Wenn Union Berlins Mittelfeldspieler Robert Andrich aktuell über die Auftritte seiner Mannschaft spricht, kommt er regelrecht ins Schwärmen. „Teilweise trauen wir uns mehr zu, Fußball zu spielen, auch wenn es nicht so einen großen Freiraum gibt. Ich denke, das hat mit Mut und Erfahrung zu tun.“ Und Mut haben die Köpenicker nach dem guten Saisonstart mit neun Punkten aus sechs Spielen jede Menge. Am Sonnabend im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld soll auf jeden Fall ein Heimsieg her.

Andrich beschwört Aura der Alten Försterei

„Wir spielen zu Hause. Wir haben zwar keine Zuschauer, aber wollen trotzdem gewinnen mit der Aura der Alten Försterei, egal wer da kommt“, gibt er sich selbstbewusst. Seit mittlerweile fünf Spielen sind die Köpenicker ungeschlagen. Für Andrich hat das vor allem mit einem Grund zu tun: „Für mich und andere war letztes Jahr die erste Saison. Jetzt weiß man – in Anführungsstrichen – wie es läuft und hat Automatismen und wir versuchen, uns als Team weiterzuentwickeln.“ Und schwört ein bisschen dem Spielstil der vergangenen Saison ab: „Nur über lange Bälle und Laufen kannst du auch nicht kommen.“ So beeindruckt Union mittlerweile immer mehr mit einem ansehnlichen Kurzpassspiel.

Bielefeld kommt mit Unions Rekordtrainer Uwe Neuhaus

Die Spielidee verfolgt auch Aufsteiger Arminia Bielefeld. „Sie haben ein klares System, was sie durchdrücken. Sie spielen brutal auf Ballbesitz, schon vom Torwart“, sagt Andrich, der mit Arminia-Coach Uwe Neuhaus in der Saison 2015/16 bei Dynamo Dresden zusammen arbeitete und von der 3. Liga in die 2. Liga aufstieg. Der Mittelfeldspieler kam unter Neuhaus jedoch nur selten zum Zug. „Das Wichtigste war der Aufstieg, auch wenn ich sportlich nicht viel dazu beigetragen habe. Er hatte seine Spieler, die immer gespielt haben, aber sportlich lief es, da konnte man ihm keinen Vorwurf machen.“ Bevor er nach Dresden wechselte, war Neuhaus von 2007 bis 2014 bei Union Berlin tätig und ist damit der am längsten amtierende Trainer der Vereinsgeschichte.

Lob für die Neuzugänge

Ein Grund für Unions guten Saisonstart sind auch die funktionierenden Neuzugänge. „Max Kruse, klar, das will jetzt jeder hören, tut uns gut, aber alle haben sich gut integriert.“ Und auch Andrich selbst hat einen Schritt nach vorn gemacht und ist nun nicht mehr nur defensiver Abräumer, sondern öfter torgefährlich. „Ich versuche, häufiger die richten Wege zu wählen, um nach vorn mitzugehen.“ Das klappte gegen Freiburg sogar so gut, dass Andrich ein Tor erzielte.

Bisher nur eine Gelbe Karte

Und auch eine andere Schwachstelle hat Andrich bisher gut unter Kontrolle: die Gelben Karten. In der vergangenen Saison bekam er elf Mal Gelb und einmal Gelb-Rot. „Ich versuche, ein bisschen cleverer zu sein als letztes Jahr. Mit einer gelben Karten bisher kann ich zufrieden sein“, erzählt er mit einem Lachen. Und unter dem Strich ist ihm die Anzahl der Karten auch egal. „Am Ende ist es wichtig, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben.“