Elke und Axel Lehmann wussten gar nicht so richtig wohin mit ihrer Verzweiflung auf der eine Seite und der Freude darüber, wie viel ihr Sohn Steffen so zahlreichen Leuten bedeutete auf der anderen Seite. Es flossen viele Tränen und die Anteilnahme war groß. Die Fußball-Abteilung des PSV Frankfurt (Oder) hatte am 26. September ein besonders schweres Spiel in der Fußball-Kreisklasse Süd auszutragen. Die Partie gegen Blau-Weiß Markendorf II wurde Steffen Lehmann gewidmet. Das 32-jährige PSV-Vereinsmitglied, das unter Diabetes litt, die Krankheit aber nach Aussage vieler unter ärztlicher Kontrolle hatte, war am 14. September in seiner Wohnung verstorben.

Frankfurt (Oder)

Schock für die Familie und den PSV Frankfurt

Nicht nur die Eltern und Lebensgefährtin Johanna aus Fürstenwalde konnten den Verlust eines geliebten Menschen nicht fassen. Auch beim PSV Frankfurt standen alle unter Schock. „Steffen hat 2010 bei uns angefangen, Fußball zu spielen. Als er 2018 damit aufhörte, hat er uns im Vorstand mit seinem Engagement sehr entlastet“, erzählte Frank Lägel, Abteilungsleiter Fußball beim Verein.
Fast wie ein Schrein: Frank Lägel (links), Abteilungsleiter Fußball beim PSV Frankfurt (Oder) und Erik Jagow haben auf Tischen eine Collage mit Fotos des verstorbenen Steffen Lehman,  eine Spendenbox und andere Devotionalien aufgebaut.
Fast wie ein Schrein: Frank Lägel (links), Abteilungsleiter Fußball beim PSV Frankfurt (Oder) und Erik Jagow haben auf Tischen eine Collage mit Fotos des verstorbenen Steffen Lehman, eine Spendenbox und andere Devotionalien aufgebaut.
© Foto: Uwe Wuttke
Um dem Spiel einen würdigen Rahmen zu verleihen, ließen sich die Verantwortlichen einiges einfallen. Es gab einen Stand mit Fußball-Devotionalien, einer Collage aus Fotos von Steffen Lehmann und Spendenboxen mit weißen Blumen geschmückt. Vor allem die Unterstützung der Angehörigen war Erik Jagow wichtig. „Wir wollen der Familie helfen, sie finanziell entlasten, denn auch eine Beerdigung kostet“, sagt Jagow, der Lehmann seit 16 Jahren kennt und mit ihm beim PSV viel zusammengearbeitet, die Spieltage organisiert hat und am Grill stand. „Steffen war immer ein Spielmacher wie auf dem Spielfeld. Da war er ein klassischer Zehner“, erinnert sich Jagow und fügt an: „Wir wollten heute seinen Eltern und der Lebensgefährtin zeigen, welchen Stellenwert Steffen für den Verein hatte.“

Lebengefährtin Johanna: „Er war immer für alle da“

Einen großen Stellenwert: „Er war immer für alle da, jetzt machen die anderen etwas für ihn. Das ist wirklich toll“, zeigte sich Lehmanns Freundin Johanna gerührt. „Dieses Spiel und die Aktionen sind großartig und überwältigend. Sie sind die totale Anerkennung für Steffen und zeigen, wie beliebt er war“, erklärte Vater Axel unter Tränen. Er und seine Frau bekamen vor dem Anpfiff noch von Jagow ein Trikot mit dem Namen des Sohnes überreicht.
Einmarsch der Mannschaften PSV Frankfurt (Oder) und Blau-Weiß Markendorf II beim Spendenspiel für den verstorbenen Steffen Lehmann mit der Hymne des FC Hansa Rostock und Pyrofackeln
Einmarsch der Mannschaften PSV Frankfurt (Oder) und Blau-Weiß Markendorf II beim Spendenspiel für den verstorbenen Steffen Lehmann mit der Hymne des FC Hansa Rostock und Pyrofackeln
© Foto: Uwe Wuttke

Partie ging auch Spielern von Blau-Weiß Markendorf nahe

Auch das Spiel selbst stand ganz im Zeichen der Situation und ging auch den Markendorfern nahe. Beide Mannschaften wurden zu der Hymne von Lehmanns Lieblingsclub Hansa Rostock durch ein Pyro-Spalier auf das Feld geführt. „Das macht schon etwas im Kopf, aber wir wollen das für 90 Minuten ausblenden und gewinnen“, sagte Blau-Weiß-Spieler Robert Lange. Klappte nicht ganz. Am Ende stimmte auch noch das Ergebnis für den Gastgeber. Der PSV besiegte den Aufstiegsaspiranten mit 2:1. „Das war das I-Tüpfelchen und die Spendenaktionen auf dem Platz und bei Paypal haben auch rund 5500 Euro eingesammelt“, freute sich Jagow, um traurig anzufügen: „Die Beerdigung von Steffen Lehmann findet am 5. Oktober um 13 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt (Oder) statt.“