Letztlich setzte es für den OHC aber die vierte Derbypleite in Folge und die achte Niederlage im zwölften Saisonspiel. Als Zwölfter der 16-er-Staffel liegen die Kreisstädter nach Pluspunkten gleichauf mit dem Vorletzten. "Die Lage ist dramatisch", betont Pahl. "Wir befinden uns massiv im Abstiegskampf und damit in einer Tabellensituation, die wir seit langer Zeit nicht kennen und einige Spieler überhaupt nicht." Vor dem Partie gegen Potsdam hatte Pahl in Vorschau auf die Duelle mit Potsdam, dem HSV Hannover, Schlusslicht Burgwedel und Magdeburg II von vorentscheidenden Wochen gesprochen. "Das erste von diesen vier elementaren Spielen haben wir verloren."
Und nun? "Wir sind in einer Situation, wo etwas passieren muss. Jetzt muss ein Impuls kommen." In diesem Zusammenhang stellt der Trainer des besten Handballteams der Region auch seine eigene Zukunft infrage. Pahl, der in Doppelfunktion auch die Position des Sportlichen Leiters ausübt, sagt: "Wenn ich mir die Mütze als Sportlicher Leiter aufsetze, muss ich auch mit mir selbst als Trainer sprechen. Es kann sich jeder sicher sein, dass wir seit Wochen mit dem Vorstand in Gesprächen sind. Wir machen uns massiv Gedanken, was wir verändern können." Klar sei, dass es so nicht weitergehen kann. "Das muss jedem bewusst sein. Wir müssen eine Situation kreieren, die der Mannschaft hilft, Sicherheit zu bekommen."
Im weiteren Saisonverlaufe gehe es ausschließlich um das sportliche Überlegen in der 3. Liga. "Da kann es nie um Einzelpersonen gehen, sondern um die Mannschaft und den Verein. Das muss an erster Stelle stehen. Wir werden uns zusammensetzen, um zu entscheiden, was erforderlich ist, um einen Impuls zu geben."

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Christian Pahl (Trainer OHC): "Wir haben gut angefangen. Potsdam musste sich jedes Tor erarbeiten. Dann haben wir jeglichen Spielfluss verloren und der Gegner ist immer offensiver geworden. In der Phase haben wir uns zu wenig bewegt und kamen nicht mehr zum Tor. Wir sind in Einzelaktionen verfallen und produzierten Fehler. Anstatt die einfachen Bälle zu spielen, versuchten wir, den komplizierten Pass zu spielen. In den letzten 20 Minuten haben wir alles versucht. Es war eine routinierte Leistung des Gegners."

Daniel Deutsch (Trainer Potsdam): "Wir sind sehr glücklich. In der ersten Halbzeit haben wir eine gute 5:1-Deckung gespielt und stellten Oranienburg vor Aufgaben. Es ist uns auch gut gelungen, die gegnerischen Fehler auszunutzten. Nach dem 15:24 lassen wir drei Gegenstöße weg. Dann sieht man, was in dieser Liga passieren kann. Du kannst dir erst nach 60 Minuten sicher sein."

Moritz Ende (Potsdam): "Wir haben die erste Halbzeit richtig krass gespielt. Die gegnerischen Fehler haben wir gut ausgenutzt. Und vorn haben wir unsere Dinger konsequent reingemacht. Am Ende haben wir vielleicht ein bisschen nachgelassen, trotzdem war es ein Superspiel."

Tobias Frank (OHC): "In der zweiten Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir die ganze Zeit machen sollten. Gegen die offensive Deckung haben wir uns besser bewegt und gingen in die Tiefe. Am Ende ein Superspiel von uns, aber wir haben zu spät angefangen."

Dennis Leroy Schmöker (OHC): "Mir tut es schwer, Worte zu finden. Ich ziehe den Hut vor den angeschlagenen Spielern, die sich aufgeopfert haben. Ein großer Dank geht an die Zuschauer, die hinter uns standen – egal, was wir gespielt haben. Das Spiel war sinnbildlich für die letzten Wochen. Wir haben immer eine Phase im Spiel, wo wir etwas den Kopf verlieren und einfache Fehler machen. Das wurde eiskalt bestraft. Wir haben geackert und wollten." sz