„Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt“, schreibt die Familie in einer Todesanzeige. Und dass eben jene Stimme nie wieder erklingen wird, sorgt auch beim FC 98 Hennigsdorf und beim Fußballkreis Oberhavel/Barnim für große Trauer. Jürgen „Hase“ Merkel ist am 7. Dezember nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Ein Ehrenmitglied im Fußballkreis Oberhavel/Barnim

„Vor gut einer Woche habe ich ihn noch einmal zu Hause besucht“, sagt Gerhard Jung, stellvertretender Vorsitzender des Fußballkreises. „Ich sollte noch einmal alle lieb von ihm grüßen. Das habe ich dann am Donnerstag auf unserer Vorstandssitzung getan. Ich selbst habe viele Jahre lang mit ,Hase’ zusammengearbeitet.“

Dem Hennigsdorfer Fußball verschrieben

Am 16. Juli 1942 geboren, hinterließ Jürgen Merkel im Kreis Oberhavel große Fußspuren. Erst im vergangenen Jahr war er vom FC 98 Hennigsdorf für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet worden. „Dazu braucht man nicht viel zu sagen. Das ist einfach etwas Besonderes“, sagt die Club-Vorsitzende Ramona Hinz.
Durch sein großes Engagement im Fußballkreis war er zudem vom Verband zum Ehrenmitglied ernannt worden. „Bis zur Gründung des neuen Fußballkreises war ,Hase’ verantwortlich für die Auswahlmannschaften und die Trainerausbildung“, sagt Steffen Misdziol, Vorstandsmitglied des FC 98 und Spielausschussvorsitzender im Kreis. Bei dieser Arbeit hätten Jürgen Merkel einfach viele Dinge ausgezeichnet und unwahrscheinlich beliebt gemacht.

Immer einen Spaß auf den Lippen

„Er war nicht nur ein sehr guter Fachmann“, so Gerhard Jung. „Jürgen war auch immer aufrecht, geradeaus und hatte stets einen Spaß auf den Lippen.“ Es seien unzählige Jungs durch die Schule des Hennigsdorfers gegangen, die von dessen Zugänglichkeit profitiert hätten. Jung: „Er war ein sehr vergnügter Mensch, der eigentlich nie eine Sache ernst rübergebracht hat.“ Großes Fingerspitzengefühl habe ihn ausgezeichnet.
Auch Michael Reichert, der Vorsitzende des Fußballkreises Oberhavel/Barnim, kennt Jürgen Merkel „seit 30 Jahren“. Ihm ist es ebenso wichtig, noch einmal die große Beliebtheit des Hennigsdorfers hervorzuheben. „Er war immer zu Späßen aufgelegt und hat mit seiner Art alle motiviert.“
Deshalb: „Dass er nicht mehr da ist, ist ein großer Verlust“, ergänzt Gerhard Jung.