• Union Berlin trennt sich in seinem 100. Spiel in der Fußball-Bundesliga von der SpVgg Greuther Fürth mit 1:1 (0:1).
  • Im Stadion An der Alten Försterei sind 20.612 Zuschauer dabei.
  • Für Union Berlin geht es am Sonnabend weiter mit dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg.

So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth

Die Revanche ist nicht gelungen und die Chance auf die Europa League nicht größer geworden. Mit dem 1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth tilgte Union Berlin in der Alten Försterei die Schmach der 0:1-Niederlage aus der Hinrunde nicht vollständig. Damals war es der erste Heimsieg für das Kleeblatt überhaupt in der Bundesliga. Mit dem einen Zähler und nunmehr 51 Punkten erzielten die Eisernen zwar einen neuen Punkterekord in der Liga , aber im Kampf um die Europa League war es ein herber Dämpfer.

Union Berlin gegen die SpVgg Greuther Fürth – so fielen die Tore

0:1 Branimir Hrgota (33.)
Der Fürther bringt den Ball nach einer Kopfballverlängerung vor seine Füße mit einem guten ersten Kontakt unter Kontrolle und jagt ihn aus zwölf Metern von rechts in den linken Torwinkel.
1:1 Sven Michel (72.)
Der Unioner nimmt dem Fürther Nick Viergever in Strafraum den Ball ab und schiebt zum Ausgleich ein.

Union Berlin gegen die SpVgg Greuther Fürth – so gingen die Eisernen ins Spiel

Trainer Urs Fischer veränderte an seiner wie gewohnt im 3-3-2-2-System spielenden Startelf gegenüber dem 2:1-Erfolg bei RB Leipzig relativ wenig. Für die erkrankten Timo Baumgartl (Infekt) und Andres Schäfer (Corona-Infektion) rückten Dominique Heintz in die Dreier-Abwehrkette und Genki Haraguchi ins offensive Mittelfeld. Die beiden Torschützen der Vorwoche, Sven Michel und Kevin Behrens, sitzen dagegen wieder als Joker auf der Bank, weil das Stamm-Sturmduo Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker für die Tore gegen das Schlusslicht sorgen soll.

Union Berlin gegen die SpVgg Greuther Fürth– so lief das Spiel

Fürths Trainer Stefan Leitl hatte sich eine überraschenden taktische Variante überlegt. Die Franken griffen in der Alten Försterei mit einem offensiven 3-4-3-System an. Die drei Angreifer Branimir Hrgota, Jamie Leweling und dem von Hertha BSC ausgeliehenen Jessic Ngankam sollte die Dreier-Abwehrkette der Unioner beschäftigen. So richtig klappte das nicht, denn Chancen erspielten sich die Gäste kaum. Dafür störten sie effektiv den Spielaufbau der Köpenicker. Die brauchten elf Minuten bis zur ersten Chance, die Awoniyi vergab. Die Gäste besaßen aber weiter mehr Ballbesitz, pressten mehr und hatten erst Pech als Raschel nur die Unterkante der Latte traf. Kapitän Hrgota besorgte dann aber mit seinem zweiten Versuch die verdiente Führung. Das schien auch auf die Stimmung zu drücken. Die Fans auf der Waldseite waren verdächtig ruhig. der Anlass war allerdings nicht sportlicher Natur, sondern wohl Einsätze von Rettungskräften.
Trainer Fischer reagierte, brachte zur zweiten Hälfte für den indisponierten Haraguchi mit Andreas Voglsammer einen dritten Angreifer in die Partie. Und auch die Fans waren wieder lautstark da. Gleichwohl blieben die Unioner ungewohnt reserviert, boten den Gegner weiter große Räume im Mittelfeld und hätten Ngankam nach Katastrophenpass von Voglsammer nicht zu lässig gepasst, sodass Jaeckel vor Hrgota an den Ball kam – das zweite Fürther Tor wäre gefallen. Dann reichte es Fischer und der Schweizer brachte seine Super-Joker Kevin Behrens und Sven Michel. wieder ein goldenes Händchen, denn Michel stach erneut und glich nach einem bösen Bock der fränkischen Defensive 128 Sekunden nach seiner Einwechselung aus. Zu mehr reichte es aber nicht.

