Ist das die Erlösung für den Amateur-Fußball in Brandenburg? In den vergangenen Wochen und Tagen war die Kritik an der 2G-Regel immer heftiger geworden. Und nun ist es amtlich, dass nicht nur Geimpfte und Genesene, sondern wieder auch Getestete Sport unter freiem Himmel treiben dürfen. Das Land Brandenburg hat die Eindämmungsverordnung dementsprechend überarbeitet und angepasst. Ab 9. Februar soll dies greifen.
„Wir begrüßen diese Entscheidung sehr und freuen uns unheimlich“, sagt Wilfried Riemer. Für den Vorsitzenden des Spielausschusses des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) könne dieser Schritt für „große Entspannung“ in Bezug auf den bereits angelaufenen Re-Start geben. „Es war sehr schwierig für uns nachzuvollziehen, dass in Berlin schon länger unter 3G-Bedingungen gespielt wird und es wenige Kilometer weiter nicht mehr funktionierte“ oder nicht gestattet war.

Sportmediziner aus Kyritz plädiert für den nächsten Schritt

Ein Stein fällt mit dem Umschwenken auch Sportmediziner Dr. Ralf Schaeffer von den KMG-Kliniken in Kyritz vom Herzen. „Ich bin ein klarer Unterstützer der 3G-Regelung, denn Freiluftfußball wurde in den letzten Monaten wissenschaftlich nicht als Infektionstreiber dargestellt.“ Er hoffe sehr, dass „wir selbst 3G zeitnah nicht mehr brauchen und die Freigabe für Sport unter freiem Himmel kommt“. Die Belastung sei für alle unzumutbar gewesen, fasst der Mediziner zusammen.

Spielbetrieb unter 2G wäre vielerorts nicht möglich gewesen

Damit haben die 115 Mannschaften im Landesspielbetrieb und auch die acht Kreisverbände nun Planungssicherheit. Ab Mittwoch darf Trainieren und Auflaufen, wer geimpft, genesen oder getestet ist. „Jetzt kann der Spielbetrieb wieder richtig anlaufen“, sagt auch Stefan Götz, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim FLB. Ergänzend fügt er jedoch hinzu: „Wir sollten froh sein, dass wir unter den aktuellen Umständen, die Infektionszahlen sind sehr hoch, unter 3G spielen können.“
Zuletzt hatte es große Kritik am 2G-Modell gegeben, weshalb sich am Montag der Landesverband klar positionierte: Fußball sei für eine Vielzahl von Vereinen personell und organisatorisch unter diesen Bedingungen nicht leistbar, hieß es. Das sei nun vorbei, sagt Götz. „Einige Kreise haben eigene Umfragen gemacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Spielbetrieb unter 2G nicht funktioniert. Sie wollten aber die neue Verordnung abwarten. Deshalb ist das jetzt sehr positiv. Durch die Tests wird niemand mehr ausgeschlossen, und gleichzeitig wird das Infektionsgeschehen kontrolliert.“

Reichen auch Selbsttest unter Aufsicht aus?

Die Nachweise (nicht älter als 24 Stunden) seien von einer amtlich bestätigten Teststelle zu erbringen, erinnern Wilfried Riemer und Stefan Götz. Zu prüfen sei noch, ob auch ein Selbsttest unter Aufsicht einer Fachkraft als Nachweis ausreiche.
Muss der FLB nach den Lockerungen des Landes nun auch seine Spielordnung ändern? Stefan Götz sagt, dass dies nicht notwendig sei. Sie sei an 2G angepasst worden. Mit dem Passus: „Sobald 3G gilt, ist die alte Regelung hinfällig.“
Öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen bleiben weiterhin untersagt.