"Fußballspieler sind Arbeitnehmer und der Verein muss sich an die Verträge und geltendes Zivilrecht halten. Dabei gilt, dass Menschen, die ihre Leistungen persönlich erbringen müssen, den Vertrag zu erfüllen haben, außer es ist ihnen aus persönlichen Gründen unzumutbar", erklärt Anwalt André Schenk. "Wenn die Beleidigungen so massiv sind wie bei Marega, dann ist es nicht mehr zumutbar und er darf den Platz verlassen."
Grundsätzlich gibt es aber keine konkreten Maßstäbe, wann eine Situation für einen Spieler nicht mehr zumutbar ist. Diese Situationen würde jeder Spieler anders empfinden, schließlich könne man nicht in die Psyche des Menschen blicken. "Wenn ein Spieler es nicht mehr für zumutbar hält, weil er in seiner Persönlichkeit verletzt wird, darf er das Feld verlassen", erklärt Schenk. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Fans ihn auspfeifen, weil er zum Beispiel schlecht gespielt hat.
Ähnlich verhält es sich auch, wenn die Spieler mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz sind, obwohl diese nicht der eigentliche Arbeitgeber des Spielers sind. "In diesem Moment haben die Spieler ein arbeitsrechtähnliches Vertragsverhältnis. Aber wenn es dem Spieler unzumutbar ist, diesen Vertrag zu erfüllen, dann kann auch er in die Kabine gehen", erklärt Schenk.
Im Amateurbereich hingegen ist es schwierig das Arbeitsrecht heranzuziehen. Dort gilt dann aber das normale Persönlichkeitsrecht. "Wenn ich massiv beleidigt werde und mir rechtswidriges getan wird, dann darf ich den Platz auch verlassen", versichert der 49-jährige Anwalt.
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