Union Berlin gegen SpVgg Greuther Fürth – die Statistik

Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth 1:1 (0:1)
Union Berlin: Rönnow – Jaeckel, Knoche, Heintz (24. Ryerson) – Trimmel, Khedira, Gießelmann (70. Behrens) – Haraguchi (46. Voglsammer), Prömel – Becker (86. Öztunali), Awoniyi (70. Michel).
SpVgg Greuther Fürth: Linde - Griesbeck, Viergever, G.-L. Itter - Asta, Raschl, T. Tillman (90. Jung), Willems (73. Bauer) - Leweling (84. Abiama), Ngankam (73. Green), Hrgota
Tore: 0:1 Hrgota (33.), 11 Michel (72.); Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg); Gelbe Karten: Knoche, Hoffmann (Co-Trainer) - Willems; Zuschauer: 20.612

Die Stimmen zur Partie Union Berlin gegen SpVgg Greuther Fürth

Jamie Leweling (SpVgg Greuther Fürth):  „Mit der Teamleistung bin ich zufrieden. Wir haben ein Punkt mitgenommen. Das zählt.  Wir haben nichts mehr zu verlieren., spielte in der 1. Liga jetzt noch zwei Spiele, um uns zu präsentieren.“
Rani Khedira (Union Berlin): „Die Enttäuschung ist schon groß. In der ersten Häfte war es viel zu wenig, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Wir sind nicht so aggressiv ins Pressing rein gekommen und haben nach vorne zu schlampig gespielt. Wir wussten, dass es gegen Fürth nicht einfach wird, nachdem sie abgestiegen sind. Sie haben das gut gemacht.“
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): Unsere erste Hälfte war schwach. Das gibt es einfach. Fürth hat es gut gemacht, wir waren nicht griffig. Das muss man auch einmal akzeptieren. Wir bewegen uns immer am Limit. Es war schon glücklich, dass wir nur 0:1 zurückgelegen haben.
Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): „Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, fußballerisch und wir hatten die klaren Chancen. Drei Tore wären für uns auch verdient gewesen. Auch in der zweiten Hälfte hatten wir eine Großchance. Kompliment an meine Mannschaft, auch wenn wir es wieder nicht über die Runden gebracht haben.“

So geht es für Union Berlin weiter

Am vorletzten Spieltag wartet noch einmal eine besondere Aufgabe auf die Eisernen. Es geht auf die weiteste Reise der Saison – rund 800 Kilometer ins Breisgau. Beim Tabellennachbarn und zweitem überraschenden Team in der Spitzengruppe der Liga, SC Freiburg, wird es weiter um wichtige Punkte für das internationale Geschäft gehen. Anpfiff ist im Badischen am Sonnabend um 15.30 Uhr.

Und sonst noch bei Union Berlin?

Heute mal ein bisschen was für Freunde der Statistik. Am 29. April haben die Eisernen laut Stadionheft neun Partien ausgetragen. Es gab sechs Siege, ein Remis und zwei Niederlagen. Das erste war 1989 ein 0:3 in der DDR-Oberliga gegen den HFC Chemie. Nach einigen Partien in der Regional- und Oberliga gab es auch 2011 beim Zweitligaauftritt beim VfL Bochum ein 0:3. Denkwürdiger war der 5:4-Erfolg ein Jahr später bei Hansa Rostock. Den letzten Erfolg gab es 2016 bei der 1:0-“Revanche“ gegen den VfL Bochum. Ein weiterer Sieg in der Reihe gegen Greuther Fürth wurde verpasst.
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