Zwei Wochen vor dem Beginn der neuen Punktspielsaison ermitteln die Fußballer am Freitagabend den Kreispokalsieger der alten Saison. Im Endspiel steht wie schon im Vorjahr der TuS Sachsenhausen II, der ab 19.30 Uhr in Klosterfelde auf die Brandenburgliga-Reserve der heimischen SG Union trifft.
Diese Konstellation wie im Fußballkreis Oberhavel/Barnim gibt es im gesamten Landesverband nicht: Im Pokalfinale treffen zwei Mannschaften aufeinander, die auf dem Weg ins Endspiel alle höherklassigen Gegner ausgeschaltet haben: In Klosterfelde empfängt Union II den TuS Sachsenhausen II, also Kreisklasse versus Kreisoberliga. Sämtliche Landesklasse-Vertreter blieben in den sechs Runden hängen.

TuS Sachsenhausen II steht erneut im Endspiel

Von einem „Wohlfühlerlebnis“ spricht Franz Roosch, der mit Paul Schmuck wiederum die Zweite der SG Union Klosterfelde coachen wird. Er kennt sowohl seine Elf als auch die des Kontrahenten glänzend, trug er doch bis zum Winter das TuS-Trikot. „Sachsenhausen ist ein ambitionierter Kreisoberligist mit viel Potenzial.“ Er geht von einer „harten Nuss“ aus, die seine Mannschaft knacken will. Nicht unmöglich, denn Klosterfelde räumte zuletzt auch die Elf aus Zepernick aus dem Weg. Der Landesklasse-Vertreter sah sich mit der 3:2-Führung zu früh auf der sicheren Seite. Denn das mit knapp einer Handvoll Spielern des Brandenburgligisten aufgewertete gastgebende Team glich in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Marvin Lewin aus. Mehr noch: Das Trainerduo wechselte nach 85 Minuten den Erfolg ein. Marcel Richter sorgte mit dem 4:3 (101. Minute) für die Sensation an der Mühlenstraße.

Trainer Holzhauer - Finalspiele werden nie langweilig

TuS Sachsenhausen nahm im Halbfinale die Hürde Schorfheide Joachimsthal (Landesklasse) und zog daher nach dem Sieg 2016 und der Niederlage im Vorjahr zum dritten Mal binnen fünf Jahren ins Endspiel ein. Trainer Philipp Holzhauer: „Finalspiele werden nie langweilig. Das sind immer Spiele, die man nicht vergisst. Für mich ist es nun schon das vierte Endspiel (gewann als Spieler mit Mühlenbeck; Anm. d. Red.).“ Auffällig sei, dass TuS im Halbfinale immer gegen höherklassige Mannschaften gewonnen hatte. Im Finale waren dann aber immer die Gegner in der Favoritenrolle. „Diesmal ist es ganz schwer einzuschätzen“, bemerkt Holzhauer. „Wir gehen davon aus, dass sechs bis acht spielberechtigte Akteure aus der ersten Mannschaft dabei sein werden. Ich habe das Halbfinale gegen Zepernick gesehen. Daher weiß ich, was diese Mannschaft kann.“ Der TuS-Coach zum möglichen Zugriff auf die Sommerzugänge: „Wir werden nichts von oben nehmen – auch wenn die Möglichkeit da ist und die Sorgen groß sind, da einige Spieler fehlen. Wir haben trotzdem einen tollen Kader und Jungs, denen ich das Finale gönne und zutraue.

Zepernick für Landespokal-Wettbewerb qualifiziert

Etwa 600 Zuschauer dürften am Freitagabend kommen, wenn Michael Bergander mit seinen Assistenten Stefan Kotte und Jonas Marx die Partie um 19.30 Uhr freigeben wird. Schon im Achtel-, Viertel- und Halbfinale erwiesen sich die Pokalspiele in Klosterfelde als Magnet: Insgesamt kamen etwa 700 (50, 282, 310) zum 2:0 gegen Oranienburg II, zum 6:1 gegen Schönow und zum 4:3 gegen Zepernick. Auf das gewohnte und beliebte Rahmenprogramm wird allerdings weitgehend ausbleiben. Franz Roosch dazu: „Wir sind durch das Final-Komitee darauf hingewiesen worden, auf die Show zu verzichten.“
Weder TuS II noch Union II sind im Landespokal startberechtigt. Daher ermittelten die unterlegenen Halbfinalisten in einem Entscheidungsspiel den Qualifikanten für den Landes-Wettbewerb. Zepernick setzte sich mit 4:1 durch und trifft nächste Woche im Heimspiel auf den FC Eisenhüttenstadt (Brandenburgliga).