● Warum will Taiwo Awoniyi  gerne in die Premier League?
● Weshalb Max Kruse dem Nigerianer fehlt wird?
● Warum Jörg Heinrich, ein ehemaliger Unioner mit BVB-Vergangenheit, an den 1. FC Union Berlin glaubt?
Nach dem überraschenden Wechsel von Max Kruse zum VfL Wolfsburg droht dem 1. FC Union Berlin spätestens im Sommer der Abgang des nächsten Top-Stürmers. Taiwo Awoniyi zieht es offenbar zurück in die Premier League, auch wenn sich der Nigerianer aktuell in Berlin wohlfühlt. Die Partie gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund am 13. Februar kann da von entscheidender Bedeutung sein und im Erfolgsfall auch den Verbleib von Awoniyi in der Alten Försterei ein bisschen sichern.

England ist ein Sehnsuchtsort für Aoniyi – auch aus privaten Gründen

Denn eigentlich sind England und die Premier League für Awoniyi Sehnsuchtsorte – und das nicht nur aus sportlichen Gründen. „Die Premier League ist mein Traum. Das weiß jeder, auch hier im Club“, sagte der 24-jährige Nigerianer dem „Kicker“. „Der für mich entscheidende Unterschied ist: Wenn ich in England lebte, wäre es für meine Frau und mein Kind einfacher, allein schon wegen der Sprache. Zudem leben meine Schwester und ein Bruder auf der Insel.“

Awoiniyi hatte vor der Saison Champions League als Ziel

Die Fußball-Bundesliga sei allerdings die am besten organisierte Liga, sagte Awoniyi vor dem Spitzenspiel der Eisernen (34 Punkte) gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund (43) am Sonntag. Und ein Sieg gegen die Westfalen könnte die Eisernen, die auch nach der Niederlage gegen den FC Augsburg (0:2) aktuelle weiter auf Platz 4 stehen, der Königsklasse wieder einen Schritt näher bringen. Das weiß auch Awoniyi, in dieser Saison mit neun Treffern Unions bester Torschütze in der Liga.
Und es würde dem Nigerianer gefallen: „Als ich vor der Saison zu Union kam, habe ich im Scherz mal die Champions League als mein Ziel ausgerufen.“ Trainer Urs Fischer sage jedoch immer, dass man von Schritt zu Schritt denke. „Das müssen wir auch beibehalten. Wir haben bisher Großartiges geleistet. Wir werden dann sehen, wohin das führt“, sagte der 24-Jährige.
Dass der zum VfL Wolfsburg abgewanderte Max Kruse ihm mir seinen Pässen als Partner in der Offensive fehlen werde, weiß Awoniyi: „Max hat immer ein wenig hinter mir gespielt und stets gewusst, wann er welchen Ball spielen muss. Er hatte seine Augen überall, du musstest als Stürmer nur schauen: Wo ist Raum, um hineinzusprinten.“ Der Angreifer betonte allerdings: „Aber Fußball funktioniert mit elf Spielern – und nicht nur mit einem. Wir haben auch ohne Max noch genügend gute Jungs im Sturm.“

Ex-Profi Jörg Heinrich: „Bei Union Berlin gibt es kein Theater“

Ex-Profi Jörg Heinrich traut Union Berlin durchaus einen Champions-League-Platz auch am Ende dieser Saison zu. „Auch wenn sie jetzt in Augsburg verloren haben: Union hatte noch keine Phase, in der sie richtig eingebrochen sind“, sagte der mittlerweile 52-Jährige, der 1997 mit Dortmund die Champions League gewann, in einem Interview der „Bild“. „Mir fällt nur ein Wort ein – eklig. Sie sind unangenehm zu spielen, brutal präsent in den Zweikämpfen, holen sehr viel aus ihren Chancen heraus. Und: Im Verein gibt es kein Theater.“
Jörg Heinrich, hier noch als Co-Trainer von Borussia Dortmund, lobt seinen ehemaligen Club 1. FC Union Berlin und glaubt an eine Chance auf die Champions League für die Eisernen.
Jörg Heinrich, hier noch als Co-Trainer von Borussia Dortmund, lobt seinen ehemaligen Club 1. FC Union Berlin und glaubt an eine Chance auf die Champions League für die Eisernen.
© Foto: Guido Kirchner/dpa
„Wenn man im Februar an den Plätzen zur Champions League schnuppert, sollte man sich auch das Ziel setzen, unter den ersten vier zu landen. Ob es dann klappt, ist eine andere Sache. Aber der Anspruch sollte da sein“, sagte Heinrich mit Blick auf Union. Bei den Eisernen hatte er 2006 nach 15 Einsätzen – in der damaligen NOFV-Oberliga Nord – seine Karriere beendet, kurz als Sportdirektor und Präsidiumsmitglied fungiert, ehe der gebürtige Rathenower .den ortsansässigen BSC 94, sowie den SV Falkensee-Finkenkrug, FSV Luckenwalde trainiert. Bis 2018 übte Heinrach dann noch das Amt eines Co-Trainers bei Borussia Dortmund aus.