Die Liste der bekannten Namen war lang, die sich auf den Posten als Cheftrainer beim Fußball-Regionalligisten FSV Union Fürstenwalde beworben hatten. Seit Längerem war bekannt, dass Matthias Maucksch als Trainer nach dem Landespokalfinale, das mit 0:2 gegen den SV Babelsberg verloren ging, nicht mehr in der Domstadt weiter arbeiten würde. Doch sein Nachfolger ist weder Ex-DDR-Nationalspieler Thorsten Gütschow, noch Thomas Hoßmang, der zuletzt den Drittligisten 1. FC Magdeburg coachte, oder Sebastian König, Leiter des Nachwuchszentrums von Energie Cottbus.

Langer ist ein unbeschriebenes Blatt

Mauckschs Nachfolger heißt Andreas Langer und ist im Trainerbusiness ein unbeschriebenes Blatt. „Wir kennen Andreas Langer seit er bei uns vor zwei Jahren im Nachwuchs gearbeitet hat, schätzen seine fachliche Kompetenz und haben zu ihm vollstes Vertrauen, und sind vom Trainerteam überzeugt, dass es uns auch durch diese womögliche schwierige Zeit leiten wird“, sagt Unions Sportlicher Leiter Frank Bellach, der zudem als Nachwuchsleiter fungiert. Mit Blick auf die geplante Verjüngung der Mannschaft ist dies eine nachvollziehbare Wahl, wenn auch mit einem Restrisiko verbunden.
Langer, der zuerst seinen Sohn bei Eintracht Miersdorf/Zeuthen trainierte, wechselte dann mit dem Filius nach Fürstenwalde. „Als ich mich damals um die Jugend beim FSV Union kümmerte, haben wir einen guten Trainer für den Jugendbereich gesucht“, erzählt Pohl. Er sprach Langer an und lotste ihn als E-Jugend- und DFB-Stützpunkt-Trainer in den Domstadt. Langer, der als ein akribischer Arbeiter gilt, bewies schon damals sein Trainertalent. Zahlreiche seiner Schützlinge, die er mit fünfmal Training in der Woche fitmachte, schafften den Sprung an die Sportschule. Der Vater folgte, nach einer Hospitation bei Vorgänger Maucksch, damals seinem Sohn nach Cottbus zu Energie, wo er zuletzt die U 15 trainierte.

Langer: „Ich freue mich, dass ich die Chance bekomme“

Dass Langer die Position von Maucksch übernimmt, war schon länger klar, der Verein zögerte aber mit der Bekanntgabe. „Er musste erst beruflich einige Sachen klären“, sagte Bellach. Nun ist es offiziell. Der 54-Jährige übernimmt am 14. Juni, wenn die achtwöchige Saisonvorbereitung startet.

Langer machte in Köln die A-Lizenz mit Bundesliga-Profis

Langer, der an der Sporthochschule in Köln die A-Lizenz mit etlichen Bundesliga-Profis ablegte ud als akribischer Arbeiter gilt, war nicht für ein Statement erreichbar, äußerte sich aber in einer Pressemitteilung des Vereins. „Ich freue, mich, dass ich die Chance bekomme, bei Union zu arbeiten.“ Beim Verein und vor allem bei der sportlichen Leitung um Michael Pohl und Frank Bellach bedankte sich Langer „für das entgegengebrachte Vertrauen und die guten Gespräche“ und fügt an: „ Auf uns wartet viel Arbeit und eine lange Saison. Wir hoffen, dass zu den geplanten Vorbereitungsspielen auch endlich unsere Fans ins Stadion zurückkehren können.“

Von Energie Cottbus kommt Co-Trainer Tom Nowak

Zur Seite steht ihm Co-Trainer Tom Noack. Der gelernte Physiotherapeut besitzt die DFB-Elite-Lizenz und absolviert zurzeit ein Fernstudium im Bereich Fußballmanagement. Wie Langer, war Nowak zuletzt im Nachwuchsleistungszentrum von Energie Cottbus tätig. „Mit Andreas habe ich schon ein Jahr in Cottbus zusammengearbeitet, wo wir als Team gut harmoniert haben. Ich kannte den FSV Union Fürstenwalde bisher nur als Liga Kontrahenten, doch die Bedingungen in Fürstenwalde haben mich in meiner Entscheidung schnell zur Überzeugung gebracht, bei diesem Verein arbeiten zu wollen“, erklärte Nowak.
Tom Nowak, neuer Co-Trainer des FSV Union Fürstenwalde für die Regionalliga-Saison 2021/22
Tom Nowak, neuer Co-Trainer des FSV Union Fürstenwalde für die Regionalliga-Saison 2021/22
© Foto: Frank Bellach/Verein

Sportliche Leitung: „FSV Union ist ein Ausbildungsverein“

Aus Sicht der sportlichen Leistung heißt es in der Mitteilung weiter: „Der FSV Union ist ein Ausbildungsverein und hier haben junge Spieler die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu präsentieren. Es ist bekannt, dass Spieler unseren Verein nach ein bis zwei Jahren verlassen um gegebenenfalls. bei einem besser bezahlendem Verein, in einer höhere Spielklasse oder aber auch Studium oder Beruf Fuß zu fassen.“

Großes Erbe unter der Ägide von Matthias Maucksch

Das Erbe von Matthias Maucksch sei groß, denn die vergangenen zwei Jahre waren von Erfolg geprägt. Deshalb bittet Bellach um Geduld: „Wir wollen nicht gleich die Nerven verlieren, sofern der Start nicht glücklich verlaufen sollte und es womöglich eine Niederlagenserie geben sollte. Jeder Einzelne im Team, vom Spieler bis zum Betreuer, werden alles dafür tun, um dieser Saison eine positive Richtung zu geben.“
Von dem neuen Duo wird also vor allem erwartet, dass es junge Spieler entwickelt, auf die der Verein künftig verstärkt setzen wird, und gleichwohl den Klassenerhalt erreicht. Der Drei-Jahres-Vertrag ist ein deutlicher Vertrauensvorschuss.