● Der FSV Union Fürstenwalde gewinnt in der Fußball-Regionalliga Nordost gegen Tasmania Berlin mit 2:1 (1:0).
  • Union Fürstenwalde kämpft zwar weiter gegen den Abstieg, hat aber als 19. mit 19 Punkten Anschluss gefunden.
  • Warum die Verpflichtung des Ukrainers Yuriy Pavlyk beim FSV Union wohl scheitern wird.

So ist die Lage nach dem Spiel Union Fürstenwalde gegen Tasmania Berlin

Stadionsprecher Frank Drömert bemühte vor der Partie des Vorletzten FSV Union Fürstenwalde gegen das Schlusslicht Tasmania Berlin die Floskeln des ominösen „Sechs-Punkte-Spiels“ für beide Teams und hoffte, dass nach dem Spiel das Flämmchen Hoffnung weiter glimmen kann.. Tasmania war seit 13 Partien sieglos, die gastgebenden Fürstenwalder gar seit 14 Partien.
Letztere durften nach 90 Minuten feiern und die Frage blieb: War das der Befreiungsschlag für den FSV Union Fürstenwalde in der Fußball-Regionalliga Nordost? Mit dem 2:1-Erfolg in der heimischen Bonava-Arena haben die Domstädter jedenfalls ihre negative Serie gebrochen. Für Trainer Kenny Verhoene war es seit seinem Amtsantritt Ende November 2021 der lang ersehnte erste Sieg. In der Tabelle bleiben die Fürstenwalder mit 19 Punkten Vorletzter haben aber Anschluss an Rathenow (20 Punkte) und Auerbach gefunden (22.) Und Droemert befand: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Union Fürstenwalde gegen Tasmania Berlin – so fielen die Tore

1:0 Zaruba (22.)
Der Fürstenwalder läuft in den Strafraum ein und köpft den Ball nach einer Flanke von Lukas Stagge fast unbedrängt ein.
2:0 Zaruba (55.)
Der Fürstenwalder macht es wie beim ersten Tor und verwertet eine Ecke von Stagge per Kopf.
2:1 Bier (83.)
Der Berliner foppt Fürstenwaldes Torwart Marcin Staniszewski mit einer abgerutschten Flanke, so dass der Pole zu spät kommt.

So ging der FSV Union Fürstenwalde ins Spiel

Bei Union Fürstenwalde gab es gegenüber dem 0:0 beim ZFC Meuselwitz keine personellen Veränderungen in der Startelf. Während Kapitän Ingo Wunderlich mit einem gerissenen Außenmeniskus im rechten Knie noch länger ausfällt, kehrte Adrian Jarosch nach überstandener Muskelverletzung zurück in den Kader, saß aber auf der Bank.

Union Fürstenwalde gegen Tasmania Berlin – so lief das Spiel

Den Spielern des FSV Union schien die Bedeutung der Partie bewusst zu sein. Die oft üblichen 20 Minuten Anpassungsphase mit hochgefährlichen Aktionen des Gegners gab es in der Bonava-Arena nicht. Stattdessen legten die Platzherren gegen die mit einer defensiven Fünfer-Kette agierende Tasmanen eine energische Zweikampfführung an den Tag und fanden so sofort ins Spiel. Nach vorne indes fehlte noch die Präzision, der letzte Pass. Beeindruckend allerdings die Ballsicherheit eines Glen Habimana und die Lauffreude eines Lukas Stagge. Die verdiente Führung war die logische Folge, auch wenn sie aus einem Standard entstand. Mit dem 1:0 im Rücken, fiel sichtbar Ballast bei den Unionern ab. Sogar die eine oder andere gefällige Kombination ließ sich beobachten. Und Dries Corstjens mit einem Pfostenschuss (18.), Tom Weiß aus 25 Metern über (28.) sowie Stagge aus der Drehung neben das Tor (33.) verpassten knapp einen zweiten Treffer.
Auch die zweite Hälfte begannen die Fürstenwalder konzentriert. Die defensiven Berliner fanden weiter kein Mittel gegen die vor allem über die rechte Seite mit Flankenläufen von Postelt und Corstjens auftrumpfenden Unioner. Gleichwohl benötigen sie wieder einen Standard für das zweite Tor. Was aber letztlich egal sein dürfte. Die Gäste gaben danach ihre defensive Grundhaltung auf, wechselten mit Bier und Gündogdu offensiv und stellten auf ein 4-3-3-System um. Nun stand Unions Torwart Staniszewski mehrfach im Mittelpunkt, parierte einen Fernschuss und glänzte gegen Storms Geschoss. Beim Gegentreffer sah der Pole dann unglücklich aus. Und weil die Fürstenwalder ihre Konter nicht richtig ausspielten, wurde es am Ende noch einmal eng, als Staniszewski und Jarosch den finalen Einschlag in letzter Minute verhinderten. Nach dem Abpfiff lagen die enttäuschten Berliner auf dem Rasen, während die glückseligen Fürstenwalder mit ihren Fans lautstark unter Vollmond drei wichtige Punkte feierten. .

