Eine Fülle von Verfahren befürchtet der Vorsitzende des Sportgerichtes vom Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Mit 52 Verfahren ist die Anzahl in dieser Saison schon jetzt sehr hoch. Es droht aber eine Flut von Entscheidungen in den letzten beiden Saisonmonaten. Betroffen ist nach der jüngsten Verhandlung auch ein Oberligist.

Spielabbruch Landesliga:

Die Partie des SC Oberhavel Velten gegen Grün-Weiß Brieselang ist noch nicht sportgerichtlich betroffen. Dem Sportgericht liegt mit Stand vom Mittwoch kein Antrag aufs Einleiten eines Verfahrens vor. Die zuständige Polizeiinspektion teilte mit, dass es zwischen zwei Spielern im Gang zur Kabine zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein soll. Der Schiedsrichter hatte die Partie nicht mehr zur zweiten Halbzeit angepfiffen.

Nichtantritt Landesliga:

Die Frauen des SC Miersdorf/Zeuthen sind beim FC Stahl Brandenburg nicht angetreten, weil sie mehrere Corona-Fälle zu beklagen hatten. Allerdings stützt sich das Sportgericht bei seiner Urteilsfindung auf die Spielerliste, die jeder Verein pflegen muss. Anhand dieser hätten dem SC Miersdorf/Zeuthen noch genügend Spielerinnen am Spieltag zur Verfügung gestanden. Diese Partie ist für Stahl gewertet worden. Miersdorf/Zeuthen hätte eine Ordnungsstrafe von 500 Euro erhalten können. Diese Maximalsumme schöpfte das Sportgericht allerdings nicht aus. 100 Euro sind zu bezahlen.

Nicht spielberechtigt:

Dem VfB Krieschow ist über Ostern ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Der Oberligist setzte am 16. April einen Akteur in der ersten Vereinsmannschaft ein und am 18. April in der zweiten. Damit wahrte der VfB nicht die Sperrfrist. Gegner Fichte Kunersdorf bekam das Spiel aus der Landesklasse mit drei Punkten und 2:0 Toren als gewonnen gewertet. Der Krieschower Spieler bekommt zwei Spieltage Sperre und der Verein eine Geldstrafe von 100 Euro.

► Jugendsportgericht:

Von 39 Verfahren seit der Winterpause spricht Bernd Wuschech, Vorsitzender des Jugendsportgerichtes. Als Vergleich: Vor der Winterpause waren es 30. Schwerpunkt ist das Zurückziehen von Mannschaften aus personellen Gründen. Etwa ein Dutzend solcher Fälle wurden bereits verhandelt – für den gesamten Juniorenbereich, erklärt Wuschech. Allerdings ist diese Anzahl dennoch enorm hoch. Die Vereine haben gewaltige Schwierigkeiten, spielfähig zu bleiben, vermutet er. Vor diesem Hintergrund sind zum einen Geldstrafen im unteren dreistelligen Bereich fürs Abmelden verhängt worden. Und zum anderen sollen die Ausschüsse im Sommer über das erneute Eingliedern der Mannschaften in den Spielbetrieb beraten. Das heißt: Es muss nicht zwangsläufig auf unterster Spielebene ein Neustart vollzogen werden.
Die Urteile des FLB-Sportgerichtes sind noch nicht rechtskräftig. Darauf weist der Vorsitzende hin.