Bruno Labbadia gab das Tempo vor. Nachdem der Trainer von Hertha BSC bereits gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Platz Stabilisationsübungen durchführte, bestimmte er auch die Übungen beim anschließenden Warmlaufen. Manager Michael Preetz hingegen blieb lieber drinnen und war auf dem Laufband unterwegs. Stressabbau nach einem hektischen letzten Transfertag am Montag, an dem die Hertha Mattéo Guendouzi vom FC Arsenal per Leihe holte, Omar Alderete vom FC Basel verpflichtete und den zum FC Augsburg ausgeliehenen Eduard Löwen zurückholte. Doch so ganz glücklich wirkte zumindest Trainer Bruno Labbadia, dem durch die Länderspielpause aktuell 13 Spieler im Training fehlen, nicht.

Corona beeinflusste den Transfermarkt

„Wir haben eine andere Vorstellung gehabt. Wir hatten gehofft, dass der Markt anders ist und die Preise nicht so hoch, aber auch wir müssen uns den Umständen anpassen“, sagte der Trainer. Etwas anders sah das der Manager. „Grundsätzlich bin zufrieden, dass die längste Transferperiode vorbei ist. Die Pandemie hat eine große Rolle gespielt und das Verhalten auf dem Transfermarkt und auch unser Agieren massiv beeinflusst.“ Und fügte hinzu: „Wir sind nicht unzufrieden. Mir kommt es auch ein bisschen zu kurz, dass wir mit Lucas Tousart, Jhon Cordoba und Alexanader Schwolow auch in Spieler investiert haben.“ Die drei Spieler sollen insgesamt rund 47 Millionen Euro Ablöse gekostet haben. Labbadia machte zudem klar, dass Hertha bewusst nicht bei jeder Summe mitgegangen ist. „Wir haben eine gute Situation mit dem Investor, aber die kann man nicht fahrlässig aufs Spiel setzen.“

Labbadia fehlt die Zeit

Labbadia sagte auch, dass es von Beginn an das Ziel war, den Kader zu verjüngen. „Wir haben viele ältere und erfahrene Spieler verloren und jetzt die Chance, eine Mannschaft in Ruhe aufzubauen.“ Doch eine ganz wichtige Sache fehlt dem Trainer dabei: Zeit. „Wir haben jetzt schon die zweite Länderspielpause und wir brauchen Zeit, damit sich das Team einspielen kann.“ Einige Spieler, wie auch Neuzugang Alderete, werden erst am kommenden Donnerstagabend von ihren Reisen zurückkehren und dann noch auf das Coronavirus getestet werden, doch bereits am Sonnabend steht das Heimspiel in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart an.

Guendouzi soll Emotionen wecken

Dort könnte Mattéo Guendouzi bereits in der Startelf stehen. Für Manager Preetz kann der französische Mittelfeldspieler aufgrund seiner Fähigkeit, Emotionen zu wecken, einen Unterschied machen. „Er hat ein Temperament, das in beide Richtungen ausschlagen kann, aber das kann uns gut zu Gesicht stehen.“ Beim FC Arsenal hat ihn genau das aufs Abstellgleis befördert, aber Bruno Labbadia weiß: „So ein Fenster bei so einem Spieler geht nur auf, wenn irgendwo ein Problem da war. So wird es immer sein, in einer Phase, in der wir sind. Deswegen können wir nicht sagen, wir können nur die Spieler holen, die perfekt sind.“

Nächstes Transferfenster im Januar

Manager Michael Preetz ist nun froh, dass die Leistungen der Mannschaft im Vordergrund stehen und nicht täglich mögliche Neuzugänge gehandelt werden. Denn das Ziel bleibt weiterhin, zu den internationalen Plätzen aufzuschließen. Und in drei Monaten öffnet der Transfermarkt ja auch schon wieder.