So schnell kann die Euphorie eines Auftaktsieges verpuffen. Zum Start des 2. Spieltages der Fußball-Bundesliga kassierte Hertha BSC nach dem glanzvollen 4:1 in Bremen am Freitagabend gegen Eintracht Frankfurt vor 4000 Anhängern im Berliner Olympiastadion eine bittere 1:3-Pleite. Hier die Partie im Check:

Die Lage

Gegen keinen Gegner hat die Hertha so gerne Tore erzielt in der Bundesliga wie gegen Eintracht Frankfurt (112). In der vergangenen Saison unterlagen die Berliner im Juni indes daheim mit 1:4. Diesmal war es kaum besser und ein schmerzlicher Rückschritt – vom Ergebnis wie vom mannschaftlichen Auftritt. Immerhin – den Nimbus eines Bayern-Jägers ist das Team schnell los geworden.

Die Vorgeschichte

Das erste Mal seit März spielte Hertha BSC im Olympiastadion vor Zuschauer. 4000 waren zugelassen und saßen im korrekten Abstand auf Gegen- und Haupttribüne. Ein bisschen ein putziges Bild. Und vor allem die Fans in der Ostkurve, die natürlich nicht saßen, sondern standen, gaben sich alle Mühe, das weite Rund in einen kleinen Hexenkessel zu verwandeln.

Die Tore

0:1 (30.) André Silva, trifft per Elfmeter nach einem Foul von Boyata am Schützen
0:2 (37.) Dost köpft den Ball nach einem Freistoß von Kamada ins Netz.
0:3 (70.) Sebastian Rode, zirkelt den Ball aus 18 Metern mit Hilde des Innenpfostens ins Tor
1:3 (78.) Martin Hinteregger lenkt eine scharfe Eingabe von Jordan Torunarigha ins eigene Netz

Die Startelf und Taktik

Das Gefühl von Hertha-Trainer Bruno Labbadia sprach sich in der Stürmer-Frage zu Gunsten von Krzysztof Piatek und gegen Neuzugang Jhon Cordoba aus, der trotz seines Tores in Bremen zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Es begann also dieselbe Elf in einem 4-2-3-1-System wie beim 4:1-Erfolg an der Weser. Allerdings mit Dedryck Boyata als Kapitän. Der Belgier war im Laufe der vergangenen Woche in dieses Amt gewählt worden.
Bei den Gästen aus Hessen tauscht Trainer Adi Hütter in seinem 3-2-3-2-System zweimal: Almany Touré und Stefan Ilsanker verdrängen Danny da Costa und Dominik Kohr auf die Bank.

So lief die Partie

Von Fußballspielen war nach den Anpfiff wenig zu sehen. Beide Mannschaften bekämpften sich erbittert. Das erste Opfer war der Frankfurter Filip Kostic. Der Serbe musste nach einer Viertelstunde verletzt das Feld räumen. Es wurde nun noch ruppiger. Kein Wunder, dass die verdiente Eintracht-Führung nach einer halben Stunde durch einen Elfmeter fiel. Danach allerdings erwachte die Hertha, doch Cunha (31.) und Lukebakio (33.). Doch die Gäste blieben effizienter. Nach einem Freistoß köpfte Bas Dost zum 0:2 ein. Für den 1,97-Meter langen Niederländer war es gegen die Hertha im fünften Spiel mit Wolfsburg und Frankfurt der sechste Treffer. Und Herthas kurzer spielerischer Faden war schon wieder gekappt.
Trainer Labbadia reagierte und brachte zur Pause für den glücklosen Piatek nun Brecher Cordoba, der mit Applaus begrüßt wurde,und weil aller guten Dinge drei sind auch gleich noch Mittelfeldspieler Arne Meier, der aber nach zwanzig Minuten verletzt wieder runter musste, und Rechtsverteidiger Deyovaisio Zeefiuk. Der Berliner Druck nahm zu, allerdings blieb die Chancenverwertung mangelhaft, während Rode mit einem Kunstschuss erhöhte. Dass das Berliner Ehrentor mit Martin Hinteregger ein Frankfurter erzielte, passt da ins Bild.

Die Stimmen

Alexander Schwolow (Hertha BSC): Das war insgesamt zu wenig - vorne wie hinten. Das war der Knackpunkt heute. Es darf nicht sein, dass wir körperlich Frankfurt so unterlegen sind.
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): Das war mein erstes Tor mit links. Das hat uns noch mal Kraft gegeben. Jetzt können wir glücklich nach Frankfurt zurückfahren.
Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): Das war ein verdienter, wichtiger Sieg gegen eine starke Mannschaft. Vor allem unsere erste Halbzeit hat mit gut gefallen. Wir hatten immer das Gefühl, der Chef auf dem Platz zu sein. Das Knackpunkt der Partie das 3:0.
Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): Die Niederlage müssen wir erst einmal verdauen. Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und waren zu zögerlich in der ersten Hälfte. Danach haben wir alles versucht. Trotz der Niederlage nehmen wir viel mit aus dem Spiel.

Die Statistik

Hertha BSC – Eintracht Frankfurt 1:3 (0:2)
Hertha: Schwolow – Pekarik (46. Zeefuik), Boyata, Torunarigha, Mittelstädt – Stark, Tousart – Darida (46 Maier, 65. Plattenhardt), Lukebakio (82. Redan), Cunha – Piatek (46. Cordoba)
Frankfurt: Trapp – Abraham, Hasebe; Hinteregger – Ilsanker, Rode (85. Sow) – Touré (65. da Costa), Kamada, Kostic - Silva (85. Barkok), Dost (65. Ache)
Tore: 0:1 Silva, Foulelfmeter (30.), 0:2 Dost (37.), 0:3 Rode (70.), 1:3 Hinteregger, Eingentor (78.) - Schiedsrichter: Dankert (Rostock) – Zuschauer: 4000

So geht es weiter

Am kommenden Sonntag tritt Hertha BSC den schwerstmöglichen Gang an und spielt um 18 Uhr bei Bayern München. Die Frankfurter empfangen bereits am Sonnabend um 15.30 Uhr die TSG Hoffenheim.