Trotz des Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals konnte Fußball-Regionalligist FSV Union Fürstenwalde bei der 1:4-Niederlage gegen Bundesligist VfL Wolfsburg mehrfach Geschichte schreiben. Der Club bestritt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Spiel im DFB-Pokal und kam dabei durch Darryl Geurts sogar zum ersten eigenen Treffer und der ersten Führung. Am Ende war der Bundesligist, der keinen guten Tag erwischte, einfach individuell stärker.

Fürstenwaldes Torhüter Richter mit starken Paraden

„Ausgerechnet ein Fürstenwalder schießt für den Verein den ersten Treffer im DFB-Pokal – die Geschichte hätte man nicht besser schreiben können“, freute sich Torschütze Geurts nach dem Spiel. Bereits nach acht Minuten brachte er die Domstädter beim haushohen Favoriten in Führung. „Vielleicht ist die Führung auch ein klein wenig zu früh gefallen“, mutmaßte Trainer Matthias Maucksch nach der Partie. Denn Fürstenwalde igelte sich nicht hinten ein, sondern lief die Wolfsburger immer wieder mutig an. „Es ist einfach nicht unsere Spielart, sich hinten reinzustellen. Wir haben weiter versucht nach vorn zu spielen“, erklärte Geurts. Dadurch ergaben sich für den Bundesligisten in der ersten Halbzeit immer wieder große Räume im letzten Angriffsdrittel. Doch der Bundesligist ließ die letzte Konsequenz vor dem Fürstenwalder Tor vermissen. Zudem zeigte Torhüter David Richter einige starke Paraden.

Stimmung wie bei einem Freundschaftsspiel

Trotz des frühen Treffers und der möglichen Pokalsensation wollte bei Fürstenwaldes sportlichem Leiter Sven Baetghe aber einfach keine Pokalstimmung aufkommen. „Es war ein schönes Erlebnis, das sich nur leider wie ein Freundschaftsspiel angefühlt hat“, erzählte er. „Man arbeitet 15,20,30 Jahre darauf hin, dann hat man so ein Spiel und muss auswärts in einem leeren Stadion spielen.“

Joao Victor mit schnellem Doppelpack

Trotz einiger guter Möglichkeiten dauerte es bis zur 23. Minute, ehe Joao Victor zunächst verdient den Ausgleich erzielte und kurze Zeit später den Gastgeber in Führung brachte (29.). „Man sieht dann den Qualitätsunterschied, den sie ansatzweise mal gezeigt haben. Dann geht’s halt ein bisschen schneller zur Sache“, analysierte Trainer Maucksch nach der Partie. Und auch Darryl Geurts erklärte: „Man hat gemerkt, wie groß der Unterschied zur Regionalliga ist – vor allem, was das Körperliche, die Passschärfe und die Mentalität angeht. Da kann man viel mitnehmen.“

Trainer Maucksch zufrieden mit Team

Im Laufe der zweiten Halbzeit schnupperte Fürstenwalde sogar kurz am Ausgleich, doch inmitten der Fürstenwalder Drangphase traft Yannick Gerhardt zum 3:1. „In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal kurz die Möglichkeit auf das Unentschieden zu gehen, aber dann musst du aus den wenigen Chancen mehr machen“, sagte Maucksch, der mit seinem Team aber zufrieden war. „Am Ende kann man sagen, dass das 4:1 standesgemäß ist, aber wir gehen erhobenen Hauptes.“

Am Mittwoch gegen Optik Rathenow

Zudem richten Trainer und Spieler den Blick bereits auf den Mittwoch, wenn Fürstenwalde in der 2.Runde des Brandenburger Landespokals bei Optik Rathenow antritt. „Das ist vermutlich noch wichtiger als heute. Es ist nur der vermeintlich kleine Landespokal, aber nur über den können wir uns wieder für den DFB-Pokal qualifizieren“, sagt Darryl Geurts. Und auch Matthias Maucksch weiß: „Das wird ein völlig anderes Spiel. Die Bedingungen werden nicht so ideal wie in Wolfsburg sein. Das Spielfeld wird nicht ganz eben sein, der Gegner ein bisschen eklig und da sind wir einfach gefordert.“

So investiert Union Fürstenwalde die DFB-Pokalprämie von 130.000 Euro


Für die Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals erhielt der FSV Union Fürstenwalde vom Deutschen-Fußball-Bund (DFB) 130 000 Euro. Eine beachtliche Summe, die der Verein gut gebrauchen kann. „Wir müssen am Stadion ein paar Umbaumaßnahmen tätigen und ein Teil wird dabei sicherlich auch für das neue Flutlicht genutzt“, erklärt der sportliche Leiter, Sven Baetghe und fügt hinzu: „Einen Teil bekommt auch die Mannschaft.“ Zudem soll der Kader weiter verstärkt werden. „Wir haben aktuell 19 Spieler und das ist für 45 bis 46 Pflichtspiele in der Saison einfach zu wenig“, sagt Baethge.