Bereits ab dem 1. Januar 2022 ist der Spielbetrieb im Fußball-Land Brandenburg wieder erlaubt – das hat der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) beschlossen. Konkret hat der Verband den 22. Januar und den 29. Januar für Nachholspiele eingeplant. Am 5. Februar geht es dann für Brandenburgliga und Landesklassen mit dem 13. Spieltag der Hinrunde weiter. Die Landesliga ist schon beim 14. Spieltag.
Doch kann das funktionieren – und welche Regeln gelten? Am Montag beantworteten FLB-Geschäftsführerin Anne Engel, Spielausschussleiter Wilfried Riemer und FLB-Mitarbeiter Oliver Giese die entscheidenden Fragen:

2G oder 3G – wie soll in Brandenburg gespielt werden?

Spielausschuss-Leiter Riemer wollte am Montag nicht konkret benennen, unter welchen Bedingungen gespielt wird. Er betonte: „Wir müssen abwarten, welche Verfügungen jeweils gelten.“ Derzeit gilt in Brandenburg die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

Brandenburg

Wie hilft der FLB den Vereinen?

Der Landesverband bereitet einen Leitfaden für die Vereine vor. FLB-Geschäftsführerin Anke Engel rechnet mit spätestens Anfang des Jahres, bis den Vereinen damit eine Handreiche für die vielfältigen Fragen rund um die Spiele in der Corona-Pandemie gegeben wird. Allerdings sind regionale Unterschiede in Abhängigkeit von der behördlichen Verfügungslage zu erwarten. Auch die Geschäftsführerin spürt: „Die Vereine sind nervös.“ Mit „kirre“ sei die Gemütslage am besten beschrieben.

Wer muss die Einhaltung von 2G kontrollieren?

Für den Verband sind die gastgebenden Vereine gefragt. Wilfried Riemer betonte: „Wir sollten die Vereine nicht unterschätzen, die haben alle pfiffige Funktionäre. Wie jeder Ladenbesitzer oder Gaststättenbetreiber haben sie das Hausrecht und können am Einlass kontrollieren. Sie entscheiden, wer auf ihre Anlage darf.“

Können die Vereine den Impfstatus des Gegners einsehen?

Als Gastgeber hat jeder Verein das Recht, den Impfstatus der Gastmannschaft einzusehen. Doch wie ist es andersherum? Wer kontrolliert, ob bei der Heim-Mannschaft alle Spieler die 2G-Regel erfüllen. Spielausschuss-Leiter Riemer gibt zu: „Das ist eine Frage, die wir intern noch klären müssen. Ich kann mir vorstellen, dass dies die beiden Mannschaftsleiter regeln könnten.“

Was passiert, wenn ein Team nicht 2G-fähig ist?

Riemer betonte, dass der Verband immer auf Kulanz setze. Sollten eine Mannschaft wegen 2G nicht genügend Spieler zur Verfügung haben, könne die sich mit dem Gegner auf eine Verschiebung einigen. Wenn der Gegner allerdings nicht zustimmt, müsse das Spiel entsprechend gewertet werden. Riemer: „Wir müssen das dann als schuldhaftes Nichtantreten vor das Sportgericht bringen.“

Was ist, wenn ein Spieler gegen 2G verstößt?

Sollte ein Verein im Nachhinein den Verdacht haben, dass beispielsweise in ungeimpfter Spieler beim Gegner mitgewirkt habe, dann kommt das Sportgericht ins Spiel. Wilfried Riemer verdeutlicht: „Wir müssten dann eine Einzelfallentscheidung erwirken.“ Er betont: „Allerdings wäre das sträflich, weil der entsprechende Verein und der Spieler gegen behördliche Verfügungen verstoßen.“

Gibt es genügend Schiedsrichter für 2G?

Heinz Rothe, Chef des Schiedsrichter-Ausschusses hatte vor einigen Wochen große Bedenken angemeldet, ob genügend Schiedsrichter im Land Brandenburg die 2G-Anforderungen erfüllen. Wilfried Riemer gab nun etwas Entwarnung: „Wir sind gerade dabei, zu eruieren, wie viele Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Für den Landesspielbetrieb sieht es relativ gut aus.“

Aufstieg und Abstieg – gibt es eine sportliche Lösung?

Das ist das große Ziel des Verbandes – daran hat sich nichts geändert. Wilfried Riemer verdeutlicht: „Die Vereine wollen sportlich einen Meister ermitteln und es soll auch Absteiger geben.“ Das sei in vielen Gesprächen mit den Clubs deutlich geworden.

Wechselfrist verändert – ab wann dürfen Zugänge spielen?

Wechselt ein Spieler in der am 31. Januar ablaufenden Frist den Verein, dann ist er sofort spielberechtigt – wenn die Freigabe sein Ex-Vereins gegeben ist. Oliver Giese, Mitarbeiter beim FLB, ergänzt: Neu sei, dass bei Nichtfreigabe die sechs Monate Spielsperre erweitert werden um den einen Monat und die sechs Tage während der Saisonunterbrechung (24. November bis 31. Dezember). Demnach droht die Spielfreigabe erst nach sieben Monaten und sechs Tagen seit dem letzten Einsatz.
Theoretisch könnte also ein gewechselter Kicker bis zum Saisonende zweimal gegen seinen ehemaligen Verein antreten – sofern sich beide in Spielbetrieb gegenüberstehen.
Wilfried Riemer ist Leiter des Spielausschusses beim Fußball-Landesverband Brandenburg. Er erklärte in einer Videokonferenz, wie die Spiele ablaufen sollen.
Wilfried Riemer ist Leiter des Spielausschusses beim Fußball-Landesverband Brandenburg. Er erklärte in einer Videokonferenz, wie die Spiele ablaufen sollen.
© Foto: Fußball-Landesverband Brandenburg

Ungeliebte Quotientenregel – wird sie wieder angewendet?

Ja. Im Spielausschuss wurden laut Wilfried Riemer auch andere denkbare Varianten wie ein Playoff-Modus diskutiert. Der habe aber keine Mehrheit bekommen. Oberstes Ziel des Verbandes ist es, die Saison regulär auszuspielen. Sollte jedoch wieder abgebrochen werden müssen, wird anhand des Quotienten von erzielten Punkten und absolvierten Spielen eine Abschlusstabelle erstellt.

Die Reform der Spielklassen – was kommt auf die Vereine zu?

In einer großen Umfrage unter den Vereinen hat sich der Verband ein Meinungsbild verschafft. Wilfried Riemer berichtet von ersten Ergebnissen: „Die Vereine wollen die Staffelstärken mit 16 Teams im Landesspielbetrieb weiter beibehalten.“ Allerdings gebe es bei diesen Meinungen auf unterer Ebene ein Nord-Süd-Gefälle. Deshalb wolle der Verband ins Gespräch mit den Vereinen gehen.

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