Freitagabend, Flutlicht, 150 Zuschauer: Die Bedingungen für das Aufeinandertreffen zweier Top-Mannschaften der Landesklasse Nord hätten besser wohl kaum sein können. Und die Teams lieferten von Anpfiff weg ab. Oberkrämer war am Ende die schwierige Aufgabe für Zepernick, die es unbedingt sein wollte, wenngleich es letztlich nicht für einen Punktgewinn reichte. Auch die Hausherren lobten den Auftritt der Gäste, die zu keinem Zeitpunkt der Partie aufsteckten und gleich mehrere Nackenschläge wegsteckten.
Den ersten gab es sogar schon nach 120 Sekunden. Tom Bittner erkannte die sich bietende Situation sofort, und schloss „wirklich sehenswert ab“, wie es Zepernicks Trainer Lucio Geral formuliert. „Er profitierte dabei natürlich von einem zu weit draußen stehenden Torwart.“ Denn Gäste-Keeper Patrick Bobermin war etwas aufgerückt und dann aus etwa 45 Metern von Bittner überwunden worden.
Der Keeper selbst erklärt die Situation wie folgt: „Wir haben selbst einen Freistoß in unserer Hälfte und Zepernick kommt dazwischen“, sagt Patrick Bobermin. Sofort sei der Zepernicker Stürmer eingesetzt worden, der ihn „schön überlupfte. Ich war in diesem Moment zu weit vorn, da ich mich bei unserem Freistoß angeboten hatte“.
Unglücklich aus Sicht der Gäste: auch sie hatten in dieser Partie ihre Chancen, scheiterten jedoch vor dem gegnerischen Kasten. So hatte es nach etwa 50 Minuten auch die Gelegenheit zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich gegeben. Nur wenig später zog Zepernick dann davon. „Oberkrämer hat mutig mitgespielt, was so ein Spiel natürlich attraktiver gestaltet, als gegen tiefstehende Gegner“, lobte Lucio Geral. „In der Summe ist der Sieg aber verdient.
Überrascht vom Spielauftakt: Keeper Patrick Bobermin vom SV Oberkrämer war etwas aufgerückt und aus 45 Metern vom Zepernicker Tom Bittner überwunden worden – ein Gegentreffer der Kategorie Traumtor.
Überrascht vom Spielauftakt: Keeper Patrick Bobermin vom SV Oberkrämer war etwas aufgerückt und aus 45 Metern vom Zepernicker Tom Bittner überwunden worden – ein Gegentreffer der Kategorie Traumtor.
© Foto: (Archiv) Steffen Kretschmer
Wir sind super glücklich, auch weiterhin ungeschlagen zu sein, was unter der Woche immer wieder neue Motivation freisetzen wird, aber auch Fleiß von uns verlangt. Aber bei aktuell mehr als 20 Spielern im Training können wir sehr spielnah trainieren und auch taktisch neue Schwerpunkte setzen, da alle die Inhalte gleichermaßen aufnehmen können."
Geral: „Von den Langzeitverletzten sind Marinko Becke und Maximilian Fildebrandt wieder sehr nahe an einem Startelf-Platz, und wir kompensieren fehlende Leistungsträger wie Patrick Toepfer und Alexander Rathmann. Mal schauen, was uns nächste Woche in Schönow erwartet. Wir freuen uns darauf.“
Patrick Bobermin, Torhüter Oberkrämer: „Es war von beiden Mannschaften ein gutes Spiel mit hohem Tempo. Die ersten beiden Gegentore haben wir aber zu einfach bekommen. Das 0:1 per Lupfer und das 0:2 weil unser Verteidiger wegrutscht und Zepernicks Stürmer dann allein vor dem Tor steht. Wir haben dann aber weiter mutig nach vorn gespielt und sind früh angelaufen, wodurch wir uns gute Chancen erspielen konnten. Unser Anschlusstreffer fiel nach einer Ecke. Zum Ende der ersten Halbzeit waren wir dann besser und hätten den Ausgleich machen können. Nach der Pause müssen wir dann das 2:2 machen und hätten sogar noch einen Elfmeter bekommen können. Dann ist aber aus dem Nichts das 1:3 nach einem Eckball gefallen. Zuvor hatte es von Zepernicker Seite etwa fünf Minuten Diskussionen mit dem Schiedsrichter gegeben. Vielleicht waren wir dadurch kurz unaufmerksam. Einheit hatte dann noch aus zwei guten Eins-gegen-Eins-Situationen die weiteren Tore gemacht, wir selbst aber nie aufgegeben. Es war trotzdem ein Klassespiel von uns und eine Partie auf hohem Niveau von beiden Mannschaften.“

Statistik zum Spiel

Tore: 1:0, 2:0 Tom Bittner (2., 24.), 2:1 Julius Paul Zießnitz (33.), 3:1 Victor John (56.), 4:1, 5:1 Luca Grabarek (59., 70.), 5:2 Lennart Zschammer (85.)
Schiedsrichter: Martin Krause, Cornelius Grigoleitis, Markus Köhne
Zuschauer: 150

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