Bei den Frauen siegte mit Emma Hinze eine Bahnradsportlerin, die 2015 bereits als "Nachwuchssportlerin des Jahres" auf sich aufmerksam gemacht hatte. Auf Titel en masse kann der diesjährige Sieger der Männer, Ronald Rauhe, verweisen. Was an seiner umfangreichen Sammlung aber überrascht: Der 16-fache Kanuweltmeister war bisher noch nie Brandenburgs "Sportler des Jahres". Einzig in der Team-Wertung der Sportlerwahl hatte er 2007 gewonnen. Diese Kategorie holten sich 2019 die Volleyballerinnen des SC Potsdam.
Sportlerin des Jahres 2019 Emma Hinze mit Moderator Thomas Hermanns
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Die Ehrung der Gewinner durch Ministerpräsident Dietmar Woidke, Sportministerin Britta Ernst sowie LSB-Präsident Wolfgang Neubert war einer der Höhepunkte der diesjährigen Sportgala des Landessportbundes Brandenburg (LSB) und der Sporthilfe Brandenburg am Sonnabend.
Vor rund 680 Gästen in der ausverkauften Metropolis Halle in Potsdam wurden zuvor märkische Aktive in das "Team Tokio – Land Brandenburg" nachberufen, Trainer und Nachwuchssportler des Jahres gekürt und besonders verdiente Ehrenamtliche ausgezeichnet. Zudem verabschiedete das Sportland mit Standing Ovations Kevin Kuske, den erfolgreichsten Bobsportler der Welt, in den sportlichen Ruhestand. Eingebettet waren die Ehrungen in einen bunten Gala-Abend voller Musik und Humor, durch den "Quatsch Comedy Club"-Moderator Thomas Hermanns führte.
Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: "Unsere Aktiven haben auch in diesem Jahr dem Ruf Brandenburgs als Sportland alle Ehre gemacht. Viele konnten sich bei internationalen Wettkämpfen in Siegerlisten eintragen. Ich danke allen, die an diesen Erfolgen Anteil haben."
Er versicherte den Aktiven und allen Sportbegeisterten, dass für die Landesregierung die Sportförderung ein wichtiges Anliegen bleibt. "So wird das Land gemeinsam mit dem Landessportbund die Finanzierung des `Hauses des Sports´ in Potsdam bewerkstelligen, das zur Heimstatt für den Breiten- und Spitzensport werden soll."
Ministerpräsident Dietmar Woidke gratuliert Sportler des Jahres Ronald Rauhe
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Emma Hinze krönte mit dem Titel "Brandenburgs Sportlerin des Jahres" ihr bisher erfolgreichstes Jahr, in dem sie endgültig den Anschluss an die Weltelite schaffte. "Man kann sie getrost als Newcomerin in der Weltspitze bezeichnen", so LSB-Vorstandsvorsitzender Andreas Gerlach bei der Preisverleihung. Die mehrfache Juniorenweltmeisterin holte sich im Frühjahr gemeinsam mit Miriam Welte WM-Bronze im Teamsprint und ließ sich auch anschließend von dem überraschenden Rücktritt ihrer bisherigen Partnerin nicht aus der Erfolgsspur drängen. Mit Lea Sophie Friedrich gewann die 22-Jährige im Oktober EM-Silber und stellte damit eindrucksvoll klar: Mit ihr ist auch im Olympiajahr zu rechnen. Ebenfalls mit Medaillenhoffnungen auf Tokio schauen Triathletin Laura Lindemann und Para-Schwimmerin Verena Schott, die bei der Wahl auf den Plätzen zwei und drei landeten.
Tokio ist auch das Ziel von Ronald Rauhe, der schon jetzt auf eine Ausnahmekarriere zurückblicken kann. "Er ist seit nunmehr 20 Jahren in der absoluten Weltspitze", würdigte Brandenburgs stellvertretende Landtagspräsidentin Barbara Richstein die außergewöhnliche Leistung des 38-Jährigen. In Tokio will Rauhe seine einmalige Karriere mit seiner fünften Olympia-Medaille zum krönenden Abschluss bringen. Auf dem Weg dorthin dürfte dem amtierenden K4-Weltmeister der erstmalige Gewinn der Sportlerwahl zusätzlichen Rückenwind bescheren. Mit dem Triumph verdrängte er erstmals seit 2013 seinen Klubkollegen vom KC Potsdam, Sebastian Brendel. Der Seriensieger der Vorjahre kam auf Platz zwei vor dem Eisenhüttenstädter Radsportler Roger Kluge.
Bei der Wahl zum "Brandenburger Team des Jahres" setzten sich erstmals die Volleyballerinnen des SC Potsdam durch. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert lobte in seiner Laudatio die nachhaltige Entwicklung der Mannschaft: "Bereits seit zehn Jahren sind die Damen aus dem Luftschiffhafen in der obersten Spielklasse Deutschlands vertreten und konnten jetzt 2019 nach zahlreichen Achtungserfolgen die erste Medaille feiern." Das Bundesliga-Team aus der Landeshauptstadt erspielte sich in der vergangenen Saison Bronze und damit das erstmalige Startrecht im Europa-Cup. Dieser Erfolg sicherte dem SC Potsdam bei der Wahl, die von den Sportjournalistinnen und -journalisten des Sportlandes getroffen wird, den Sieg vor den Wasserballern des OSC Potsdam sowie den Keglern des SV 90 Fehrbellin.

Nachberufungen für Team Tokio

Sportler

Josefin Eder Sportschießen, SGi Frankfurt/Oder

Nina Eim Triathlon, Triathlon Potsdam

Daniela Schultze Rudern, RC Potsdam

Anna Härtl Rudern, RC Potsdam

Melanie Göldner Rudern, RC Potsdam

Maike Hausberger Paracycling, BPRSV

Maximilian Jäger Paracycling, BPRSV

Angelika Dreock-Käser Paracycling, BPRSV

Kristin Pudenz Leichtathletik, SC Potsdam

Annika-Marie Fuchs Leichtathletik, SC Potsdam

Charleen Kosche Para Leichtathletik, BPRSV

Max Lemke Kanurennsport, KC Potsdam

Trainer

Tom Morris Rudern

Jörg Schulte Leichtathletik, SC Potsdam