In ihrem Horoskop für Wassermann stehen als Attribute Dinge wie tanzen, fliegen und schweben. Bei Malaika Mihambo passt das wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Die Weitsprung-Weltmeisterin will heute Abend beim Istaf Indoor in der Berliner Arena am Ostbahnhof wieder fliegen und am liebsten auf eine Marke jenseits der sieben Meter schweben.

Im Vorjahr sprang Mihambo 7,07 Meter

Damit dies wie im Vorjahr (7,07 Meter) gelingt, hat die 27-jährige Leichtathletin nach neun Monaten ihren Anlauf wieder auf 20 Schritte verlängert. „Damit habe ich mehr Geschwindigkeit und kann mich länger auf den Absprung konzentrieren“, erklärte Mihambo, die am vergangenen Wochenende beim Istaf in Düsseldorf mit 6,74 Metern siegte, am Donnerstag bei einer virtuellen Medienrunde. Für Berlin hat sie eine Weite „von 6,90 Metern oder mehr“ im Blick. Stärkste Konkurrentin ist Maryna Bech-Romantschuk aus der Ukraine, die bei der WM 2019 in Katar hinter Mihambo Zweite wurde.

Unterstützung von Musik und Pappkameraden

Dass heute Abend nicht wie im Vorjahr 12.500 Zuschauer in einer ausverkaufen Arena sie anfeuern können, bedauert Mihambo natürlich. „Wir sind zwar in einem Tunnel vor dem Sprung, aber die Stimmung bekommt man schon mit, heizt sie ja auch an. Da wird schon mehr Energie übertragen, als wenn man alleine springt“, weiß sie. Heute Abend soll ihr die selbst gewählte Musik und das elektronische Klatschen vom Band in der Halle helfen. Und ganz allein ist sie nicht. Auf den Rängen an der Anlage werden 100 Pappfiguren sitzen, die von Kindern bemalt worden sind.

Stabhochspringer Blech im Fokus

Im Fokus steht auch der Stabhochsprung der Männer mit dem Leverkusener Torben Blech, der sich mit dem polnischen Sechs-Meter-Springer und WM-Dritten Piotr Lisek misst. Der deutsche Ex-Zehnkämpfer hatte in Düsseldorf eine persönlichen Bestleistung von 5,86 Metern geschafft. Internationale Stars wie der Olympia-Zweite Orlando Ortega aus Spanien im Hürdensprint, und bei den Frauen die Weltjahresbeste des vergangenen Jahres Nadine Visser aus den Niederlande sowie die 60-Meter-Sprinter um Vorjahressiegerin Lisa Kwayie aus Berlin und Artur Cissé (Elfenbeinküste) runden das hochkarätige Teilnehmerfeld ab.

Meeting-Chef Seeber: „Zeichen für den Sport“

„Unser Ziel ist es, mit dem Istaf ein Zeichen für den Sport zu setzen und ein Leuchtturm für die Leichtathletik zu sein“, sagte Meeting-Direktor Martin Seeber. Für sichere Wettkämpfe in der Pandemie und ohne Zuschauer in der Arena hat er mit seinem Team ein 24-seitiges Hygienekonzept – inklusive 800 Corona-Tests – entwickelt, die sowohl im Athleten-Hotel als auch in der Halle bei allen Helfern und Kampfrichtern vorgenommen werden. Die Athletinnen und Athleten dürfen, meist mit dem privaten PKW, nur anreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorweisen können.

Land Berlin unterstützt finanziell

Finanziell wurde die Veranstaltung, die im ZDF-Livestream gezeigt wird, neben Sponsoren auch durch die Unterstützung des Landes Berlin ermöglicht. „Für uns hat die Unterstützung Signalwirkung in einem olympischen Jahr, damit die Athleten Wettkämpfe bestreiten können, um auf ihrem Weg nach Tokio zu wissen, wo sie stehen“, erklärte der Staatssekretär Sport Aleksandar Dzembritzki, der sich auch schon auf das 100. Istaf im Sommer im Olympiastadion freute. Dann sollen auch die Sieger der erstmals stattfindenden Istaf-Trophy gekürt werden. Wer bei den Hallen-Meetings in Düsseldorf und Berlin sowie im Sommer in den sechs-Hallen-Disziplinen die meisten Punkte sammelt, hat gewonnen.