Lange musste Matteo Guendouzi auf seinen ersten Einsatz im Trikot von Hertha BSC warten. Nun brennt der 21-Jährige auf einen Einsatz am Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. „Ich fühle mich fit und bin zu 200 Prozent bereit, am Sonntag 90 Minuten zu spielen“, erklärte der 21-Jährige, den die Berliner am letzten Tag der Transferperiode vom FC Arsenal ausliehen, in einer Medienrunde.

Cardiotraining per FaceTime

Dabei hätte der Kapitän der französischen U-21-Nationalmannschaft am liebsten schon viel eher für die Berliner auf dem Platz gestanden, doch eine Corona-Infektion nach einer Reise mit dem Nationalteam verhinderte sein Debüt. Guendouzi musste für zehn Tage in häusliche Quarantäne und konnte sich nur auf dem Zimmer fit halten. Zwei Mal am Tag gab es per FaceTime ein Cardiotraining. „Es waren sehr intensive Tage. Ich habe selten so hart gearbeitet und jetzt fühle ich mich wieder fit und gut“, erklärte er.

Über drei Monate ohne Spielpraxis

Dabei war die Freude der Hertha-Bosse groß, dass der Mittelfeldspieler Anfang Oktober bei den Länderspielen einmal 90 und einmal 60 Minuten auf dem Platz stand. Denn beim FC Arsenal geriet er nach einigen Aussetzern aufs Abstellgleis und machte seit dem 20. Juni kein Spiel mehr für den Club. Dennoch schaut er nicht mit Groll zurück auf die Zeit im Norden Londons. „Es war eine gute Zeit und ich kann nur Positives erzählen. Ich habe nicht nur sportlich dazu gelernt, sondern bin auch erwachsen geworden.“ Bei den Gunners hatte er besonders zu Ex-Nationalspieler Mesut Özil eine gute Beziehung, der ihm nur Gutes über die Bundesliga berichtete.

Enge Freundschaft mit Lucas Tousart

Dabei will der 21-jährige nicht lange in die Vergangenheit blicken und erklärte direkt: „Ich will mich jetzt auf Hertha konzentrieren.“ Dabei freut er sich vor allem auf das Zusammenspiel mit seinem Kumpel Lucas Tousart, den er aus der U-21-Nationalmannschaft bereits kennt. „Wir sind gut miteinander befreundet und ich habe ihn viel gefragt. Er hat definitiv auch eine Rolle für meine Entscheidung gespielt.“ Denn es gab auch Angebote aus anderen Ligen. „Aber ich denke, dass Hertha eine gute sportliche Entscheidung ist“.

Labbadia schließt Einsatz nicht aus

Ähnlich wie Tousart sieht auch er seine Stärken im defensiven Mittelfeld oder eine Position weiter vorn, auf der Acht. „Wir haben schon so oft miteinander gespielt und machen uns gegenseitig besser“, sagt Guendouzi. Er selbst will immer schnell nach vorn spielen und viel den Ball haben. Eine Spielidee, die ihn mit seinem Trainer Bruno Labbadia verbindet. Einen Einsatz des Lockenkopfs schloss er nicht aus. „Im Fußball habe ich gelernt, niemals nie zu sagen. Matteo kennt viele Abläufe noch nicht, aber das heißt nicht, dass man es deswegen nicht machen muss.“

Erfolgserlebnisse sollen kommen

Auch wenn der Saisonstart der Hertha mit nur einem Sieg und vier Niederlagen ziemlich in die Hose ging, ist Guendouzi optimistisch, dass es jetzt bergauf geht. „Die Ergebnisse der letzten Spiele waren nicht so positiv, aber es waren einige gute Dinge dabei. Und bin motiviert, dass wir in Zukunft positive Resultate erzielen werden.“ Am liebsten direkt am Sonntag gegen Wolfsburg.