Der 1. FC Union Berlin überwintert im Europapokal. Die Eisernen kamen am Donnerstagabend dank eines Last-Minute-Treffers zum 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den schwedischen Meister Malmö FF und haben damit in der Europa League mindestens Platz drei in der Gruppe D sicher. Er berechtigt zur Teilnahme an der K.o.-Phase der Conference League im kommenden Februar. Robin Knoche traf in der 89. Minute per Foulstrafstoß zum umjubelten Siegtreffer.
„Es war ein hochverdienter Sieg. Wir hatten das Spiel über 90 Minuten im Griff. Vor allem in der 2. Halbzeit hat die Mannschaft den Gegner beherrscht. Es ist toll, wir wollten europäisch überwintern und haben damit eines unserer Ziele erreicht“, erklärte Trainer Urs Fischer.
Mit jetzt sechs Punkten sind für die Köpenicker aber auch Union Saint-Gilloise (10) Punkte) und Sporting Braga (7) auf den ersten beiden Plätzen in Reichweite. Der Gruppensieger und der Gruppenzweite qualifizieren sich für die K.o.-Spiele in der Europa League.
„Es fühlt sich auf jeden Fall unglaublich an, dass du das erste Ziel erreicht hast“, sagte Rani Khedira bei Nitro: „Mal schauen, was gegen Braga möglich ist. Wir wollen einfach weiter europäische Spiele an der Alten Försterei erleben.“
Für Union Berlin war es der zweite Sieg innerhalb von einer Woche gegen Malmö FF. In Schweden hatte sich der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga mit 1:0 durchgesetzt. Allerdings wurde die Partie am vergangenen Donnerstag von zahlreichen Vergehen der Fans beider Clubs mit Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern überschattet.
Die Polizei hatte deshalb für das Rückspiel im Stadion an der Alten Försterei eine hohe Sicherheitsstufe ausgerufen. Rund 400 Ordner waren nach Vereinsangaben im Einsatz. Das sind laut Union-Pressesprecher Christian Arbeit „100 mehr als bei einem normalen Bundesligaspiel.“ Zutritt zum Gästeblock sollten nur Personen mit einem schwedischen Ausweis bekommen. Man wollte damit verhindern, dass Anhänger dritter Vereine – zum Beispiel Hertha BSC ins Stadion kommen.
Im Stadion blieb es diesmal weitgehend ruhig. Vereinzelt gezündelt wurde nur im Gästeblock. Bereits am Mittwochabend hatte die Polizei sieben Union-Fans festgenommen.

Union Berlin ohne Andras Schäfer

Bei Union Berlin fehlte Mittelfeldmann Andras Schäfer. Der ungarische Nationalspieler war nach seinem Feldverweis in Malmö für eine Begegnung gesperrt worden. Für Diskussionen hatte Schäfer vor dem Spiel dennoch gesorgt, weil er sich am Dienstag mit Ungarns umstrittenem Präsidenten Victor Orban getroffen hatte. Union Berlin und auch Schäfer mussten deshalb viel Kritik einstecken.
Union-Trainer Urs Fischer ließ in der Startelf im Vergleich zum 1:0-Erfolg in der Bundeslig beim VfB Stuttgart leicht rotieren. Kapitän Christopher Trimmel kehrte wieder für Niko Gießelmann in die Anfangsformation zurück. Julian Ryerson rückt dafür auf die linke Abwehrseite. In der defensiven Dreierkette bekam Diogo Leite den Vorzug vor Danilho Doekhi.

Wenig Torchancen für beide Teams

Genau wie in Malmö spielte sich die Partie auch diesmal wieder vor allem zwischen den Strafräumen ab. Beide Teams konnten sich nur selten im letzten Drittel des Gegners durchsetzen. Immerhin – die wenigen Torchancen in Halbzeit eins hatten die Gastgeber. Letztlich fehlte aber auch ihnen die Genauigkeit im Abschluss.
Auch nach der Pause wurde die Partie zunächst nicht besser – im Gegenteil. Die technischen Fehler auf beiden Seiten ließen nur selten einen Spielfluss zu. Erst nach gut einer Stunde näherte sich Union wieder dem Tor der Gäste an. In der 65. Minute traf Rani Khedira mit seinem Distanzschuss nur den Pfosten. Kurz danach versuchte es Jordan Siebatcheu mit der Hacke (68.).
Als sich die Fans im Stadion An der Alten Försterei in der insgesamt mäßigen, aber sehr hektischen Partie bereits auf ein torloses Remis eingerichtet hatten, fiel doch noch das erlösende Tor für die Gastgeber. Robin Knoche behielt in der 89. Minute die Nerven und war vom Elfmeterpunkt erfolgreich. Malmös Emmanuel Lomotey sah wegen groben Foulspiels Rot (90.). Danach wurden insgesamt acht Minuten nachgespielt, ehe der Sieg feststand.
Am Sonntag geht es für den 1. FC Union mit dem Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund weiter (17.30 Uhr).
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