Präsident Dirk Zingler von Union Berlin hat den Anteil von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an der Zulassung von Stehplätzen im Europapokal hervorgehoben. „Ich glaube, dass es Aki Watzke dann am Ende vollbracht hat“ sagte Zingler am Dienstag in einer Medienrunde in Berlin. Der 58-Jährige hob jedoch auch hervor, dass viele Personen und Initiativen dabei mitgeholfen hätten. Es sei ein deutsches Thema gewesen.
Den Anteil der Köpenicker an der Entscheidung der UEFA wollte Zingler nicht überbewerten, sagte jedoch, der Club habe „es überall, wo wir waren, zum Thema gemacht.“ Die UEFA erlaubt in der kommenden Europapokal-Saison wieder den Verkauf von Stehplatz-Tickets.

Union Berlin kann seine Heimspiele in der Europa League an der Alten Försterei austragen

In Deutschland, Frankreich und England dürfen die Fans Spiele der Champions League, Europa League und Conference League „in Übereinstimmung mit den nationalen und lokalen Rechtsvorschriften“ stehend verfolgen.
Die Eisernen profitieren von der Regelung und dürfen ihre Heimspiele in der Europa League im heimischen Stadion An der Alten Försterei austragen. „Für uns werden Träume wahr“, sagte Zingler. In der Europa Conference League mussten die Köpenicker in der vergangenen Saison noch ins Olympiastadion ausweichen. Auch der BVB darf erstmals seit 1998 die fast 25 000 Zuschauer fassende Südtribüne bei internationalen Spielen wieder für Stehplätze freigegeben.
Das Stadion der Köpenicker sei ein „Präzedenzfall“, sagte Zingler, weil es rund zu 80 Prozent Stehplätze gebe. Am Donnerstag startet Union im ersten Europa-League-Spiel im Stadion An der Alten Försterei gegen Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien in die Gruppenphase. Die weiteren Gegner sind SC Braga (Portugal) und Malmö FF (Schweden).

Gespräche um Verlängerung mit Trainer Urs Fischer laufen bei Union Berlin

Angesichts der jüngsten Erfolge warnte Zingler vor „Hirngespinsten“ beim 1. FC Union Berlin. „Wenn wir anfangen zu spinnen, wird unser erfolgreicher Weg schnell zu Ende gehen“, hatte Zingler bereits am Sonnabend kurz vor der Partie um die Tabellenführung gegen den FC Bayern gesagt. Gefragt worden war der Funktionär nach den Aussichten auf die Champions League – Union hat zuletzt zweimal nacheinander den Europapokal erreicht.
Der Club werde weiter „bodenständig bleiben“, sagte Zingler, der keinen neuen Stand zu den Vertragsverhandlungen mit Trainer Urs Fischer bekanntgeben wollte. Allerdings äußerte er vielsagend, es „müsse viel passieren, um diese erfolgreiche Zusammenarbeit aus freien Stücken zu beenden“. Fischers Vertrag läuft am Saisonende aus, er selbst hatte vergangene Woche gesagt: „Was ich sagen kann: Wir befinden uns in Gesprächen. Schauen wir mal.“