FSV Union Fürstenwalde gegen Tasmania Berlin - die Statistik

Union Fürstenwalde - SV Tasmania Berlin 2:1 (1:0)
Union Fürstenwalde: Staniszewski – Postelt , Eshele, Berk, Klossek - Zaruba, Weiß - Corstjens (88. Gruber), Stagge,Winter (88. Jarosch) - Habimana (90. Böcker).
Tasmania: Kovac - Froelian, Ceesay, Brechler (59. Bier), Balaban, Sait - Tanis (59. Gündogdu), Kaiser - Kascha, Storm, Polat.
Tore: 1:0 Zaruba (22.), 2:0 Zaruba (55.), 2:1 Bier (83.); Schiedsrichter: Wilske (Bretleben); Gelbe Karten: - Balaban, Storm - Zuschauer: 201.

FSV Union Fürstenwalde - Tasmania Berlin - die Reaktionen

Thomas Franke (Trainer Tasmania Berlin): „Das war ein Endspiel. Wir waren am Anfang zu ängstlich. In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, was wir können, belohnen uns aber nicht. Wenn man in der Liga bleiben möchte, muss man sich belohnen. Wir hatten noch die große Chance. So ist es ärgerlich gegen Fürstenwalde zu verlieren.“
Lukas Stagge (Kapitän FSV Union Fürstenwalde): „Die Erleichterung ist sehr groß. Endlich wieder ein Sieg. Da warten wir jetzt drei Monate drauf.  Das war ein verdienter Sieg. Diesmal waren wir von Anfang an richtig gut drin. Die erste Hälfte war die beste, die wir in dieser Saison gespielt haben.  Wir hätten nur eher den Deckel draufmachen müssen. Hinten raus machen wir es unnötig spannend.“
Kenny Verhoene (Trainer FSV Union Fürstenwalde): „Jeder Sieg fühlt sich gut an, egal, ob es jetzt mein erster hier ist. Wir waren sofort im Spiel, haben sofort Druck nach vorne gemacht. So wie wir uns das vorstellen. Es hat uns geholfen, dass der Gegner so stand, wie wir das erwartet haben. Der Sieg war verdient, auch am Ende war weniger Hektik und wir haben nichts weggeben. Wir müssen uns aber bei Marcin bedanken, dass er am Schluss die Hand noch dran hatte.“

Die Tabelle der Regionalliga Nordost

So geht es für Union Fürstenwalde in der Regionalliga Nordost weiter

Für den FSV Union steht nach der Pokalpause am 1. April (13 Uhr) das nächste wichtige Spiel im Abstiegskampf auf dem Programm. Und die Aufgabe im Brandenburg-Derby beim SV Babelsberg wird nicht leicht..

Und sonst noch beim FSV Union Fürstenwalde

Die Verpflichtung des ehemaligen ukrainischen Zweitligaprofs Yuriy Pavlyk dürfte sich für die Fürstenwalder zerschlagen haben. „Seit er in die Ukraine gefahren ist, um seine Tochter und seine Frau zu holen, habe ich nichts mehr von ihm gehört“, sagt der Sportliche Leiter Michael Pohl und hofft, dass dem 28-Jährigen und seiner Familie nichts passiert ist. Der zweite Grund ist, dass der Deutsche Fußballbund entgegen der Empfehlung des Weltverbandes FIFA, das die Vereine Ukrainer verpflichten dürfen, dieses untersagt. Nach Auskunft des FSV Union, weil der DFB eine Wettbewerbsverzerrung in seinen Spielklassen ab der 3. Liga befürchtet.