Hertha BSC ist ein guter Start ins Jahr 2021 gelungen. Am Samstagabend feierten die Berlinerin der Fußball-Bundesliga im leeren Olympiastadion einen 3:0-Heimerfolg gegen Schalke 04 Hier die Partie im Check:

Die Lage

Manager Michael Preetz und Trainer Bruno Labbadia hatten es im Vorfeld herbeigeredet. Die Mannschaft folgte. Durch den 3:0-Erfolg gegen Schlusslicht Schalke 04 kletterte Hertha auf Platz 12, während die Schalker nun einer historischen Schmach immer näher kommen.

Die Vorgeschichte

Schalke 04 braucht nach 29 vergeblichen Versuchen dringend einen Sieg. Sonst ist der Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 nur noch ein Spiel entfernt. Was der Neuköllner Oberligist fürchtet, nämlich, dass Schalke den Rekord knackt, würde für die Herthaner erst einmal wieder Luft im Abstiegskampf bringen. Die Berliner haben als Tabellen-14. die Punkte ebenso nötig wie die Knappen. Bei einer Niederlage gegen das Schlusslicht würde der Gegenwind für Teainer Bruno Labbadia und auch Manager Michael Preetz deutlich stärker werden. Gutes Omen für die Gäste: Den letzten Pflichtspielsieg gegen einen Bundesligisten schafften die Schalker im Februar 2020 im Pokal-Achtelfinale gegen Hertha mit 3:2 nach Verlängerung. Deren Trainer war damals noch Jürgen Klinsmann.

Die Tore

1:0 (36.) Matteo Guendouzi, fällt der Ball nach einem abgeblockten Schuss von Cunha vor die Füße und der Schlenzer des Franzosen sitzt.
2:0 (52.) Jhon Cordoba, trifft aus sechs Metern, nachdem Cunha schneller ist als Schalkes Serdar und Darida mitnimmt, der von rechts zum Schützen passt.
3:0 (80) Kryzsztof Piatek, der von Cunha freigespielt den Ball allein vor dem Tor an Fährmann vorbei einschiebt.

Die Startelf und Taktik

Hertrha routiniert im wichtigen Spiel ausgerechnet in der Defensive. Zwangsweise im Fall vom verletzten Kapitän Dedryck Boyata und freiwillig bei Jordan Torunarigha, der laut Trainer Labbadia seine Fehler beim 1:4 in Freiburg über den Jahreswechsel „noch nicht abschütteln konnte“.-An deren Stelle in der Innenverteidiger agieren Niklas Stark und Omar Alderete. Ganz vorne in einen 4-2-3-1-System agiert wieder Jhon Cordoba. Der Kolumbianer kehrt nach auskurierter Bänderverletzung in die Startelf zurück.
Bei Schalke nahm Neutrainer Christian Gross einen Torhüterwechsel vor. Ralf Fährmann steht für den Dänen Frederik Rönnow im Kasten. Erstmals seit seiner schweren Gehirnerschütterung steht auch Stürmer Mark Uth neben dem 19-jährigen Matthew Hoppe wieder in der Startelf. Zudem setzt Gross auf die Dribbelkünste des Marokkaners Amine Harit. Abwehrchef Salif Sané fehlt im 4-2-2-2-System ebenso wie Benito Raman, damals im Pokal das entscheidende Tor erzielte.

So lief die Partie

Beide Teams waren sich der Bedeutung der Partie bewusst – und agierten entsprechend nervös. Die vielfach bis an die Grenze rustikal in die Zweikämpfe gehenden Gäste schienen diese zuerst abzulegen. Ihre Angriffsbemühungen wirkten durchdachter – strahlten aber bis auf einen Schuss von Uth, den Schwolow um den Pfosten lenkte, im letzten Viertel kam Gefahr aus. Bei der Hertha fiel vor allem Lukebakios herber Stockfehler ins Auge. Allerdings hatte der Belgier nach einem Konter die Chance zu Führung, scheiterte aber an Fährmann (23.). Es war das Fanal zu einer Leistungssteigerung, die aber weder Plattenhardts Hammer noch Lukebakios Kunstschuss krönten. Erst Matteo Guendouzi sorgte für die verdiente Pausenführung.
Nach dem Wechsel begann Hertha endlich einmal mit Elan und zeigte, was Trainer Labbadia seit Monaten trainieren lässt – schnelles Umschaltspiel. Mit Erfolg, wie Cordobas Erhöhung dokumentierte. Danach schien bei den Berlinern der Knoten platzt zu sein, während dSchalker Köpfen immer tiefer sanken, fast als wäre der Will gebrochen. Angetrieben vom, spiel- und zweikampfstarken Guendouzi erspielten sich die Platzherren Chancen wie selten in dieser Saison. Eine davon nutzte der kurz zuvor eingewechselte Pole Krzysztof Piatek zum Endstand. Am Ende bekam der Bernauer Luca Netz als Linksverteidiger sogar noch ein paar Spielminuten und hätte fasst ein Tor erzielt.

DIe Stimmen

„Wir haben schon viele Nackenschläge bekommen. Aber wir glauben daran und machen weiter. Für den Trainer ist es sicher schwer. Aber wir müssen einfach weiter arbeiten (Mark Uth, Schalke 04)
„Wir haben etwas gebracht, um reinzukommen, aber konnten uns dann steigeern. Wenn wir in Rückstand geraten, wäre schwer geworden, deshalb war meine Parade wichtig. Jetzt haben wir noch fünf Spiele im Januar, da wollen wir Gas geben (Alexander Schwolow, Torwart Hertha BSC)
„Freiburg steckte uns am Anfang noch ein bisschen im Kopf und die Räume waren zu, aber am Ende hat es gepasst. (Vladimir Darida, Hertha BSC)

Die Statistik

Hertha BSC – Schalke 04 3:0 (1:0)
Hertha: Schwolow – Pekarik (82. Zeefuik), Stark, Alderete, Plattenhardt (86. Netz) – Tousart, Guendouzi– Lukebakio (86. Mittelstädt), Darida, Cunha (82. Ngankam) - Cordoba (78. Piatek)
Schalke: Fährmann - Stambouli, Kabak, Nastasic, Oczipka – Mascarell (58. Skrzybski), Serdar - Schöpf, Harit (58. Becker) - Uth, Hoppe (80. Kutucu).
Tore: 1:0 Guendouzi (36.), 2:0 Cordoba (52.) 3:0 Piatek (80.) - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) – Zuschauer: keine

So geht es weiter

Am kommenden Sonntag tritt Hertha BSC um 18 Uhr bei Aufsteiger Bielefeld an. Die Schalker empfangen bereits am Sonnabend um 15.30 Uhr die TSG Hoffenheim