Der Jahresbeginn ist für Hertha BSC gut gelaufen. Sportlich in der Fußball-Bundesliga mit dem 3:0 gegen Schalke 04 und wirtschaftlich mit der Vorstellung eines neuen Brustsponsors. Das Maklerunternehmen Homeday bleibt dort allerdings nur für ein halbes Jahr und wird anschließend für drei weitere Jahre Exklusivpartner. Hertha-Finanzchef Ingo Schiller sieht darin für beide Seiten vor allem Vorteile. Das Berliner Unternehmen kann seinen Bekanntheitsgrad in einem für sich interessanten Umfeld steigern und Hertha kann eine Geld bringende Lücke schließen.

Hertha hat größeren Partner im Blick

Bereits im Sommer hatte sich der Bundesligist von seinem Partner Tedi getrennt. „Das Unternehmen ist auf uns zugekommen, weil es wegen der Corona-Situation Schwierigkeiten hatte. Wir haben dem Wunsch entsprochen“, erklärte Schiller. Dass der neue Partner nun nur ein halbes Jahr die Brust des Bundesligisten ziert, macht seiner Sicht Sinn. Das junge Unternehmen, dass vor allem digital Immobilien anbietet, hat jetzt durch viele Spiele einen größeren Werbeeffekt und der Verein erhält Geld und kann sich in Ruhe einen größeren Partner ab dem Sommer an Land ziehen. Genau das ist auch der Plan der Hertha. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dem richtigen Angebot und Konzept bis zum Sommer einen Partner finden“, sagt Schiller. Die nach dem vorzeitigen Aus des Discounters kolportierten Weltkonzerne Amazon und Tesla kommentierte er so: „Es sind Namen von außen gespielt worden, wo es keinen Kontakt gab.“

Hertha ist mehr als Sieg oder Niederlage

Für den neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung Carsten Schmidt stehen der sportliche Aspekt und mehr Ruhe im Verein im Vordergrund. Auch von Seiten des Investors Lars Windhorst und seiner Tennor-Gruppe, dem Schmidt, wie allen im Verein im Dezember einen Antrittsbesuch machte. "Wir haben ein sehr, sehr langes Gespräch geführt – auch zu dem Thema Kommunikation, an einem Strang ziehen", sagte Schmidt und erklärte: "Seitdem ist es ruhiger und besser. Es hilft nicht, wenn wir aufeinander reagieren, sondern wir wollen miteinander marschieren."

Schmidt setzt Fokus auf Siege

Sportlich habe es „vor Weihnachten ein paar große Dämpfer“ gegeben. Dabei dachte Schmidt wohl an das trostlose 0:0 gegen Mainz und das bittere 1:4 in Freiburg. „Aber jetzt ist unser gesamter Fokus darauf gerichtet, mehr Fußballspiele zu gewinnen.“ Darauf sei die Organisation, wie er den Verein nennt, „heiß“. Der Erfolg gegen Schalke sei ein guter Start gewesen. Der gesamte Club sei „eine Gruppe, die attackieren will“ und Hertha BSC „viel mehr als nur Sieg oder Niederlage, als ein Tabellenstand nach einer Saison.“ Er sieht den Verein als eine Gruppe, „die attackieren will, die also positiv, mit Energie, mit Optimismus und mit Spaß nach vorne arbeiten will."

Schiller schließt Transferfenster wie im Vorjahr aus

Ob der geplante sportliche Fortschritt mit weiteren Transfers für das Team von Trainer Bruno Labbadia erkauft wird, steht dagegen noch nicht fest. Schmidt kündigte für diese Woche eine Runde der darüber entscheidenden Personen wie unter anderem Manager Michael Preetz oder Sportchef Arne Friedrich an. Der Ausgang ist ungewiss, eines aber sicher. „Ein Transferwinter wie letztes Jahr wird sich so schnell nicht wiederholen", versicherte Finanz-Geschäftsführer Schiller. Damals hatte der Club rund 80 Millionen für neue Spieler ausgegeben – mit bescheidenem Erfolg.