia stellte sich schützend vor seinem Torwart.
Nun ist die Situation eine andere. Schwolow ist der Türhüter, den sich der Trainer gewünscht hat. "Neben dem Torwartspiel muss uns der Neue auch fußballerisch weiterbringen, weil das für unsere Spielidee wichtig ist", hatte der 54-Jährige noch vor der Verpflichtung des 28-Jährigen gesagt. Auch in dieser Torwartdisziplin hatte Jarstein zuletzt Schwächen gezeigt. Kurz nach der Aussage des Trainers war Schwolow aus dem Breisgau für die festgeschriebene Ablösesumme von acht Millionen Euro verpflichtet. Das Trikot mit der Nummer 1 hat er nach dem Abgang von Ersatztorwart Thomas Kraft schon einmal erhalten.
Noch hat Labbadia knapp drei Wochen Zeit, seine Entscheidung zu treffen. Doch angesichts der Erwartungen und auch der Ablösesumme dürfte Schwolow, der nach einem Facetime-Gespräch mit Labbadia seine Entscheidung pro Hertha traf, die Nase vorn haben. Eine Garantie habe er jedenfalls vom Trainer nicht bekommen, versichert Schwolow. in einem Interview mit dem "Kicker". Das Verhältnis zu Jarstein empfindet er als "sehr gut und kollegial". Sein Ziel ist aber klar: "Ich gebe Gas und will eine Top-Verbereitung spielen. Den Rest entscheidet der Trainer."
Besonders positiv verlief die Vorbereitung für die Hertha nicht. Vor allem weil dem Team noch eine Achse von Führungskräften fehlt. "Es sind alle, vor allem die erfahrenen Spieler gefragt, dass wir auf dem Platz mehr sprechen." Er selbst will das von hinten heraus vorleben. Hat aber auch Steigerungspotenzial.

Stress wegender Nationalspieler


Im Trainingsbetrieb unter der Woche muss Trainer Bruno Labbadia auf zahlreiche Spieler verzichten, die bei ihren Nationalmannschaften weilen. Wie viele genau das sind, steht aber noch nicht fest. "Wir werden nicht zulassen, dass einer unserer Nationalspieler das Pokalspiel in Braunschweig verpasst, weil er vorher in Quarantäne muss", sagt Manager Michael Preetz. Besonders groß ist der Ärger mit dem niederländischen Verband. Dieser drohte laut "Kicker" sogar mit juristischen Schritten bei der Fifa, wenn Hertha das niederländische U-21-Trio Javairo Dilrosun, Deyovaisio Zeefuik und Daishawn Redan für die Partie in Belarus nicht abstelle. Betroffen von einer möglichen Quarantäne sind auch der Pole Krzysztof Piatek, der in Bosnien-Herzegowina spielen soll und die Slowaken Peter Pekarik und Ondrej Duda, Allerdings sollen sie auf den Trip nach Israel verzichten. red