Der Rahmen hatte am Freitagabend eine genau solche Partie verdient. Das satte Grün leuchtete im Flutlicht und 538 Zuschauer säumten den Spielfeldrand. Und was die Fußballer des FSV Schorfheide Joachimsthal und der SG Einheit Zepernick, vor allem in den ersten 45 Minuten, ablieferten, war teils spektakulär.

Starker Auftritt beider Mannschaften

Es sei definitiv gehobenes Niveau gewesen, sagt Sven von Pruschak. Genau aus diesem Grund konnte und wollte der Joachimsthaler Trainer ob der 1:2-Niederlage seinen Jungs „überhaupt keinen Vorwurf machen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, und es war ja erst der sechste Spieltag“.
Vom Anpfiff weg entwickelte sich ein in Zweikämpfen durchweg intensives, aber nie unfaires Topspiel. Zepernick war um Spielkontrolle bemüht, sah sich jedoch mit harter Gegenwehr konfrontiert.
Blieb diesmal ohne eigenen Treffer: Schorfheides Torjäger Moritz Fedder (r.)
Blieb diesmal ohne eigenen Treffer: Schorfheides Torjäger Moritz Fedder (r.)
© Foto: Steffen Kretschmer
Und mit zunehmender Spieldauer legte Joachimsthal sogar immer mehr zu und erarbeitete sich in der 45. Minute den Führungstreffer. Ein Freistoß vom linken Strafraumeck von Moritz Fedder war zunächst genauso geblockt worden wie der Nachschuss des Torjägers. Aus dem Rückraum hämmerte dann aber Kilian Haß den Ball zum 1:0 in die Maschen.

Kevin Maek mal wieder mit dem Kopf

Doch während sich wohl schon die meisten der 538 Zuschauer mit diesem Spielstand anfreundeten und den Pausenpfiff erwarteten, schlugen die Gäste noch einmal zu. Eine Flanke von der linken Seiten konnte Joachimsthal zunächst noch abfangen. Den Nachschuss verwertete Luca Grabarek jedoch trocken zum Ausgleich (45.+2).
„Am Ende verdient. Wir hatten die klareren Chancen. Wir haben sehr kompakt und diszipliniert gespielt. Und das auch in einer Phase, als bei uns nicht viel zusammenlief und Joachimsthal noch einmal einen Atem bekommen hat. Der Schlüssel war natürlich das 1:1, aber auch, dass wir aus der Pause gekommen sind und das zweite Tor nachgelegt haben“, sagt Zepernicks Trainer Lucio Geral.
Der Führungstreffer der Einheit entstand nach Schema F, wie es schon häufig bei Spielen der Zepernicker zu sehen war. Eine Standardsituation, diesmal ein Freistoß von rechts, und in der Mitte Zielspieler Kevin Maek. Er köpfte sehenswert zum 2:1 ein (53.).

Lucio Geral sieht neue Stärke seines Teams

„Bei dem, was Kevin in der Luft und teilweise auch mit dem Fuß macht, merkt man schon, dass er fußballerisch eine große Historie hat. Deswegen trainieren wir das nicht. Er weiß, was er zu tun hat. Er bekommt es dann in den Spielen aber auch sehr oft umgesetzt. Das ist schon toll“, freut sich Geral.
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Frankfurt/Oder

Ohnehin konnte Zepernicks Coach mit dem Auftritt seiner Spieler zufrieden sein. Wenn es etwas vorzuwerfen gab, dann, „dass wir nicht mit dem dritten Tor für mehr Ruhe gesorgt haben“. Denn am Ende drückten die Hausherren noch einmal gewaltig. Belohnt wurden sie jedoch nicht.
Lucio Geral: „Uns hat diesmal nicht nur die fußballerische Qualität zum Sieger gemacht, sondern fast eher die mannschaftliche Geschlossenheit. Es macht aber einfach Appetit auf mehr, in unserer Liga noch mehrere Mannschaften zu haben, die auf diesem Niveau gegen einen Spielen.“
Besondere Maßnahmen für das Topspiel: Das Team um Schiedsrichter Chris Wein kommunizierte via Headset.
Besondere Maßnahmen für das Topspiel: Das Team um Schiedsrichter Chris Wein kommunizierte via Headset.
© Foto: Steffen Kretschmer
Ist jetzt schon eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gefallen? „Das natürlich nicht. Am Ende macht es aber Zepernick. Es kann nur einer Aufsteigen. Natürlich würden wir aber auch, wenn es klappt. Unser Saisonziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen. Zepernick hat das einen Tick bessere Spielermaterial. Es sind aber noch andere mit im Rennen. Templin hat sich gut verstärkt und Neuenhagen ist die große Unbekannte“, sagt Schorfheides Trainer Sven von Pruschak.

Mehrere Teams im Meisterrennen

Lob gab es am Ende noch von Zepernicks Trainer Lucio Geral: „So, wie das hier mit dem tollen Platz, den vielen Zuschauern und dem ganzen Drumherum ausgestaltet wurde, fühlte sich das überhaupt nicht nach Landesklasse-Fußball an. Ich denke, dass es noch sehr lange eine spannende Saison wird. Teams wie Joachimsthal lassen einfach sehr wenig liegen. Gerade an ekligen Spieltagen müssen wir auswärts unser Spiel umsetzen. Die Liga hat sich nicht am Freitagabend entschieden. Sie hat für uns lediglich aktuell eine schöne, sonnige Aussicht.“